Presseberichte

Impfungen: Kreisprojekt wird ausgedehnt

Dezentrale Angebote auch für Ü70-Jährige / Impfzentrum an der Jugendherberge wird weiter ebenfalls genutzt

Von Oliver Hermes 

Landkreis Cloppenburg. Das Pilotprojekt des dezentralen Impfens wird fortgesetzt und weiter ausgedehnt, unter anderem auf die Ü70-Jährigen. Darauf haben sich in dieser Woche Landrat Johann Wimberg und die Bürgermeister der 13 Städte und Gemeinden verständigt.

Weitere positive Nachricht: Durch zusätzliche Lieferungen kann der Zeitplan der Impfungen für Menschen über 80 Jahre gestrafft werden. Die nächsten Erstimpfungen finden im Saterland (3. bis 5. März), in Emstek (8. März), in Friesoythe 19. und 20. März), in Bösel (4. und 5. März), in Molbergen (17. März) und in Garrel (1. und 3. März) statt. Die Kontaktaufnahme erfolgt über die Städte und Gemeinden.

Die Fortsetzung des Projektes dürfte eine Mammutaufgabe werden, denn die Gruppe der Ü70-Jährigen ist wesentlich größer als Ü80. „Dadurch steigt auch der zu bewältigende bürokratische Aufwand“, teilte die Kreisverwaltung gestern mit.

Gleichzeitig bereite man sich mit den Städten und Gemeinden auf die Impfungen von weiteren priorisierten Berufsgruppen vor. Nachdem bereits das Personal der Krankenhäuser geimpft worden ist, werden nun die Beschäftigten in Haus- und Zahnarztpraxen versorgt. Gleichzeitig sollen auch Lehrer in Grund- und Förderschulen, Erzieher, Tagespflegepersonal sowie weitere Beschäftigte in diesen Einrichtungen an der Reihe sein.

Die jeweiligen Kommunen werden in den kommenden Tagen die Einrichtungen anschreiben und darum bitten, Listen mit impfbereitem Personal zur Verfügung zu stellen. Wichtig sei, so Landrat Johann Wimberg, dass an einer Schule nicht nur Lehrer, sondern auch Schulsozialarbeiter oder Integrationshelfer und in Kindertagesstätten auch das hauswirtschaftliche Personal ein Impfangebot bekämen. Auch für Personen, die unter 65 Jahre alt und bereits vorerkrankt sind, werden Impfungen vorbereitet. Zunächst müssten dafür jedoch noch weitere organisatorische Fragen mit dem Land geklärt werden.

Gleichzeitig bitten die Verantwortlichen erneut darum, keinen Kontakt mit dem Landkreis, dem Impfzentrum oder den Städten und Gemeinden zur Rückfrage nach einem möglichen Termin aufzunehmen. In der kommenden Woche soll ein Impftelefon eingerichtet werden. Über Einzelheiten werde kurzfristig informiert. „Sie kommen nicht früher oder überhaupt dran, nur weil Sie jetzt anrufen oder eine E-Mail schreiben“, so Wimberg weiter.

Emsteks Bürgermeister Michael Fischer lobt die Fortsetzung des Projektes: „Die Städteund Gemeinden sind für die Bürger in den meisten Fällen die ersten Ansprechpartner und oft am besten und persönlich zu erreichen“. Der Vorsitzende des Städte- und Gemeindebundes bezeichnete zudem die bisherige Impfkoordination von Bund und Land als katastrophal. Man könne zurzeit oftmals auftretende Fragen nicht beantworten, da höhere Ebenen hier nicht immer schlüssig handeln. „Auch hier ist das deutsche Bürokratiemonster zu kritisieren“, betont Fischer.

Weiterhin genutzt wird ebenfalls das Impfzentrum an der Jugendherberge Thülsfelder Talsperre. „Alle terminierten Impfungen finden verlässlich statt und werden weiterhin durchgeführt“, erklärt Wimberg dazu. Insgesamt sind nach Angaben des Kreises bis spätestens Anfang April aufgrund der angekündigten Lieferungen Erstimpfungen von 9900 Personen mit AstraZeneca, 5850 Personen mit Biontech/Pfizer und 300 Personen mit Moderna möglich. Unterdessen ist die Zahl der aktiven Coronafälle im Landkreis bis gestern Mittag nur leicht auf 410 angestiegen. Es liegen 33 neue positive Testergebnisse aus neun Städten und Gemeinden vor, gleichzeitig wurden 29 Genesungen registriert. Dabei auffällig sind zwei Arbeitnehmerunterkünfte in Garrel, hier wurde bei 17 Personen die britische Mutation nachgewiesen. „Für die Betroffenen hat das Gesundheitsamt eine dreiwöchige Quarantäne angeordnet“, erklärt Kreissprecher Frank Beumker.

Foto: Pilotprojekt wird fortgesetzt: Die dezentrale Impfaktion wie hier in Cloppenburg ist auch für Ü70-Jährige geplant. Foto: Hermes

Quelle: Münsterländische Tageszeitung v. 27.02.2021