Presseberichte

Großer Erfolg für die hiesige Milchwirtschaft: Milchlandpreis-Wettbewerb 2019

Bronzene Olga geht an die Betriebsgemeinschaft der Familie Schulte in Löningen


Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften: Niedersächsische Milchwirtschaft zeichnet die zehn besten der 9.200 Milcherzeuger mit dem „Milchlandpreis“ aus – Staatssekretär Rainer Beckedorf übergibt Auszeichnung - Goldene Olga und Silberne Olga gehen in den Heidekreis und Kreis Nienburg


Die Milchwirtschaft in der Region hat einen besonderen Grund zum Feiern: Anna (25) und Andy (27) sowie Hildegard (57) und Dieter (64) Schulte haben es mit ihrer Betriebsgemeinschaft gemeinsam geschafft. Sie konnten sich im landesweiten Milchlandpreiswettbewerb den dritten Platz und damit die „Bronzene Olga 2019“ sichern. Sie gehören damit zu den „Besten Milcherzeugern Niedersachsens 2019“.

Für diesen Erfolg bekamen sie im „Alten Kurhaus“ in Bad Zwischenahn von Staatssekretär Rainer Beckedorf eine bronzene Kuh-Statue sowie ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro überreicht.

Familie Schulte bewirtschaftet in Löningen einen insgesamt 105 Hektar großen Betrieb. Auf dem Hof werden 120 Milchkühe und 100 weibliche Nachzuchttiere gehalten. Die Herde erbringt eine weit überdurchschnittliche Milchleistung von rund 12.000 Kilogramm pro Kuh und Jahr bei einem Fettgehalt von 3,80 Prozent und einem Eiweißgehalt von 3,40 Prozent. Die Milch wird an die Paul Mertens Molkerei GmbH & Co. KG geliefert.

Goldene Olga geht in den Heidekreis – Silber in den Kreis Nienburg

Für den ersten Platz überreichte Staatssekretär Rainer Beckedorf die „Goldene Olga 2019“ und 3.500 Euro an die Betriebsgemeinschaft Milchhof Fulde GbR von Elke (61), Werner (69) und Ingo (34) Bergmann sowie Ingrid (54), Henning (54) und Jannika Harms (28) aus Walsrode-Fulde im Heidekreis.

Mit der „Silbernen Olga 2019“ und 2.000 Euro ehrte der Staatssekretär Annette (58) und Conny (63) Derboven und ihre Töchter Anna-Lena Schierenbeck (37), Cathrin Derboven (34) und Dorothee Derboven (30) mit ihrem Mann Sönke Derboven vom Hof Bünkemühle Familie Derboven aus Warpe-Helzendorf im Kreis Nienburg.

Plätze vier und fünf für Betriebe aus den Landkreisen Gifhorn und Leer

Der vierte Platz ging an Kathrin (35) und Dirk (40) Rehbock aus Wittingen-Erpensen im Landkreis Gifhorn. Sie erhielten ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Den fünften Platz und damit verbunden ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro sicherten sich Anne (39) und Ralf (45) Collmann aus Filsum im Landkreis Leer.

Der Milchlandpreis – ein Unternehmerpreis für Nachhaltigkeit

Im Rahmen der Festveranstaltung mit rund 160 geladenen Gästen hat die niedersächsische Milchwirtschaft im „Alten Kurhaus“ in Bad Zwischenahn heute die besten zehn ihrer insgesamt rund 9.200 Milchviehhalter mit dem „Milchlandpreis 2019“ geehrt. Die Auszeichnung ist nach Angaben der Landesvereinigung als „Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften“ konzipiert.

Zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Wirtschaftsweise der einzelnen Betriebe prüft ein jeweils aus zwei Fachleuten bestehendes Gutachterteam nicht nur die Höfe sehr intensiv, sondern insbesondere auch deren Aktivitäten in den Bereichen Ökologie, Tierwohl, Soziales und Ökonomie. „Ziel ist es, jedes Jahr einen Milcherzeugerbetrieb als Preisträger der „Goldenen Olga“ zu ermitteln und auszuzeichnen, der nicht nur eine optimale Rohmilch produziert, sondern der hervorragend wirtschaftet und sich durch einen besonders verantwortungsbewussten Umgang mit seinen Tieren, der Umwelt und den auf dem Hof arbeitenden Menschen hervorhebt“, so die Landesvereinigung in der Ausschreibung zum Wettbewerb.

Staatssekretär, Landvolk-Präsident und LVN-Vorsitzende stellen Nachhaltigkeitsgedanken heraus

Im Mittelpunkt der Festansprachen des Staatssekretärs Rainer Beckedorf, des Landvolkpräsidenten Albert Schulte to Brinke sowie der Vorsitzenden der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen, Jan Heusmann und Herbert Heyen, stand die Anerkennung der familiären Team-Leistung der Preisträger und deren Bemühen um eine nachhaltige Erzeugung qualitativ hochwertiger Milch.

Staatssekretär Beckedorf lobt nachhaltige Erzeugung hochwertiger Milch auf den Höfen der Sieger

Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, verwies in seinem Grußwort auf die besonderen Leistungen der Siegerbetriebe im Bereich Nachhaltigkeit: „Die „Goldene Olga“ steht für die nachhaltige Milchwirtschaft in Niedersachsen wie keine andere Auszeichnung! Herzlichen Glückwunsch an die Preisträger 2019, die ihren Betrieb hervorragend führen und Milch bester Qualität erzeugen. So bringen sie das Milchland Niedersachsen voran!"

