Presseberichte

7-Tagesinzidenz klettert auf 193,3

Ordnungsamt hält 15-Kilometer-Regel für „nicht nötig“

von Mareike Wübben


16 neue positive Corona-Tests und 30 Genesungen haben dem Landkreis Cloppenburg bis Montag, 13.30 Uhr, vorgelegen. Üblicherweise fallen die Zahlen am Montag niedriger aus, weil über das Wochenende weniger getestet wird. Die Zahl der aktuellen Coronafälle im Landkreis Cloppenburg sinkt auf 619. Die Gesamtzahl der bislang positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Kreis liegt bei 5691.

Die neuen positiven Tests stammen von Menschen aus sieben der 13 Städte und Gemeinden im Landkreis, teilte die Kreisverwaltung mit. Das aktuelle Infektionsgeschehen verteile sich auf Personen zwischen den Geburtsjahrgängen 1926 und 2003. Acht der 16 Neuinfektionen sind K1-Kontaktpersonen. Sie befanden sich zum Testzeitpunkt bereits in Quarantäne.

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat um 9 Uhr eine 7-Tagesinzidenz pro 100 000 Einwohner von 193,3 für den Landkreis Cloppenburg errechnet. Die drei Krankenhäuser behandeln 34 Corona-Infizierte stationär, drei von ihnen liegen auf der Intensivstation.

15-Kilometer-Radius

Weil es nicht als nötig erachtet wird, verzichtet der Landkreis Cloppenburg zunächst auf die 15-Kilometer-Regel, wenn der Inzidenzwert die 200 binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner überschreiten sollte. Das teilte Landkreis-Sprecher Sascha Sebastian Rühl auf Nachfrage unserer Redaktion mit. „Durch die allgemeinen Kontaktbeschränkungen und die Beschränkung auf nur eine Person, die getroffen werden darf, sind Treffen rechtlich ohnehin kaum möglich“, heißt es aus der täglichen Lagebesprechung im Landkreis mit dem Gesundheitsamt.

Gleichzeitig sei die Beschränkung auf den 15-Kilometer-Radius aus Sicht des Ordnungsamtes schwer bis unmöglich in größerem Ausmaß kontrollierbar. Der Landkreis Cloppenburg sei als Flächenlandkreis nicht mit einer Großstadt oder einem dichter bevölkerten Landkreis vergleichbar, da hier wesentlich größere Strecken zur Arbeitsstätte, zum Einkauf oder ähnlichem gefahren werden müssten, erklärte Rühl. Manche Angebote seien hier eben nicht innerhalb von 15 Kilometern zu finden. „Gleichzeitig wäre es schwierig, den Bürgerinnen und Bürgern sinnvoll darzustellen, warum sie nicht weiter als 15 Kilometer reisen und gleichzeitig aber von Personen außerhalb des Landkreises besucht werden dürften“, so Rühl weiter.

Im Umkehrschluss würde die neue Regel bedeuten, dass „in größerem Ausmaß“ Personalien kontrolliert werden müssten. Nur durch regelmäßige Kontrollen fühle sich die Bevölkerung an die Regeln gebunden. Da es den Kommunen überlassen worden sei, darüber zu entscheiden, müsse der Landkreis dazu keine Rücksprache halten, tausche sich aber wie in der Vergangenheit trotzdem regelmäßig mit dem Sozialministerium in Hannover aus, um nötige Maßnahmen zu besprechen und abzustimmen, so Rühl weiter.

Kontrollen

40 Verfahren haben Beamte der Polizeiinspektion (PI) Cloppenburg/Vechta nach ihren Corona-Kontrollen in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta eingeleitet. Kontrollzeitraum war zwischen Sonntag, 4.30 Uhr, und Montag, 4.30 Uhr.

Größtenteils stellten die Verstöße Zuwiderhandlungen gegen die Kontaktbeschränkungen und gegen das Abstandsgebot im öffentlichen Bereich dar, teilt die Polizei mit. Es wurden insbesondere unerlaubte Zusammenkünfte auf öffentlichen Parkplätzen – überwiegend von jungen Erwachsenen, die sich mit und in ihren Fahrzeugen trafen – aufgelöst.


zum oberen Bild:
Bericht der Nordwest-Zeitung vom 12.01.2021.

zum zweiten Bild:
Die Ausbreitung des Coronavirus im Landkreis Cloppenburg. Grafik:Ricarda Pinzke.


Quelle:
Bericht der Nordwest-Zeitung vom 12.01.2021.