Presseberichte

Schützen werfen Flinten nicht ins Korn

Bunner hoffen auf Schützenfest 2021

von Georg Meyer


Wer auf der Homepage des Schützenvereins Bunnen die Rubrik „Aktuelles“ anklickt, erfährt, dass Jürgen Lampe den Königsadler von der Stange geholt hat – am Pfingstdienstag 2019. Lampes Regentschaft geht inzwischen ins dritte Jahr. Und ob er das Zepter im Mai endlich an einen Nachfolger übergeben kann, ist längst nicht sicher.

„Wir hoffen, an Pfingsten wieder ein Schützenfest feiern zu dürfen“, sagt Gregor Meyer. Der Präsident sitzt am großen Tisch im verwaisten Vereinshaus. Er weiß aber auch, dass der Jahreshöhepunkt deutlich kleiner ausfallen würde, als gewöhnlich. Bis auf Weiteres zehren die Bunner deshalb von der Erinnerung an das Jubiläumsfest vor zwei Jahren. Und ein wenig auch an den Schützenball im vergangenen Winter. Es war die bislang letzte größere Veranstaltung des Vereins. Die in diesem Monat geplante Generalversammlung wurde bereits wieder abgesagt. Immerhin: Vor einer Woche hatte der Vorstand die Mitglieder gebeten, zu Hause auf das Wohl ihres Königs anzustoßen. „Viele haben mitgemacht“, erzählt Schriftführer Bernard Budke. Ein Überlebenszeichen sei das gewesen, mehr nicht. Digitales Feiern entspricht nicht gerade der Tradition. Schützen wollen zusammenrücken. Je enger, je besser.

Die Solidarität sei da, betont Gregor Meyer. Bislang gab es keine Austritte. Als im vergangenen Sommer der Schießstand kurzzeitig wieder geöffnet werden durfte, sei das Interesse groß gewesen. Auf ähnliche Aktivitäten in kleinem Rahmen setzen die Bunner auch nach dem Ende des Lockdowns - wann auch immer das sein wird. Vor kurzem haben sie ein Schießkino eingerichtet, in dem auf virtuelle Wildschweine und Blechbüchsen geballert werden kann. Geld dafür gab es von der „Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt“.

Das Angebot soll vor allem die Jugend für den Schießsport begeistern. Bislang haben die Bunner Schützen aber noch keine Schwierigkeiten bei der Nachwuchswerbung. Auch wegen mangelnder Alternativen zieht es in der Regel genügend Kinder in den Verein. „Wir hatten vor Corona einen enormen Zulauf“, bestätigt Budke. Sorge bereitet jetzt die wichtige Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen. Läuft auch in diesem Jahr so gut wie nichts, könnten sie den Kontakt zum Verein verlieren. Auf mittlere Sicht hätten die Schützen dann ein Problem.

Meyer und Budke stecken die Flinten jedoch nicht ins Korn. In dieser Woche sollen die Über-80-Jährigen in Löningen geimpft werden. Darunter dürften auch eine ganze Reihe Vereinsmitglieder sein. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Meyer. Er rechnet mit baldigen Lockerungen. Und wird sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen mit den Planungen für ein Schützenfest in Coronazeiten beschäftigen. Ob es zum Adlerschießen kommen wird, weiß Meyer aber noch nicht. Über einen Mangel an Anwärtern macht er sich indes keine Sorgen. Die stehen in Bunnen normalerweise Schlange.

Auf das Spalier der Schützen wird das neue Regentenpaar aber mit ziemlicher Sicherheit verzichten müssen. „Wir wollen den Mitgliedern trotzdem etwas bieten“,verspricht der Präsident. Und zeigen, dass Vereinstreue stärker ist als ein böses Virus.


Info:
Wer seinen Verein aus dem Alten Amt Löningen in Coronazeiten ebenfalls vorstellen möchte, sollte sich bei unserem Reporter Georg Meyer unter der Email-Adresse georg.meyer@om-medien.de melden.


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 09.02.2021.

zum zweiten Bild:
Vereinsleben liegt brach: Präsident Gregor Meyer (links) und Schriftführer Bernard Budke hoffen, dass das Bunner Schützenhaus in diesem Jahr häufiger genutzt werden kann, als 2020. Foto: Meyer.

zum dritten Bild:
Digitales für die Jugend: Das Schießkino wurde mithilfe von Fördermitteln angeschafft. Foto: Meyer.

zum vierten Bild:
Fast schon nostalgisch: 2020 feierten die Schützen ihren Winterball. Danach legte die Pandemie das Vereinsleben lahm. Foto: Verein.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 09.02.2021.