Presseberichte

Stadt verzichtet auf mobile Luftfiltergeräte

Regelmäßiges und intensives Querlüften für Verwaltung das Wichtigste / Lärm und hohe Kosten sprechen dagegen
„Geräuschpegel spricht gegen Einsatz mobiler Luftfiltergeräte“

von Willi Siemer


Einig waren sich die Mitglieder des Ausschusses für Familie, Bildung, Kultur und Gesundheit in einer kurzen und sachlichen Debatte über den Einsatz von mobilen Luftfiltergeräten in den kommunalen Schulen als Beitrag im Kampf gegen Corona-Viren. Das Gremium folgte einstimmig der Empfehlung der Verwaltung, die sich gegen den Einsatz von mobilen Luftfiltergeräten in den Klassen ausspricht.

Grundlage der „Luftfilter-Debatte“ war ein Antrag und gleichzeitig Prüfauftrag der CDU-Fraktion an die Verwaltung zur Wirkung von mobilen Luftfiltergeräten gegen eine zu hohe Konzentration von Corona-Viren in der Atemluft. Die SPD-Fraktion hatte ergänzend gebeten, zu prüfen, ob die Installation von CO2-Sensoren zur regelmäßigen Kontrolle in den Klassen sinnvoll sei.

In einer längeren Stellungnahme erläuterte Fachbereichsleiter Andreas Brundiers die Ergebnisse der Recherchen: Die Verwaltung empfehle, weiter nach dem Maßnahmenkatalog und den Leitlinien des Rahmenhygieneplans Corona/Schulen des Landes zu verfahren. In beiden Dokumenten werde zur Reduktion des Übertragungsrisikos von Covit 19 eine regelmäßige und intensive Lüftung nach dem Prinzip „20-5-20“ (jeweils Minuten) als guten Infektionsschutz empfohlen.

Mobile Luftfiltergeräte könnten selbst in Räumen von 80 Quadratmetern Größe je nach Volumenstrom in sechs bis 15 Minuten die vorhandene Aerosolkonzentration durch die verbrauchte Atemluft deutlich senken, informierte Brundiers über Aussagen in der Fachliteratur. Der Wirkungsgrad sei allerdings von den Umgebungsbedingungen abhängig und der Geräuschpegel könne bei höherer Leistung den Unterricht stören.

Die nachträgliche Installation von zentralen oder auch dezentralen Lüftungsanlagen verursache neben den technischen Problemen (Abhängen der Decken, Kernbohrungen nach außen in jedem Klassenraum) hohe Investitions- und Unterhaltungskosten, so Brundiers. Zentrale Anlagen kämen daher nur bei Neubauten, wie zum Beispiel der diskutierten Maximilian-Kolbe-Förderschule infrage, betonte Bürgermeister Marcus Willen.

Er lehnte die mobilen Filtergeräte ab, da sie bei entsprechender Leistung viel Lärm und hohe Energiekosten verursachten. Auch der hohe Wartungsaufwand spreche gegen diese Lösung. Das Sinnvollste bleibe für ihn die Abstands- und Hygiene-Regeln in Kombination mit dem Querlüften.

Auch in der Frage des Einsatzes von sogenannten CO2-Ampeln folgten die Mitglieder des Ausschusses den Handlungsempfehlungen. In der Debatte zu diesem Aspekt hatte sich die Lehrer-Vertreterin Marianne Casser dafür ausgesprochen, die Messgeräte für die Aerosol-Konzentration schnell anzuschaffen: „Wir brauchen jetzt Schutz und diese Geräte geben Lehrern und Schülern mehr Sicherheit“.

In der Frage des Anschaffens von CO2-Ampeln spricht sich die Verwaltung dafür aus, die Ergebnisse der aktuell laufenden Studie zur Wirksamkeit dieser Messgeräte in dem umfassend erneuerten Schulgebäude des Copernicus-Gymnasiums abzuwarten. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse, die wahrscheinlich in den kommenden Wochen vorliegen, werde dann eine Entscheidung getroffen, kündigte Brundiers an.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 24.02.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 24.02.2021.