Presseberichte

Musikfest Bremen gastiert in Vitus Kirche

Viertes Gastspiel in Löningen / Ensemble „Gli Angeli Genève“ präsentieren Vertonungen der Schmerzen Marias

Für das vierte Außengastspiel des „Musikfestes Bremen in der Löninger St.-Vitus-Kirche u.a. mit dem Ensemble Gli Angeli Genève gilt bis zum 15. April ein Frühbucherrabatt von 15 Prozent.

Von Willi Siemer


Löningen - Nach den bisherigen Erfolgen gastiert das „Musikfest Bremen“ im September zum vierten Mal mit einem „Außengastspiel“ in der Löninger St.-Vitus-Kirche. Am Sonntag, 8. September, präsentiert das Festival in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Cloppenburg um 18.30 Uhr zwei Schweizer Ensembles, „Gli Angeli Genève“ und das „Quatuor Terpsycordes“ sowie die vier Gesangssolisten Ana Quintans (Sopran), Aleksandra Lewandowska (Sopran), Terry Wey (Altus) und Andrew Tortise (Tenor).

Unter der Leitung von Bass Stephan Mac Leod stellen sie vier „Stabat Mater“-Vertonungen der Musiker Palestrina, Scarlatti, Pergolesi und Pärt vor, die einen Bogen von 400 Jahren umspannen, reizvoll einander gegenüber.

Stabat Mater dolorosa“ – diese Verse beschreiben die Schmerzen der Muttergottes Maria beim Anblick ihres gekreuzigten Sohnes. Über Jahrhunderte haben sie unzählige Komponisten zu Vertonungen angeregt, einige der eindrucksvollsten sind in diesem Konzert zu hören.

„Wir als Verantwortliche und vor allem die bisher in Löningen aufgetretenen Künstler freuen sich über die gute Zusammenarbeit, das besondere Ambiente dieser pfeilerlosen Kirche und das große Interesse des Publikums“, erklärt Carsten Preisler, der Presseverantwortliche des Musikfestes im MT-Gespräch.

Bis zum 13. April gilt ein Frühbucher-Rabatt von 15 Prozent auf alle Karten in den regulären Preiskategorien. Karten sind erhältlich im Pfarrbüro St. Vitus, beim Stadtmarketing Löningen und beim Ticket-Service in der Glocke (Tel. 0421/336699) und unter www.musikfest-bremen.de. Es gibt sie für 35, 30 , 25 und 18 Euro.

Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525 bis 1594) im 16. Jahrhundert eine musikalisch ebenmäßig ausgeglichene Fassung, erfuhren die Verse bei Alessandro Scarlatti (1660 bis 1725) eine Betonung vokaler Virtuosität. Seine Komposition gilt auch als Vorbild und Inspirationsquelle für das heute wohl berühmteste „Stabat Mater“, die Vertonung von Giovanni Battista Pergolesi (1710 bis 1736).

Der Italiener schrieb seine anrührende Fassung kurz vor seinemTod und bis heute zählt sie zu den am häufigsten aufgeführten geistlichen Kompositionen. Kontrastiert durch die 1985 entstandene Vertonung des estnischen Komponisten Arvo Pärt werden so über 400 Jahre musikalische Auseinandersetzung mit dem Schmerz Marias erfahrbar.

„Gli Angeli Genève“ wurden 2005 von Stephan MacLeod gegründet. Das Repertoire des Ensembles in variabler Besetzung fokussiert sich auf die vokale und instrumentale Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Einen Schwerpunkt bildet Johann Sebastian Bach, dem eine konzertante Gesamtaufführung seiner Kantaten in Genf gewidmet ist.

Für ihr frisches, begeistertes Engagement und für die Aufrichtigkeit ihres musikwissenschaftlichen Forschens bürgen auch ihre Aufnahmen, wobei die CD-Einspielungen mit deutschen Barockkantaten von Buxtehude bis Bach von der Kritik positiv aufgenommen und vom renommierten Magazin „Gramophone“ als „Editor‘s Choice“ ausgezeichnet wurden.

Es gastiert regelmäßig bei internationalen Festivals. Auf ihren Tourneen sowie bei ihren zahlreichen Konzerten in der Schweiz beeindrucken die Künstler durch große Emotionalität vereint mit einem souveränen technischen Können und ernten gleichermaßen Lob vom Publikum wie von der Fachkritik.


zum Bild:
Gastiert am 8. September in Löningen: Gli Angeli Genève gehört zu den bedeutendsten Ensembles, die vokale und instrumentale Musik des 17. und 18. Jahrhunderts aufführt. Es ist mehrfach mit wichtigen Musikpreisen ausgezeichnet worden. Foto: Jacques Philippet.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 01.04.2019