Presseberichte

„Investitionen auch Bekenntnis zum Standort“

13 Millionen für zwei Remmers-Projekte

Insgesamt 13 Millionen Euro investiert das Unternehmen in ein neues Kompetenzzentrum für Bauten- und Bodenschutz sowie umfassende Modernisierung der Produktion von Trockenstoffen.

Remmers investiert 7,5 Millionen Euro in neues Kompetenzzentrum.

von Willi Siemer


Die Löninger Firma Remmers hat die durch die Corona-Pandemie ausgelöste europaweite Wirtschaftskrise bisher vergleichsweise gut gemeistert. Unter der Voraussetzung, dass es in den kommenden Monaten keine zweite Welle geben werde, sei das Unternehmen verhalten optimistisch, erklärt Vorstandssprecher Dirk Sieverding im MT-Gespräch.

Wahrscheinlich werde der Umsatz in diesem Jahr nur leicht unter den ursprünglichen Plänen von 350 Millionen Euro liegen. Gerade die Hauptkunden des Herstellers von Holzfarben, Lacken sowie Bauten- und Bodenschutz und europäischen Marktführers in der Baudenkmalpflege seien die Handwerker. Dieser Wirtschaftsbereich sorge für Stabilität in der deutschen Wirtschaft, da in der Krise auf den Baustellen weitergearbeitet worden sei und auch die Auftragslage weiterhin als gut bezeichnet werden könne.

Das Handelsgeschäft habe sogar zugenommen, da viele Menschen in den coronabedingten Pausen der letzten Wochen und Monate Geld ins Eigenheim oder die Wohnung investiert und renoviert hätten. Einschläge habe es aber im Bereich der am Standort Hiddenhausen produzierten Industrielacke gegeben, da die Möbelindustrie dort deutlich unter der eingebrochenen Nachfrage gelitten habe.

Eine Rolle spiele auch, dass Remmers 60 Prozent seiner Umsätze in Deutschland erziele, die Absatzsituation im Markt Osteuropa noch beherrschbar und nur der italienische Markt stark betroffen sei von den Corona-Folgen.

Angesichts dieser Gesamtlage habe sich das Unternehmen entschlossen, zwei Projekte mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von 13 Millionen Euro wie geplant zu verwirklichen und nicht dem ersten Reflex zum Investitionstopp zu folgen.

Das Unternehmen mit seinen rund 1500 Mitarbeitern sei zum einen gut und solide aufgestellt. Vor allem aber seien alle überzeugt von der perspektivisch richtigen Entscheidung, mit dem Kompetenz-Zentrum Bauten- und Bodenschutz neue Kunden zu gewinnen und die Zusammenarbeit und Beratungsqualität weiter steigern zu können. An der Ecke Bernhard-Remmers Straße und Elberger Straße entsteht bis Ende 2021 für 7,5 Millionen Euro der neue Gebäudekomplex.

„Diese Investitionen sind auch ein Bekenntnis zum Standort und zum Firmensitz Löningen“, betonte Sieverding. Zudem werde das Unternehmen in Löningen aufgewertet und gewinne an Attraktivität für Kundenbesuche aus dem In- und Ausland mit einer Tagungs- und Präsentations-Infrastruktur, einem Technikum mit repräsentativem Charakter, mit flexiblen Schulungsräumen für bis zu 300 Besucher, Simultan-Übersetzungen und der räumlichen Trennung von anwendungstechnischen Versuchen und praktischen Vorführungen.

Wie viel zusätzliche Arbeitsplätze durch das neue Kompetenzzentrum mittelfristig entstehen, lasse sich derzeit noch nicht beziffern, betonte Sieverding. Positive Auswirkungen sieht der Vorstandssprecher für die Löninger Geschäftswelt und den Hotel-Bereich im Umfeld, denn die Zahl der Besucher und Übernachtungsgäste werde sich von derzeit fast 4000 pro Jahr perspektivisch verdoppeln.

Es werde nach den Corona-Folgen viel über die zunehmende Bedeutung von Video-Konferenzen geredet, das sei aber hier nicht das Ziel, betonte Sieverding.

„Wir wollen uns als leistungsfähiger und nahbarer Partner unserer derzeitigen und auch den Potenzial-Kunden in praktischen Vorführungen zeigen. Sowohl für unsere Kunden als auch für uns ist der persönliche Austausch wichtig“, betont Sieverding. Die Erfolge der Kompetenzzentren Holzoberfläche in Löningen und Lacke und Lackverarbeitung in Hiddenhausen belegten, wie gut dieses Konzept funktioniere, so Sieverding.

Gleichzeitig werde auch der in die Jahre gekommene Produktionsbereich Trockenstoffe für rund 5,4 Millionen Euro auf den neuesten technischen Stand gebracht und ausgebaut. Dieses Projekt einer neuen über der alten Halle, das den Produktionszweig an gleicher Stelle ersetzt, sei aufgrund des Bauens im Bestand nicht so einfach und bedeute einige Wochen Stillstand. Dennoch sei die Entscheidung wegen der Integration in die Abläufe gegen einen Neubau auf der grünen Wiese gefallen, so Sieverding. Das Unternehmen sehe im Trockenmörtel-Bereich einen „maßgeblichen Wachstumsmotor“.


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 08.07.2020.

zum zweiten Bild:
Das neue Kompetenzzentrum für Bauten- und Bodenschutz: Die Fassaden des 7,5 Millionen teuren Komplexes bestehen aus den Baustoffen, die von Produkten des Unternehmens geschützt werden: Sichtbeton, Putz, Ziegelmauerwerk und Holz. Foto: Geising + Böker GmbH.

zum dritten Bild:
Lageplan: Die Bernhard-Remmers-Straße verläuft links, die Elberger unten. Der zweistöckige Gebäudekomplex erhält in der Mitte ein Staffelgeschoss, in dem Büros untergebracht werden. Foto: Geising + Böker GmbH.

zum vierten Bild:
Bauarbeiten haben begonnen: 5,4 Millionen investiert das Löninger Unternehmen Remmers in eine hoch moderne und erweiterte Trockenstoffe-Produktion. Foto: Willi Siemer.


Quelle:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 08.07.2020.