Presseberichte

Rat bringt Richtlinie und Krippe auf den Weg

UfL-Fraktion uneins über Krippe: Nur Sprecher Bremersmann lehnt Standort ab / Alle anderen unterstützen Projekt

Die zwölfte und 13. Krippengruppe sollen so schnell wie möglich in einem neuen Gebäude an der Mühlenstraße geschaffen werden.

Von Willi Siemer 

Löningen.Nach einer sachlich geführten Debatte, in der einzelne Punkte und der Weg durch die Ratsgremien von der UfL kritisiert wurden, hat der Rat grünes Licht für den Bau einer zweigruppigen Kinderkrippe an der Ecke Mühlenstraße / Im Winkel gegeben. Es soll so schnell wie möglich mit dem Bau begonnen werden. 

In der Abstimmung sprachen sich fast alle Ratsmitglieder für das Projekt und damit den Standortaus. In dieser Frage war die UfL uneins, nur ihr Sprecher Jörg Bremersmann stimmte dagegen, alle anderen Mitglieder der Fraktion votierten mit Ja. Er wiederholte seine Aussage aus der Ausschuss-Sitzung: „Wir sehen den Standort kritisch.“ 

Franz-Josef Kühne (UfL) begrüßte das Projekt nachdrücklich. Er sei persönlich sehr froh, dass weitere 30 Krippenplätze geschaffen werden. Wie seine Fraktionskollegin Elisabeth Kordes sprach er sich dafür aus, die Einrichtung an der Mühlenstraße so zu bauen, dass mittelfristig ein Ganztagesbetrieb hier möglich sei. Als schwierig sah Kühne die Verkehrssituation in der Straße an, die morgens und mittags schon jetzt ein mittelschweres Verkehrschaos zur Folge habe.

Die öffentliche Diskussion im dafür zuständigen Ausschuss sei erst am Ende des Verfahrens erfolgt, kritisierte Dr. Sebastian Rode (UfL).Die öffentliche Ausschuss-Sitzung zum Thema hätte an den Beginn der Beratungen gehört. Dass das Gebäude nicht zukunftssicher geplant werde, ärgere sie, so Kordes. 

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Hedwig Knabke kritisierte die ihrer Meinung nach unklaren Positionen der UfL. Bis zur Ausschuss-Sitzung seien alle von einer großen Mehrheit für das Projekt ausgegangen und dass die UfL wie auch die Abstimmungen über den Erbbaurechtsvertrag und die Architektenvergabe zeigten, keine grundlegenden Einwände habe. In der Ausschuss-Sitzung habe dann ihr Sprecher Jörg Bremersmann plötzlich erklärt, die UfL stehe dem Standort kritisch gegenüber. Der Standort sei auch unter verkehrstechnischen Gesichtspunkten unbedenklich, betonte Bürgermeister Marcus Willen. In der Nähe seien ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden. In Gesprächen mit mehreren Eigentümern im Umkreis des Vitus-Kindergartens seien alle denkbaren Möglichkeiten ausgelotet worden. Die Bedarfe gebe es im Ort und nur bei der Betreuung der Ein- bis Dreijährigen, hier müsse die dringende Nachfrage der Eltern mit der zwölften und 13. Krippengruppe jetzt befriedigt werden. Mögliche Ganztagesbetreuungs-Bedarfe würden an anderen Standorten erfüllt. „Wir reden hier von ein- bis dreijährigen Kindern“: Er sehe keine generelle Tendenz in diese Richtung, sondern nur Einzelfälle. 

Die Verkehrslage sei nicht perfekt, betonte der stellvertretende CDU-Sprecher Björn Brak, aber wo habe es im Ort eine Alternative gegeben? 

In der Hoffnung, sie überhaupt nicht oder nur sehr selten anwenden zu müssen, so der Bürgermeister, billigte der Rat mit großer Mehrheit bei sieben Enthaltungen der UfL und einer Gegenstimme die Richtlinie zur Vergabe von Kindertagesstättenplätzen, die zukünftig zentral für die Stadtgemeinde im Rathaus vergeben werden. Die Vorgaben seien in eingehenden Beratungen mit den Leiterinnen und den beiden Trägern der Kinderbetreuung in Löningen erarbeitet worden, erläuterte Fachbereichsleiter Ulrich Keil. Grundsätzlich habe jedes Kindergartenkind einen Anspruch auf einen Platz, Ziel sei auch der Besuch der Wunscheinrichtung. 

Die Richtlinien sind sinnvoll und wir gebrauchen sie auch“, erklärte Elisabeth Kordes (UfL). Keinen Erfolg hatte sie aber mit zehn Ja-Stimmen mit ihrem Vorstoß, die Punkte für Geschwisterkinder zum gemeinsamen Besuch von zwei auf vier zu verdoppeln. Mehr Punkte als der gewählte „niedrigschwellige Wert“ seien nach Aussage des Kreises als Aufsichtsbehörde nicht möglich, da eine Bepunktung von Geschwistern rechtlich nicht vorgesehen sei, so Keil.

Zeichnung: Soll so schnell wie möglich gebaut werden. Die Ansicht der neuen, von der Vitus-Gemeinde als Träger betreuten zweigruppigen Krippe von der Mühlenstraße aus. Das Gebäude wird eingeschossig, erhält ein Pultdach und eine Klinkerfassade aus roten Ziegeln. (c) db-bau

Quelle: Münsterländische Tageszeitung v. 05.12.2020