Presseberichte

Rettungswache und Notarzt in Löningen sicher

CDU-Kreistags-Chef beantwortet Anfrage / Über Finanzierung der Notarzt-Standorte wird derzeit verhandelt


Die in Löningen betriebene Rettungswache neben dem Krankenhaus und der damit unmittelbar verbundene Notarzt-Standort seien gesichert und können langfristig weitergeführt werden. Das hat der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, der Löninger Hans Götting, in einer von ihm gemeinsam mit dem zuständigen Dezernenten der Kreisverwaltung, Ludger Frische, verfassten Antwort auf eine Anfrage der Gruppe Unabhängige bür Löningen (UfL) mitgeteilt.

Löningens Bürgermeister Marcus Willen, der ebenfalls Adressat des Fragenkatalogs war, nahm zu diesem Komplex in der jüngsten Sitzung des Ausschusses bür Familie, Bildung, Kultur und Gesundheit ausführlich Stellung, in dem er unter anderem die Antworten Göttings öffentlich machte.

Die UfL hatte weiter gefragt, wie es mit dem im März auslaufenden dreijährigen Vertrag zwischen Krankenkassen und dem Landkreis zur Aufrechterhaltung des Notarztstandortes und der 24-Stunden-Versorgung in Löningen weitergehe. Die Zahl der Rettungswachen und der Stand des gegebenen Auftrags an die Kreisverwaltung zum Ausbau des in Echtzeit funktionierenden telemedizinischen Kommunikationssystems waren weitere Fragenkomplexe.

Prinzipiell sei er hier zwar der falsche Ansprechpartner, weil die Stadt formell gar nicht zuständig sei, sondern der Kreis als Träger der Rettungssysteme, betonte der Bürgermeister. Dennoch sei er in dieser zentralen Frage für Löningen im steten Kontakt und Austausch mit dem Kreis, dem Krankenhaus und auch der CDU-Bundestagsabgeordneten Silvia Breher.

Willen warnte davor, die Löninger St.-Anna- Klinik krank zu reden. Es sei als Bestandteil des Christlichen Krankenhauses Quakenbrück Teil des mit 550 Betten größten und nachweislich wirtschaftlich arbeitenden Hospitals zwischen Oldenburg und Osnabrück und befinde sich auf einem sehr guten Weg. Er rief dazu auf, diese positive Entwicklung auch so darzustellen, wie sie sei. Zu bedenken sei stets, dass die beiden Krankenhäuser keine kommunalen Unternehmen, sondern normale Wirtschaftsbetriebe mit den entsprechenden Folgen seien.

Der Landkreis könne aufgrund der Ergebnisse der Untersuchungen der Universität Maastricht zur gemeinsamen Bedarfsplanung mit den beteiligten Kommunen der Großleitstelle Oldenburg die drei Notarztsystem-Standorte Löningen, Cloppenburg und Friesoythe weiterbetreiben, schreibt Götting in seiner Antwort.

Auch die Anzahl der Rettungswachen mit Barßel als viertem Standort im Kreis bleibe auf dem Stand. Allerdings werde das Vorhalten der Fahrzeuge dem Ergebnis der jährlichen Bedarfsberechnung angepasst, schreibt der CDU-Sprecher im Kreis.

Über die weitere Finanzierung der drei 24 Stunden an sieben Tagen die Woche besetzten Notarztstandorte werde für 2021 zurzeit mit den Krankenkassen als Kostenträgern verhandelt.

Da die sich 2018 geweigert hatten, für Löningen das gleichwertige Angebot für die Stadt und das Alte Amt Löningen wie in den beiden anderen Standorten zu tragen, hatte der Landkreis sich vor drei Jahren bereiterklärt, für die vergangenen drei Jahre jeweils 180000 Euro zu zahlen. Götting betont allerdings, dass in keinem der drei Jahre diese Mittel ausgeschöpft worden seien. Daher geht er davon aus, dass in Zukunft die Kosten wieder vollständig durch die Kassen getragen würden.

Ein flächendeckendes telemedizinisches Kommunikationssystem werde im Kreis erst nach der Einführung weiterer Tablet-Systeme auf allen Rettungs-Fahrzeugen weiterverfolgt, beantwortete Götting eine weitere UfL-Frage. Das werde voraussichtlich im zweiten Halbjahr der Fall sein.

Hier werde mit allen beteiligten Kommunen der Großleitstelle das System der Gemeinde-Notfallsanitäter weiter betrieben. Diese könnten zur Unterstützung auf das Telenotarztsystem der Stadt Oldenburg zurückgreifen, erläutert der CDU-Kreistags-Fraktionsvorsitzende.

Befürchtungen löst in diesem Zusammenhang nach wie vor die Entscheidung des Quakenbrücker CKQ-Geschäftsbührers Matthias Bitter aus, den Bau der neuen Liegendanfahrt und damit den Ausbau der Intensivstation als zentralem Element eines jeden Krankenhauses zurückzustellen, bis klar ist, ob das Krankenhaus Löningen im neuen Gesetzesvorhaben des Bundesgesundheits-Ministeriums weiter als integriertes Rettungszentrum ausgewiesen wird.


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 11.02.2021.

zum zweiten Bild:
Besteht weiter: Die Löninger Rettungswache (weißes Flachdachgebäude vorne in der rechten Bildhälfte) und das durch das Krankenhaus (Bildvordergrund) getragene Notarzt-System sind nach Angaben von CDU-Kreistags-Faktionschef Götting gesichert. Foto: Willi Siemer.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 11.02.2021.