Presseberichte

Löninger Hallenbad: Sanierung auch auf Dauer nicht notwendig

Löninger Hallenbad technisch auf neuem Stand und mit der besten Energiebilanz aller städtischen Gebäude

Bürgermeister Willen hält eine Hallenbad-Sanierungsdebatte für überflüssig, weil das Bad technisch auf neuem Stand ist und rechtssicher betrieben werden kann.

Von Willi Siemer 

Löningen. Keine Notwendigkeit, weder mittelfristig und auch wohl nicht auf Dauer, ernsthaft über eine umfassende Sanierung des Löninger Hallenbades zu beraten, sehen Bürgermeister Marcus Willen und Bäderbetriebsleiter Ludger Mathlage.

In einem MT-Gespräch erläuterten sie ausführlich den technischen Stand und die Gründe, die sie zu diesem Urteil geführt haben. Entstanden war die Diskussion, weil die Stadt vor einigen Jahren ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte, das die Kosten für eine umfassende Sanierung und Erneuerung auf sechsMillionen Euro beziffert hatte und auch, weil es die Chance auf eine hohe Förderung fürderartigeProjekte durch den Bund gibt.

Ein erheblicher Teil der Sanierungskosten in dem Gutachten sei auf die nach den heutigen Brandschutz-Vorschriften notwendige scharfe auch unterirdische Abgrenzung zwischen den ineinander übergehenden Bereichen des Hallenbades und des Forums Hasetal zurückzuführen, erläutert Willen. Das Bad wurde Mitte der Achtziger nach den damals geltenden Vorschriften gebaut.

Da sich das Bad in den wichtigsten Betriebsbereichen auf dem neuesten technischen Stand befinde und rechtssicher auch auf Dauer betrieben werden könne, sehe die Verwaltung keinen Grund für Sanierungsdebatten. Zum Zustandsbild gehöre aber auch, dass Platz im Bereich der Mitarbeiter-Sozialräume fehle und es Probleme bei der Barrierefreiheit gebe. Wenn die Fläche vergrößert werde, dann gehe das natürlich schnell ins Geld, so Willen.

Auf ein deutliches Nein von Willen stößt dabei auch die rund eine Million Euro, die im Gutachten allein für Sanierung und Ausbau der Sauna eingeplant ist. Das sei Luxus, den sich die Stadt auch nach den Erfahrungen in anderen Städten weder leisten könne noch wolle und auch als öffentliche Subvention für die Nutzer nicht dürfe. Generell sei ein Sprung zum Freizeitbad aufgrund der Bau- und auch der sprunghaft steigenden Unterhaltskosten illusorisch.

Auch wenn es viel Geld aus dem Fördertopf gäbe, für deren Vergabe es gerechter wäre, es zu verlosen, müsste die Stadt selbst viel Geld aufwenden. „Es gibt aber nun einmal eine Reihe wichtigerer Projekte wie Feuerwehr, Kita-Ausbau und Rathaus als unser Hallenbad, das sich auch dank des über Jahrzehnte großen Engagements der Mitarbeiter und stetiger Investitionen in einem auch optisch noch guten Zustand befindet“, so Willen. Das Hallenbad habe zwei Funktionen: für den Schulsport und als kommunales Bad: „Es erfüllt beide Zwecke sehr gut“

Eine solche Einrichtung könne zwar nicht kostendeckend betrieben werden, aber mit jährlichen Aufwendungen zwischen 180 - und 200000 Euro bei „sozialen Eintrittspreisen“ von drei Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder bewege es sich auch im Vergleich an der unteren Grenze. Die jüngsten Untersuchungen hätten sogar ergeben, dass es im BereichWärme, Strom undWasser die beste Energiebilanz aller städtischen Gebäude habe.

Allein seit 2012, erläutert Mathlage, seien 200000 Euro in einem Dutzend kleinerer und größerer Erneuerungen unter anderem in neue Schaltschränke, in Wassermesstechnik, die Chlorregelanlage, die Hubbodensteuerung, neue Duscharmaturen, einen neuen Sprungturm sowie die Sanierung des Umkleidebereichs geflossen.

Großes Foto: Auch mittelfristig kein Sanierungsthema: Das Löninger Hallenbad mit dem direkt ineinander übergehenden Forum Hasetal an der Ecke Linderner und Ringstraße. Rechts das Hauptgebäude der Realschule. In der Mitte die CGL-Sporthalle und der Pilz Foto: Matthias Garwels

Kleineres Foto links: Auf dem neuesten technischen Stand: Laufend und stetig wurde und wird in die Technik und die Ausstattung des Hallenbades investiert, erläutert Ludger Mathlage (li.) dem Bürgermeister. Fotos: Stadt

Kleineres Foto recht: Corona-Zeit genutzt: Bäderbetriebsleiter Ludger Mathlage (rechts) und Mitarbeiter Thomas Drescher erläutern Bürgermeister Marcus Willen die Maler- und Sanierungsarbeiten im gesamten Bad. 

Quelle: Münsterländische Tageszeitung v. 05.01.2021