Presseberichte

Lebensgefahr durch Betreten der Eisflächen

Fischereiverein und Betreiber des Baggersees am Münzebrocks Mersch haben Warnschilder aufgestellt

Löningen (tn). Eindringlich warnen der Fischereiverein Löningen als Pächter von Teilflächen des Merschsees als auch die Firma, die in der Münzebrocks Mersch den Sandabbau betreibt, vor dem Betreten der Eisfläche. 

Während man seit Jahren im Sommer immer wieder mit dem unerlaubten Badebetrieb zu tun hatte, besteht bei den aktuellen Minustemperaturen die Gefahr, dass die Eisflächen von Personen betreten werden. „Wie Fußspuren im Schnee zeigen, wurden die Uferflächen wahrscheinlich schon von Passanten betreten“, berichtet Dieter Wienken, „deshalb wurden jetzt noch einmal mehrere Warnschilder aufgehängt.“Fischereiverein und Betreiber des Baggersees am Münzebrocks Mersch haben Warnschilder aufgestellt.

Besonders die Angler stellen bei ihrem Hobby immer wieder fest, dass die Wassertiefe schon in geringer Entfernung vom Ufer auf mehrere Meter abfällt. Die Maximaltiefe liegt bei etwa 18 Metern. „Bricht hier ein Mensch ein, ist die Überlebenschance nur gering“, betont Wienken.

Seit demWinter 1996/97 wird in der Münzebrocks Mersch, an der südlichen Stadtgrenze Löningens gelegen, Sand gewonnen. Die gesamte Planungsfläche beträgt 27 Hektar, auf 16 Hektar wird durch SchwimmbaggerSandabgebaut.DieseFläche wird etwa der zukünftigen Fläche des Sees entsprechen.

Im Laufe der Jahre hat sich der Bereich zu einem wertvollen Biotop entwickelt. Diese Entwicklung haben die Löninger Angler durch verschiedene Maßnahmen zur Strukturverbesserung, z.B. durch Anpflanzungen und Einbringen von Totholz, gefördert

Nicht nur Wasservögel wie verschiedene Enten, Gänse und Haubentaucher haben das Gewässer als Lebensraum für sich entdeckt, sondern ebenso die Buschbereiche werden von vielen Singvogelarten geliebt. Auch der Eisvogel hat hier seit einigen Jahren seinen Brut- und Nahrungsbereich.

Das Betreten der Eisdecke auf den Hasealtarmen birgt ebenfalls große Gefahren, warnt der Fischereiverein Löningen. Hier gibt es Regionen, die einige Meter tief sind. Außerdem können Fische vor allem durch Schlittschuhfahrer in ihrerWinterruhe gestört werden. Wie die Erfahrung zeigt, kann es so bei längerem Eisgang durch Sauerstoffarmut zu Fischsterben kommen.

Foto: Warnschilder: An etlichen Stellen hat der Betreiber des Sandabbaus Warnungen vor dem Betreten der Fläche aufgestellt. (c) MT

Quelle: Münsterländische Tageszeitung v. 12.02.2021