Presseberichte

Junges Team meistert echten Kraftakt

Ferienbetreuung in Löningen angelaufen

Basteln und Backen müssen in diesem Jahr ausfallen

Das Infektionsrisiko soll so gering wie möglich gehalten werden. Zum Glück können die Organisatoren in diesem Jahr auf besonders viele Jugendleiter zurückgreifen.

von Georg Meyer


Der Aufwand ist immens. Und trotzdem bietet die Stadt Löningen auch im Corona-Sommer eine Ferienbetreuung an. Dabei kann sie sich auf einen ganzen Pool junger Aktiver verlassen. Die Einhaltung der Pandemieregeln steht jetzt an oberster Stelle.

Die erste Woche ist inzwischen geschafft. Für Mara Laumann und ihr Team war sie schön, aber auch anstrengend. Mindestens sechs Jugendleiter sind an jedem Vormittag im Einsatz. „Weniger dürfen es nicht sein, das haben wir von Anfang an so geplant“, berichtet die Lehramtsstudentin. So gibt es einen eigenen Coronabeauftragten, bei dem sich die Kinder melden müssen, wenn sie zum Beispiel auf die Toilette wollen. „Er achtet darauf, dass sie sich die Hände waschen“, erklärt die 24-Jährige. Sie stöberte schon vor Wochen ihr Telefonbuch durch und schrieb sämtliche Bekannte an, die im Besitz einer Jugendleiterkarte sind. Die Resonanz war riesig. „Ich bekam 17 Rückmeldungen“, freut sich Mara. Nun hat sie das Luxusproblem, alle Freiwilligen auch zum Zuge kommen zu lassen.

In den ersten beiden Wochen müssen zunächst „nur“ jeweils acht Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf in der Gelbrink-Schule betreut werden. Kommende Woche dann werden es schon 23 sein. „Das wird spannend“, sagt Leonard Käter. Der 19-Jährige hat an der Grundschule gerade seinen Bundesfreiwilligendienst abgeleistet. Zusammen mit Mara Laumann hat der angehende Erzieher die Ferienbetreuung vorbereitet. Beide absolvierten eine Hygieneschulung und sind nun die Einzigen, die Zutritt zur Schulküche haben. Nach dem Frühstück müssen sie die benutzten Tische und Stühle in der Schulmensa desinfizieren, das Geschirr waschen und alles für den nächsten Tag vorbereiten.

Auf den Gängen herrscht Mund-Nasen-Schutzpflicht. Die Kinder sind das Prozedere inzwischen aus ihrem Schulalltag gewohnt. Probleme gebe es deshalb nicht, bestätigt Leonard. Die Organisatoren versuchen aber, so viele Aktionen wie möglich nach draußen zu verlegen. Das Einhalten des Mindestabstands ist nicht immer einfach. Auf Kontaktspiele sowie das gemeinsame Basteln, Backen oder Kochen muss deshalb ganz verzichtet werden. Stattdessen unternahmen die Gruppen schon eine Stadtrallye durch Löningen, gingen ins Gelände und wollen bei gutem Wetter dem Freibad einen Besuch abstatten. Geplant ist auch ein Kinotag. Die Turnhalle darf ebenfalls genutzt werden. „Die Schule bietet zum Glück jede Menge Freiraum“, lobt Mara Laumann.

Mit im Boot ist auch die neue Jugendpflegerin Marika Schadwinkel. Dass die Ferienbetreuung in Löningen überhaupt zustande gekommen ist, findet die Mitarbeiterin des Leinerstifts super. In vielen Kommunen wurde sie wegen der schwierigen Ausgangslage ganz abgesagt.

Am 21. August endet das Angebot, das wochenweise, aber auch über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen werden kann. Zwar ist die Anmeldefrist abgelaufen. Einzelne Kinder könnten möglicherweise noch untergebracht werden, sagt Mara Laumann. Infos gibt Ulrich Keil im Löninger Rathaus.


zum oberen Bild:
Hygiene zuerst: Mara Laumann und Leonard Käter bedienen beim Frühstück mit Handschuhen und Mund-Nasen-Schutz. Foto: Laumann.

zum zweiten Bild:
Spaß im Freien: Wasserspiele gehören auch zum Programm. Foto: Laumann.

zum dritten Bild:
Einfallsreich: Langweilig wird der Tag am Gelbrink nicht. Foto: Laumann.

zum vierten Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 05.08.2020.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 05.08.2020.