Presseberichte

Rathausdach wird saniert

Neues gemeinsames Gebäude für Stadt und Polizei wird beraten 

Über „sehr gute Gespräche“ über ein gemeinsames neues Gebäude für Verwaltung und Polizei informierte Bürgermeister Willen den Stadtrat

Von Willi Siemer

Löningen. Die einstimmig beschlossene grundlegende Sanierung des völlig maroden Flachdachs des Löninger Rathauses in der Stadtratssitzung am Mittwoch und das Bereitstellen der dafür notwendigen Mittel war Anlass für eingehende Erläuterungen der Vorstellungen der Stadtverwaltung durch Bürgermeister Marcus Willen fürÜberlegungen zu einem Rathaus-Neubau anstelle des Feuerwehrhauses. 

Fachbereichsleiter Andreas Brundiers hatte zum Auftakt mit Fotos die dringende Notwendigkeit einer grundlegenden Sanierung erläutert, die wegen der völlig maroden Holzunterkonstruktion sich nicht nur auf neue Dachpappe beschränken könne. 

Notwendig sei mit entsprechenden Kosten ein Rückbau des gesamten Dachaufbaus bis auf die Stahlbetondecke, das Aufbringen einer Dampfsperre, die Dämmung mit Gefälle und eine zweilagige Abdichtung in ähnlicher Form, wie das bereits erfolgreich beim Flachdach der Hauptschule geschah, erläuterte Brundiers. Das inzwischen weiter fortgeschrittene Verrotten der hölzernen Unterkonstruktion durch eindringendes Wasser sei inzwischen weitaus stärker als 2012. Vor acht Jahren sei der Untergrund durch Öffnen an zwei Stellen untersucht worden und bereits damals eine jederzeit mögliche Ausfallwahrscheinlichkeit festgestellt worden. Die stehe kurz bevor, so Brundiers mit Hinweis auf eine große, zehn Zentimeter tiefe Pfütze über dem Ratssaal als ein Beleg für das Nachgeben der Unterkonstruktion. 

An dem 1966 erbauten Gebäude seien bisher wenige Unterhaltungsarbeiten vorgenommen worden. Die Dachsanierung sei vor acht Jahren wohl zugunsten anderer Projekte verschoben worden, so Willen. 

Die Kosten bezifferte Brundiers auf bis zu 250000 Euro: 160000 Euro fürs neue Dach und 40 000 Euro für die neue Entwässerung. 50000 Euro müssten „als Sicherheitszuschlag für Unvorhergesehenes“ einkalkuliert werden. 

Hier gebe es nur ein geringes Einsparpotenzial, betonte der Bürgermeister. Er gehe aber auf Grund des Energieeinsparpotentials von nicht unerheblichen Fördergeldern aus. Als „absolut notwendig“ bezeichnete UFL-Sprecher Jörg Bremersmann die Sanierung, die Kostenhöhe habe ihn aber erschreckt. 

Es handele sich um eine Fläche von 400 Quadratmetern, die Preise seien in den letzten Jahren extrem gestiegen. Hinzu kämen die noch stärker hoch gegangenen Entsorgungskosten, reagierte Andreas Brundiers. 

Rat und Verwaltung müssten sich in absehbarer Zeit mit dem Thema „neues Rathaus“ befassen. Doch es sei realistisch, dass das bisherige Gebäude noch einige Jahre genutzt werden müsse, reagierte Willen auf die Frage von Ratsmitglied Reinhold Krull. Unabhängig vom Neubau sei es auch mit Blick auf eine Folgenutzung des Gebäudes sinnvoll, das Dach zu sanieren. Es gebe zwei Varianten für die Zukunft, so der Bürgermeister: Abriss und Neubau an gleicher Stelle oder Neubau an anderer Stelle, zum Beispiel am Standort der Feuerwehr nach deren Umzug in den Neubau.

Statt viel Geld für Container beim Bau an gleicher Stelle zu stecken, schlage er eine gemeinsame Lösung von Verwaltung und Polizeistation in einem neuen Gebäude am Feuerwehrstandort vor. In dieser Frage befinde sich die Verwaltung in „sehr guten Gesprächen“ mit den Verantwortlichen.Das bringe viele Synergien in der Raumnutzung und Mieteinnahmen zurMitfinanzierung.

Erstes Foto: Folge der maroden Holz-Unterkonstruktion: Bis zu zehn Zentimeter tief, verbunden mit dem entsprechenden Gewicht, ist inzwischen eine große Wasserpfütze auf dem Rathausdach, die nur noch durch die Klebebahnen sellbst gehalten wird. Der Rat hat eine grundlegende Sanierung beschlossen.

Zweites und drittes Foto: Schädigungsgrad: Die Aufnahme aus jüngster Zeit zeigt, wie sehr die vorhandene Dachhaut auf dem Rathaus verwittert und damit nicht mehr in der Lage ist, das Regenwasser zu halten. Fotos: Stadt

Blick in den Abgrund: Bereits 2012 war die tragende Holzkonstruktion marode.

Quelle: Münsterländische Tageszeitung v. 19.12.2020