Presseberichte

„Diese große Krise werden wir meistern“

Verantwortliche sehen Bläser- und Streicherklassenmodell des Copernicus-Gymnasiums auf solidem Fundament

Auf bessere Zeiten und das Ende des Übungsverbots hoffen die Verantwortlichen des Gymnasiums für das landesweit größte Musikklassenmodell.

von Willi Siemer


Dieses eine Jahr wird uns weit zurückwerfen, aber wir alle sind davon überzeugt, dass wir die Krise meistern werden, in die uns die massiven Einschränkungen der Corona-Pandemie geführt hat“: Torsten Ellmann, Musiklehrer und stellvertretender Schulleiter des Copernicus-Gymnasiums, und Fachgruppenleiter Philipp Hemmen sehen die Probleme auch in der Motivation hunderter Schüler, die seit Monaten keinen „normalen“ Instrumenten-Unterricht hatten. Zudem sei die Fitness der Finger- und Mundmuskeln abhanden gekommen, bedauert Hemmen.

Das zentrale Ziel sei, das Erfolgsmodell mit regelmäßig bis zu 80 Prozent der Schüler, die sich ab der fünften Klasse entschließen, im landesweit größten Bläser- und Streicherklassenmodell ein Instrument zu erlernen, am Laufen zu halten und fortzusetzen, so Ellmann. Alle wollten so schnell wie möglich nach dem Ende des seit März fast durchgehenden Übungsverbots wieder durchstarten.

Es werde aber sicher ein bis zwei Jahre dauern, bis das bisherige Leistungsniveau wieder erreicht werde, fürchtet Philipp Hemmen. Daher gebe es bereits Überlegungen, das Musikklassenmodell um ein Jahr zu verlängern. Das müsse aber noch mit allen Beteiligten beraten werden, betonen beide.

Als frustrierend über die eigentlichen Einschränkungen hinaus empfindet Hemmen den ständigen Wechsel seit März. Allein in den letzten drei Monaten habe es fünf verschiedene Vorschriften gegeben, was stets einen erheblichen organisatorisch-technischen Wechsel nach sich ziehe. So gebe es das Szenario A mit Stufe 1, 2, 3 und Stufe vier im Szenario B.

Festzustellen sei, dass beim Wechsel vom sechsten ins siebte Schuljahr deutlich mehr Schüler aus dem Musikklassenmodell ausgeschieden seien als sonst, weil durch den seit Monaten fehlenden Unterricht und die Vorschrift, kein Blasinstrument in geschlossenen Räumen zu spielen, die Motivation offensichtlich schwinde. Positiv hingegen sei das große Interesse im aktuellen fünften Jahrgang, ein Instrument mit zusätzlichem AG-Unterricht zu erlernen, so Ellmann.

Beide betonen, dass alle möglichen Ermäßigungen durch den nicht erteilten Unterricht der Kreismusikschule und bei den Leihgebühren an die Eltern weitergegeben würden. Ohnehin werde nicht der volle Beitrag erhoben, wenn die Leistungen nicht dieselben seien. Dies sei aber durchaus kompliziert, da drei Parteien beteiligt seien und es auch um das Einkommen der Lehrer der Kreismusikschule gehe, so Ellmann. Die Zuversicht, dass es nach Corona gelinge, wieder durchzustarten, schöpfen beide vor allem aus der Tatsache, dass die Musik am Copernicus-Gymnasium sich über viele Jahre zu einem der Leuchttürme entwickelt habe, der auf einem soliden Fundament stehe.

Vor allem aber habe sich, so glauben die beiden fest, die Bereicherung und die Freude, ein Instrument zu erlernen und in Gemeinschaft zu spielen, ins Bewusstsein der Eltern und Kinder eingepflanzt. Hoffnungsvoll stimme die Beteiligten auch die vorgesehenen räumlichen Voraussetzungen durch die Sanierung und den Umbau des Musiktraktes mit vielen kleinen Übungsräumen.


zum Bild:
Hoffen auf bessere Zeiten: Vor einem Jahr hatte das einhundertköpfige Blasorchester und amtierender Landesmeister bei den Jugendblasorchestern auf dem Weihnachtskonzert in der Vitus-Kirche seinen letzten öffentlichen Auftritt unter der Leitung von Philipp Hemmen. Alle Beteiligten hoffen auf bessere Zeiten, damit wieder durchgestartet werden kann. Foto: Willi Siemer.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 15.12.2020.