Presseberichte

Impfungen werden weiter koordiniert

Unter anderem werden Bewohner und Mitarbeiter heute im St.-Elisabeth-Stift Lastrup und St.-Elisabeth-Haus in Friesoythe geimpft. Die Bereitschaft im Kreis ist unterschiedlich.

Kreis Cloppenburg. Die ersten Impfungen im Landkreis Cloppenburg wurden im St.-Leo-Stift Essen vorgenommen. Dass sein Haus so früh an die Reihe kam, führt Einrichtungsleiter Franz-Josef Ferneding auf zwei Faktoren zurück: „Wir sind eher klein und aktuell coronafrei.“ 

Fast alle Bewohner – oder im Fall einer Demenzerkrankung deren Angehörige – hatten in die Impfung eingewilligt. Auch die meisten Mitarbeiter machten mit. „Viele standen schon ganz früh vor der Tür“, berichtet Ferneding. Wer bereits eine Infektion durchgemacht hatte, erhielt aber keine Injektion. 

Der Geschäftsführer zeigte sich gestern erleichtert. Die Impfungen würden einen großen Druck von Bewohnern und Pflegekräften nehmen, sagt er. „Sie sind unsere einzige Chance, die Pandemie in absehbarer Zeit zurückzudrängen.“ Kleinere Abstimmungsprobleme entschuldigte er gern. „Immerhin waren wir die Ersten.“ Leichte Kritik übte Ferneding dagegen am hohen Verwaltungsaufwand. „Aber wir sind ja in Deutschland. Da muss das wohl so sein.“

Beim St.-Pius-Stift in Cloppenburg lagen bis gestern noch keine Impftermine vor. „Wir sind aktuell aufgefordert, dem Impfzentrum die entsprechenden Namenslisten aus unseren Einrichtungen zukommen zulassen“, erklärt StiftungsvorstandMatthias Hermeling. Sobald diese vorliegen, sollen weitere Terminabsprachen erfolgen. „Wir sind auf jeden Fall vorbereitet und freuen uns auf die Impfung.“ 

Die Impfbereitschaft der Bewohnerschaft liege bei 92 Prozent und innerhalb der Mitarbeiterschaft bei 52 Prozent. Zu der Einrichtung gehören Stammhaus, Servicehaus, Phase F Cloppenburg, Phase F Emstek, St. Franziskus Molbergen und die Caritas-Sozialstation. 

Zum jetzigen Zeitpunkt sehe er noch keine Auswirkungen oder Veränderungen für die Besucherregeln. „In unseren Einrichtungen liegen aktuell keine Infektionsgeschehen vor, somit sind Besuche möglich“, sagt der Stiftungsvorstand. Weiter erfolge vor den Besuchen eine Antigen-Schnelltestung. 

In der Facheinrichtung für Intensivpflege (FIP) in Barßel wurden am Sonntag zunächst 60 Bewohner durch Arzt Christoph Paschen aus Cappeln sowie durch geschulte Mitarbeiter geimpft. Alles sei bisher gut verlaufen, derzeit zeigen die Bewohner auf die Impfung keine negative Reaktion. Am Montag wurde die Impfung fortgesetzt, außerdem wurden Mitarbeiter und Pflegekräfte, die dazu bereit waren, durch Dr. Matthias Wenck geimpft.

Gestern meldete sich zudem das St.-Elisabeth-Stift Lastrup bei Facebook zu Wort, demnach beginnen die Corona-Schutzimpfungen dort ab heute. „Auch wenn sich die Bewohner aus dem Psychiatrischen Pflegeheim aufgrund der noch offenen PCR-Testungen vom Sonntag noch ein wenig gedulden müssen, beginnen wir mit den Bewohnern aus dem Altenpflegeheim und den Mitarbeitern“. Die Verantwortlichen hoffen, dass sie mit der zweiten Impfung in 21 Tagen langsam Schritt für Schritt zu mehr Normalität zurückkehren können. 

Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen des St.-Elisabeth-Hauses in Friesoythe werden heute geimpft. Laut Einrichtungsleiterin Petra Ubbens haben sich 53 der gut 60 Bewohner für eine Impfung gemeldet. „Wir haben Zeitkorridore für jeden Wohnbereich eingerichtet und arbeiten das nach und nach ab“, erläutert Ubbens. Das Impfteam wird dabei von Pflegekräften begleitet. Ubbens selbst lässt sich auch impfen. „Selbstverständlich“ betont sie.„Wir müssen ja schauen, dass langsam mal wieder einnormales Leben einkehrt.“ 

Im Emsteker Seniorenzentrum sind am ersten Tag der Woche 68 Bewohner geimpft worden. „Alle haben die Spritze gut vertragen“, sagt Pflegedienstleiterin Daniela Koopmann. Damit liegt die Impfbereitschaft in dieser Gruppe bei rund 90 Prozent. 31 Mitarbeiter haben ebenfalls eine Dosis verabreicht bekommen. 28weitere Kollegen kommen Dienstag an die Reihe. Unter der Belegschaft liegt die Quote damit bei circa 65 Prozent.

Auch nach Angaben der Kreisverwaltung sind die ersten Impfungen gut und schneller als erwartet verlaufen. „Dem Landkreis sind keine Nebenwirkungen bekannt geworden“, erklärte Sprecher Frank Beumker auf Nachfrage. Nach Auskunft des Landes erhält Niedersachsen bis Ende des Jahres weitere 110000 Impfdosen, im neuen Jahr dann 70000 pro Woche. Nach Verbrauch des ersten Impfstoffes soll dem Landkreis weiterer angeliefert werden. Details liegen aber noch nicht vor. 

„Die Herausforderung bei der Impfung ist, dass nach Anbruch und Auftauen eines Behälters mit 1000 Impfdosen innerhalb von zehn Tagen alles aufgebraucht werden muss. 21 Tage später muss es eine weitere Impfung geben, damit der Schutz vor dem Krankheitserreger aufgebaut wird“, sagt Beumker. Daher sei eine exakte Koordination des Einsatzes der Impfteams erforderlich.

Foto: Impfungen sind gestartet: Die Kühlbox mit dem Impfstoff nimmt Geschäftsführer Volker Bley (links) von Arzt Christoph Paschen in der Barßeler Einrichtung entgegen. Foto: M. Passmann

Quelle: Münsterländische Tageszeitung v. 29.12.2020