Presseberichte

Gouverneur lobt duales Ausbildungssystem

US-Politik- und Wirtschaftsdelegation aus Nebraska unter Leitung von Pete Ricketts besichtigt Graepel AG

Graepel hat an seinem Standort in Nebraska mit der Ausbildung von zwei jungen Männern nach dem weltweit als deutsches Erfolgsmodell angesehenen dualen System begonnen.

von Willi Siemer


Über hohen Besuch freuten sich gestern die Verantwortlichen der Löninger Graepel AG: Eine 25-köpfige Regierungs- und Landwirtschaftsdelegation des US-Bundesstaates Nebraska unter der Führung von Gouverneur Peter Ricketts besichtigte das Unternehmen und führte Gespräche mit den Verantwortlichen. Die Gruppe mit Repräsentanten des Staates und der Wirtschaft hatte zuvor unter anderem die Messe „Agritechnica“ in Hannover besichtigt

Die „Graepel North America Group“ und der seit 2009 aufgebaute Produktionsstandort der Löninger Blech-Verformungsspezialisten haben ihren Sitz in der größten Stadt des landwirtschaftlich geprägten Staates in Omaha.

Von hier aus liefert das Unternehmen unter anderem Lüftungsgitter-Baugruppen an die in der Nähe produzierenden Firmen John Deere und Caterpillar. Jüngster Erfolg ist die Lieferung von Lüftungs-Baugruppen für den neuen amerikanischen Sportwagen „Corvette“ von Chevrolet, nachdem bereits vor Jahren der Einstieg als Zulieferer der Autoindustrie auch für den neuen Sportwagen des Herstellers Honda in den USA gelungen war.

Unter der Leitung von Mark Zumdohme erwirtschaften die rund 30 Mitarbeiter inzwischen einen Umsatz von mehr als zwölf Millionen Dollar.

Ricketts dankte Carlo und Felix Graepel für ihr Engagement in seinem Bundesstaat und dankte insbesondere Mark Zumdohme als Geschäftseührer für seine erfolgreiche Arbeit. Die Regierung sei sehr gerne bereit, dem Unternehmen beim weiteren Wachstum zu helfen. Felix und Carlo Graepel dankten ihrerseits für dieses Angebot und betonten, dass dies keine Höflichkeitsfloskeln seien.

Beim Aufbau des Produktionsstandortes in Omaha hätten die notwendigen Genehmigungen innerhalb von wenigen Wochen vorgelegen. Das sei auf den drei Kontinenten, auf denen Graepel inzwischen mit Produktionsstandorten vertreten sei, Rekord, so Felix Graepel.

Löningens Bürgermeister Marcus Willen stellte den amerikanischen Gästen Löningen und die Region Oldenburger Münsterland vor und verwies auf ähnliche Strukturen mit der Landwirtschaft und seinen vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen wie im amerikanischen Nebraska.

Es gebe in der Region keine Arbeitslosen. Das größte Problem sei inzwischen der Fachkräftemangel. Großes Interesse zeigte Ricketts, dessen Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung den Besuch vorbereitet hatte, am dualen deutschen Ausbildungssystem. Er lobte ausdrücklich die Initiative des deutschen Unternehmens in Nebraska, eine derartige Initiative zu starten.

Um weiteren sehr gut qualifizierten Nachwuchs für den wachsenden Standort zu gewinnen, hat Graepel im vergangenen Jahr diese Art der Ausbildung auch an seinem amerikanischen Standort begonnen. Zunächst zwei Auszubildende besuchen ein College und arbeiten an mehreren Tagen in der Woche gleichzeitig im Werk und erhalten dort ihre praktische Ausbildung. Diese Art der Qualifikation gibt es in den USA nicht.

Fakten
* Nebraska: Der US-amerikanische Bundesstaat liegt im Norden der USA im Mittleren Westen und gehört zum Bereich der „great plains“ der weiten Prärieebenen. Die rund 1,8 Millionen Einwohner leben überwiegend von der Landwirtschaft, der Beiname ist „Cornhusker State“ (Maisschäler-Staat).

* Der überwiegend ländliche Teil des Staates ist zutiefst republikanisch-konservativ geprägt.

* Gouverneur John-Peter Ricketts ist Republikaner und seit 2015 im Amt. Die Gouverneure sind Staats - und Regierungschefs und werden direkt vom Volk in der Regel für vier Jahre gewählt.

* Omaha: 2006 wird die Tochtergesellschaft Graepel North America gegründet. In einem eigenen Werk in der Stadt mit fast 450000 Einwohnern produzieren die Löninger Blechspezialisten seit 2009 vor allem Lüftungsgitter-Baugruppen für die in der Region angesiedelten Land- und Baumaschinenhersteller.


zum oberen Bild:
Betriebsbesichtigung in vier Gruppen: Carlo (Fünfter von rechts) und Felix Graepel (Zweiter von links) führten Gouverneur Pete Ricketts, seine Frau Susan und weitere Mitglieder der Delegation sowie Bürgermeister Marcus Willen (links) durch die Produktion. Besondere Beachtung fand dabei die neue 2,5 Millionen Euro teure Servo-Presse, die mit 800 Tonnen Druck voll automatisch arbeitet. Foto: Willi Siemer.

zum zweiten Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 14.11.2019.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 14.11.2019