Presseberichte

Spannende Einblicke in Schmückers Wirken

Klaus Oertel als Wegbegleiter und Freund des Löninger Politikers Ehrengast auf Gedenkfeier zum 100. Geburtstag

Auf der Gedenkfeier zum 100. Geburtstag von Kurt Schmücker erinnerte Marcus Willen als einer seiner Nachfolger als Bürgermeister an viele bis heute richtungsweisende Projekte.

von Willi Siemer


Spannende Einblicke in die deutsche Politik in Bonn bis zum Anfang der siebziger Jahre und in die Arbeit eines der ganz Großen dieser Zeit, des früheren Bundeswirtschaftsministers Kurt Schmücker, gab sein Freund, vieljähriger Wegbegleiter und persönliche Referent Klaus Oertel auf einem Empfang der Stadt zu Ehren des großen Löningers.

Anlass war der 100. Geburtstag des ersten Südoldenburger Abgeordneten und vieljährigen Löninger Bürgermeisters Kurt Schmücker, der am 10. November 1919 geboren wurde.

Die Familie mit Kindern und Enkeln, viele Wegbegleiter und Freunde aus allen seinen Tätigkeitsfeldern in Kommunalpolitik und Stadtverwaltung, waren der Einladung zur Gedenkfeier ins Rathaus gefolgt. Bei allen Erfolgen auf Bundesebene, in der er es von 1963 bis 1966 bis zum Bundeswirtschaftsminister in einem damals noch wesentlich größeren und mächtigeren Ressort und von 1966 bis 1969 als Bundesschatzminister und Verwalter des Bundesvermögens brachte, sei ihm das Löninger Bürgermeisteramt das Liebste gewesen, zitierte Bürgermeister Marcus Willen in seinem Rückblick aus einer Rede Schmückers.

Oertel, der seine Zusammenarbeit mit dem für ihn „einzigartigen Politiker“ als Assistent 1958 begonnen hatte, erzählte viele persönliche Erlebnisse, die spannende Einblicke in Schmückers Wirken gaben.

Deutlich wurde dabei vor allem, dass er anders als viele heutige Minister, die ein Ressort auch ohne Vorkenntnisse übernehmen, ein profunder Kenner und Experte in Wirtschaftsfragen war. Er zitierte dabei aus dem Nachruf des „Spiegels“, der 1996 daran erinnerte, dass Karl Schiller nach 1966 in der Großen Koalition als Macher des Wiederaufschwungs galt, Vorgänger Schmücker aber das Stabilitätsgesetz entworfen hatte, mit dem die neue Regierung reüssierte und die Konjunktur sanierte. Seine Intelligenz und seine Fähigkeit, einen für viele Seiten akzeptablen Kompromiss zu finden, prädestinierte ihn früh, Führungsaufgaben zu übernehmen, so Oertel.

Hätte Rainer Barzels Misstrauensvotum 1972 Erfolg gehabt, dann wäre er wieder Wirtschaftsminister geworden.

In einer Präsentation erinnerte Bürgermeister Willen anhand von vielen Fotos an die bis heute in so vielen öffentlichen Bereichen nachhaltig wirkende und sichtbare Arbeit Schmückers als Bürgermeister.

Als herausragend wertete er die Ortskernsanierung und die damit verbundene Verleihung der Stadtrechte, die eine Modernisierung und Umgestaltung der Innenstadt bedeutete. Weitere wegweisende Projekte seien das Rathaus, das Wellenfreibad, das Hallenbad, das Forum Hasetal, die Förderung von Kunst, Kultur und besonders des Sports gewesen, der ihm als ehemaligem Fußballer sehr am Herzen gelegen habe.

Als einmaliges Projekt verwies er auf die in der Region einmalige Vierfeldhalle. Da die Kreisbehörde damals nur eine Dreifeldhalle genehmigen wollte, habe Löningen seitdem eine „Dreifeldhalle mit Stirnraum“, so die offizielle Bezeichnung.

In einem sehr persönlichen Gedicht erinnerte Fritz Schmücker an seinen Vater, der Vorbild, Freund und Berater gewesen sei. Einbesonderes Geschenk machte Sohn Michael im Namen der Familie der Stadt Löningen. Er überreichte dem Bürgermeister die Original-Urkunden der Minister-Ernennungen und Verabschiedungen. Sie seien hier gut aufgehoben, so der Sohn.


zum oberen Bild:
Ehrengäste auf dem Empfang zu Ehren Kurt Schmückers: Neben den vier Kindern begrüßte Bürgermeister Marcus Willen (rechts) besonders den Festredner der Veranstaltung, den vieljährigen Bonner Wegbegleiter Klaus Oertel (Vierter von rechts), seinen Nachfolger als MdB, Manfred Carstens, Landrat Johann Wimberg (von links) und den Landtagsabgeordneten Christoph Eilers. Foto: Willi Siemer.

zum zweiten Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 11.11.2019.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 11.11.2019.