Presseberichte

Besucher stürmen gesperrten Spielplatz

Polizei stellt an der Talsperre 100 bis 150 Personen fest – Absperrungen einfach beiseite geräumt

von Carsten Mensing


Vor allem wohl das schöne Wetter hat am Sonntag zu zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Regeln im Oldenburger Münsterland geführt. Die Kontrollen der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta führten von Sonntag, 4.30 Uhr, bis Montag, 4.30 Uhr, in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta zu 39 Ordnungswidrigkeitenverfahren. Einen Großteil der Verstöße stellten Zuwiderhandlungen gegen die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen und privaten Bereich dar, teilte die Polizei am Montagmorgen mit.

Grillen am See

Nach einem Hinweis fuhr eine Streife am Sonntag gegen 13 Uhr zu einem Waldgebiet an der Straße Heerdamm in Cappeln. Vor Ort stellten die Beamten 14 Erwachsene und mehrere Kinder aus Cloppenburg an einem kleinen See fest. Es handelte sich um mehrere Familien, die dort zusammen grillten. Eine Mund-Nasen-Bedeckung wurde nicht getragen. Abstände wurden nicht eingehalten. Die Zusammenkunft wurde aufgelöst. Bußgeldverfahren gegen die Erwachsenen sind eingeleitet.

Stress am Spielplatz

Einem weiteren Hinweis auf eine größere Ansammlung von Personen gingen Polizeibeamte ebenfalls am Sonntag gegen 14.55 Uhr nach. Den Beamten wurde mitgeteilt, dass sich auf dem Abenteuerspielplatz „Reservistenfort“ an der Thülsfelder Talsperre – Drei-Brücken-Weg in Garrel – eine Vielzahl von Personen mit ihren Kindern aufhalten soll. Zudem sollen errichtete Absperrungen beiseite geräumt worden sein. Bei der Überprüfung vor Ort stellten die Beamten circa 100 bis 150 Personen fest. „Durch eine Ansprache konnte erreicht werden, dass die Personen den Spielplatz eigenständig verließen. Die teilweise vorherrschende Uneinsichtigkeit sorgte bei den Einsatzkräften mitunter für Unverständnis“, teilte die Polizei mit.

Die Kreisverwaltung appelliert in diesem Zusammenhang noch einmal an die Eigenverantwortlichkeit der Bürger zur Einhaltung der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen und der Allgemeinverfügung des Landkreises Cloppenburg. „Wenn wir alle ein Interesse an einer Lockerung der Infektionsschutzmaßnahmen haben, so funktioniert das nur, wenn man sich auch an die geltenden Vorschriften hält“, erklärte Landrat Johann Wimberg (CDU). Man müsse sich nicht über steigende Infektionszahlen wundern, wenn immer wieder die Regeln offensichtlich nicht eingehalten würden.

Trauerfeier aufgelöst

Zu einem weiteren Einsatz kam es am Sonntag gegen 15.30 Uhr im Bereich Dinklage. Die angerückten Polizisten fanden sich auf einer Trauerfeier wieder, zu der sich mehrere Angehörige aus verschiedenen Haushalten aus Dinklage, Stadthagen, Goch, Wardenburg und Emsdetten versammelt hatten, ohne die Kontaktbeschränkungen einzuhalten. Bereits im Vorfeld waren behördliche Gespräche geführt worden, in denen die Trauerfeier untersagt worden war. Nachdem die Beamten die Personalien von 19 Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren festgestellt hatten, wurde die Trauerfeier beendet. Ein entsprechendes Bußgeldverfahren wurde eingeleitet.


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Was dazu noch wichtig ist

Zahl der aktuellen Corona-Fälle am Montag auf 343 gesunken


Die Zahl der aktuellen Coronafälle im Landkreis Cloppenburg ist bis Montag, 12 Uhr, auf 343 gesunken. Es lägen insgesamt vier neue positive Testergebnisse aus vier der 13 Städte und Gemeinden vor, teilte die Kreisverwaltung mit. In Cappeln und Garrel sei jeweils eine statistische Korrektur vorgenommen worden. Üblicherweise ist die Zahl der neuen Corona-Fälle am Montag deutlich niedriger als an den anderen Tagen.

Gleichzeitig wurden 33 Genesungen registriert. Die Gesamtzahl der bislang positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Landkreis liegt seit März 2020 bei 6988.

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat um 9 Uhr eine 7-Tagesinzidenz pro 100 000 Einwohner von 106,6 für den Landkreis Cloppenburg errechnet. Die drei Krankenhäuser im Kreisgebiet haben gemeldet, dass 16 Corona-Infizierte stationär behandelt werden, vier von ihnen auf der Intensivstation.

Ein 86-jähriger Linderner ist im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion verstorben. „Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen des Verstorbenen”, erklärt Landrat Johann Wimberg. Seit Beginn der Corona-Pandemie gibt es insgesamt 127 Covid-19-assoziierte Todesfälle im Landkreis Cloppenburg.


zum Bild:
Bericht der Nordwest-Zeitung vom 23.02.2021.


Quelle:
Nordwest-Zeitung vom 23.02.2021.