Presseberichte

„Szenario B“ gilt an den Schulen ab Montag

Auch Kindertagesstätten und Krippen sind betroffen / Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling

Wegen der hohen Inzidenzzahl war das „Szenario B“ bereits seit Tagen Thema in der Bevölkerung. Nun setzt die Kreisbehörde den Unterricht in geteilten Gruppen um.

von Julius Höffmann


Schulen, Kindertagesstätten und Krippen im Landkreis Cloppenburg werden ab dem kommenden Montag in das so genannte „Szenario B“ wechseln. Das bestätigte am Donnerstag Kreispressesprecher Frank Beumker auf Anfrage. Die Konsequenz: Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge werden in geteilten Lerngruppen unterrichtet. Im Klartext: ein Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling. Die offizielle Allgemeinverfügung der Behörde werde rechtzeitig veröffentlicht.

Die hohe 7-Tages-Inzidenzzahl von aktuell 336,9 mit einer weiter steigenden Tendenz hat jetzt zu dieser Entscheidung geführt, die von vielen Bürgern bereits seit Tagen erwartet wurde. Die Kreisbehörde folgte bislang dem gewünschten Anspruch, den Regelunterricht so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Da jedoch am Dienstag bereits 16 verschiedene Schulen von Infektionen betroffen waren und sich das Infektionsgeschehen an Schulen und Kindertagesstätten erneut weiter fortgesetzt hat, soll es nun das „Szenario B“ geben.

An den Schulen wird es Unterricht im Wechselmodell, also in geteilten Lerngruppen, geben. Die Beschulung von Klassengruppen erfolgt mal in der Schule und dann wieder zu Hause. Wie der Landkreis in einer Pressemitteilung weiter mitteilt, werden durch das Szenario B auch die Schülerbusverkehre entzerrt. Die Behörde weist darauf hin, dass auch die 21 zusätzlichen Verstärkerbusse weiter eingesetzt werden.

In Kindertageseinrichtungen bedeutet Szenario B den eingeschränkten Betrieb. Es gilt das Prinzip der strengen Gruppentrennung. Offene Gruppenkonzepte sind untersagt. In Pflegeeinrichtungen ist ab Montag der Besuch durch eine Person pro Woche für die Dauer von 60 Minuten zulässig.

Grundsätzlich sieht die Landesverordnung den Wechsel in ein „Szenario B“ vor, wenn die 7-Tages-Inzidenzzahl höher als 100 liegt. Erforderlich ist darüber hinaus die fachliche Einschätzung des örtlichen Gesundheitsamtes, das eine Infektionsschutzmaßnahme für die Schulen anordnen muss. Das geschieht grundsätzlich dann, wenn eine Schulklasse, Jahrgang oder eine Kohorte betroffen ist.

„Bei uns waren es aber bislang immer nur Einzelfälle oder sehr geringe Zahlen“, erklärt Beumker. Darüber hinaus gelte die Maskenpflicht für Schüler(-innen), die einen früheren Wechsel zu den geteilten Lerngruppen nicht erforderlich machte.

Nach aktuell weiteren Fällen in den genannten Einrichtungen habe man nun jedoch die Entscheidung getroffen, das „Szenario B“ umzusetzen.

Unterdessen steigt die Gesamtzahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Landkreis Cloppenburg weiter an und liegt bei 2482 (Donnerstag, 13.30 Uhr). Es liegen 97 neue positive Testergebnisse aus zwölf Städten und Gemeinden vor (siehe Grafik auf dieser Seite).

Da zeitgleich 96 Personen genesen sind, zählt der Landkreis derzeit 980 aktuelle Coronafälle. Es ist erneut der bislang höchste Wert seit Beginn der Pandemie im Landkreis Cloppenburg.


zum Bild:
Alle Zahlen auf einem Blick: Die Grafik zeigt die Veränderungen in den einzelnen Kommunen des Landkreises Cloppenburg.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 06.11.2020.