Landvolkpräsident Schulte to Brinke: „Die Betriebe präsentieren sich der Öffentlichkeit und treten als Botschafter für die ganze Branche auf.“

Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke lobte die Offenheit der Wettbewerbsteilnehmer bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit: „Der Milchlandpreis funktioniert genauso, wie es sich Landwirte wünschen: Mit Kooperation statt Verboten! Die Betriebsleiter melden sich freiwillig für den Wettbewerb an und machen ein Angebot. Sie zeigen, wie sie ihren Betrieb sowohl ökonomisch, ökologisch, tiergerecht wie auch sozial engagiert für die Zukunft rüsten. Und sie stellen sich freiwillig einer Begutachtung. Im Idealfall nutzen sie das Ergebnis der kritischen Außenbetrachtung durch die Gutachter für ihre eigene Weiterentwicklung. Und damit können wir neudeutsch von einer echten Win-win-Situation sprechen.“

LVN-Vorsitzender Heusmann: „Der Milchlandpreis schafft eine wichtige Brücke zu Menschen außerhalb der Landwirtschaft.“

Jan Heusmann, Vorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft (LVN), unterstrich den hohen Anspruch des Milchlandpreises an die Kandidaten, die eine fachliche Antwort auf die öffentliche Diskussion um die Milchviehhaltung sei: „Im öffentlichen Fokus steht die Kritik an vermeintlichen „Systemen“, wie man sie aus der Industrie kennt. Dabei wird mangelnde Veränderungsbereitschaft unterstellt. Mit dem Milchlandpreis und der dazugehörigen „Goldenen Olga“ haben wir in Niedersachsen als Antwort darauf bereits vor 19 Jahren einen „Award für Nachhaltiges Wirtschaften in der Milcherzeugung“ entwickelt, der die Betriebsleiter anspornt, sich den gesellschaftlichen Anforderungen nicht nur zu stellen, sondern diese in konkrete betriebliche Weiterentwicklungen umzusetzen“, so Heusmann. „Mit dem Milchlandpreis motivieren wir hierzu alljährlich Landwirte, als Vorreiter unter den Berufskollegen aktiv zu werden. Gleichzeitig erreichen wir, dass die Anstrengungen für nachhaltige Entwicklungen in der Milchwirtschaft mehr Beachtung in der Gesellschaft und Politik finden. Wir schaffen eine wichtige Brücke zu Menschen außerhalb der Landwirtschaft.“

LVN-Vorsitzender Heyen: „Die Sieger des Milchlandpreises sind deshalb so erfolgreich, weil die Arbeit auf ihrem Hof von einem Team getragen wird.“

In seinem Schlusswort hob Herbert Heyen als stellvertretender Vorsitzender der Landesvereinigung hervor, dass die Basis des Erfolges die gemeinschaftliche Familienleistung auf den Höfen sei: „Wir haben hier und heute erleben dürfen, dass die Milchviehbetriebe in Niedersachsen unabhängig von ihrer Größe vom Engagement der Menschen auf dem jeweiligen Betrieb geprägt werden. Sie alle haben ihr ganz individuelles Erfolgsrezept. Sie unterscheiden sich in der Größe, der Kuhzahl, dem Stallkonzept und in der Zahl der Mitarbeiter – sie haben jedoch eins gemeinsam: Sie sind deshalb erfolgreich, weil die Arbeit auf ihrem Hof von einem Team aus der Familie und immer häufiger auch von sehr engagierten Mitarbeitern getragen wird. Mit modernen Worten gesprochen: Diese Teams geben alles, damit es den Kühen gut geht, weil das die Voraussetzung für Tierwohl, höchste Milchqualität und am Ende ein gutes wirtschaftliches Ergebnis ist.“

Fachjury beurteilte die Kandidaten

Das Besondere am Milchlandpreis-Wettbewerb ist, dass sich die ausgezeichneten Milchviehhalter nach ihrer Bewerbung einem mehrstufigen Beurteilungsverfahren unterzogen haben. Die Beurteilung der Kandidaten durch eine Fachjury mit insgesamt 16 Fachleuten richtet sich dabei grundsätzlich nicht nur nach den erreichten Zielen, sondern auch nach der Systematik der Umsetzung von Maßnahmen und der Planung von zukünftigen Schritten.

Basis für die Beurteilung sind die vier Säulen der Nachhaltigkeit. Es geht zum Beispiel um den gesamten Bereich des Herdenmanagements mit Fütterung, Tierhaltung und Tiergesundheit. Ebenso wichtig sind beim Milchlandpreis auch die betriebswirtschaftliche Beurteilung des Hofes aufgrund der Betriebsergebnisse sowie die Bereitschaft der Betriebsleiter zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Damit wählt die LVN einen ganzheitlichen Ansatz in der Beurteilung, der bei der Vergabe derartiger Preise einzigartig ist. Prämiert wurden jetzt also die Top-Milcherzeuger Niedersachsens.

Sponsoren unterstützen den Wettbewerb

Verlässlich und aktiv zeigen sich in diesem Jahr erneut die langjährigen Sponsoren des Milchlandpreises: Die Maschinenfabrik Bernard Krone, das Landmaschinenhandelsunternehmen LVD Bernard Krone, die Firma GEA Farm Technologies GmbH, die Volksbanken und Raiffeisenbanken in WeserEms sowie die RWG Raiffeisen-Warengenossenschaft AmmerlandOstFriesland eG. Alle Sponsoren unterstützen den Milchlandpreiswettbewerb insbesondere auch deshalb, weil sie sich eng mit der Milchwirtschaft im norddeutschen Raum verbunden fühlen.

Weitere Informationen im Internet unter www.milchland.de/milchlandpreis2019.


zum oberen Bild:
Platz 3: Familie Schulte aus Löningen. Foto: Dittmer.

zum zweiten Bild:
Alle Sieger und Platzierten beim Milchlandpreis 2019. Foto: Dittmer.


Quelle:
Presseinfo Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e. V.