Presseberichte

Lea Meyer peilt in Toruń Einzug ins Finale an

Leichtathletik: Löningerin startet bei EM

von Ludger Langosch


Am gestrigen Dienstag war Reisetag für Lea Meyer. Für die Läuferin des VfL Löningen ging es zunächst per Flieger von Köln nach Berlin, von da aus per Bus rund 400 Kilometer östlich ins polnische Toruń. Dort beginnen am morgigen Donnerstag die Hallen-Europameisterschaften. Lea Meyer startet für den Deutschen Leichtathletikverband (DLV) über 3000 Meter.

„Wir müssen zwei Tage vor dem Wettkampf vor Ort sein, daher musste ich so früh anreisen“, sagt die 23-Jährige. „Die meisten der anderen Athletinnen und Athleten treffen erst später ein.“ Die Vorläufe über 3000 Meter der Frauen steigen am Donnerstag, folglich machte sich die Löningerin früher auf den Weg. Mit einem Ticket für die EM hatte Meyer nicht unbedingt gerechnet, völlig überrascht hat die Nominierung die Mittelstrecklerin aber auch nicht. Mit Platz vier bei den „Deutschen“ am vorletzten Sonntag in Dortmund und einer Zeit von 9:00,05 Minuten knackte sie die DLV- Norm. Trotzdem war ihr Start in Toruń erst klar, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sowohl „Überfliegerin“ Gesa Felicitas Krause und die neue Deutsche Meisterin über 3000 Meter, Hanna Klein, bei der EM die halbe Distanz angehen.„Gesa hatte mir schon am Sonntag in Dortmund gesagt, dass sie die 1500 Meter laufen würde, wenn sie über diese Strecke Deutsche Meisterin wird. Klar, dass ich ihr die Daumen gedrückt habe, und es hat ja auch geklappt“, erzählt Meyer. Bis zur Mail vom DLV mit der offiziellen Einladung dauerte es aber bis zum vergangenen Donnerstag.

Ihre Ziele formuliert Lea Meyer einerseits klar und setzt sie andererseits hoch an: „Ich will das Finale erreichen. Es wäre ja doof, wenn ich sagen würde, dass ich nur ein bisschen Spaß haben und das Rennen mitlaufen möchte. Den Druck, in den Endlauf zu kommen, mache ich mir schon selbst. Wenn sich aber am Donnerstag herausstellt, dass ich das Finale verpasse, weil andere besser sind, wäre das auch in Ordnung. Ich will meine Leistung zeigen und beweisen, dass das Ergebnis in Dortmund kein Zufall gewesen ist.

Bei den Deutschen lief es nahezu optimal für die Löningerin. Ihre eigene Bestzeit verbesserte sie um mehr als 20 Sekunden. Um aber in Toruń den Endlauf zu erreichen, wird sich Lea Meyer indes nochmals steigern müssen. Das glaubt zumindest Henning von Papen, ihr Trainer beim ASV Köln: „Henning meint, dass ich eine Zeit von etwa 8:55 Minuten bringen muss, um ins Finale zu kommen. Und meistens liegt er mit seinen Einschätzungen richtig“, sagt Meyer.

Die beiden Vorläufe mit insgesamt 29 Starterinnen, die gemeldet haben, beginnen am Donnerstag um 19.30 Uhr, das Finale am Freitag steigt noch später, um 21 Uhr. „Ich denke, dass die besten zwölf Läuferinnen dabei sind. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, vielleicht sind es auch nur zehn.“ Die Ansetzung am späten Abend stört Lea Meyer nicht: „Im Gegenteil, das kommt mir sogar gelegen. Ich laufe gerne abends. So kann ich entspannt in den Tag starten. Sicherlich hat man dann auch viel Zeit für Nervositätsphasen, aber damit kann ich umgehen.“

Vor allem, weil sie für ihr Debüt im Erwachsenenbereich auf europäischer Ebene ein gutes Omen sieht: „2017 hatte ich im Jugendbereich meine erste EM in Bydgoszcz. Daran habe ich mit meinem sechsten Platz prima Erinnerungen. Und da ich ein bisschen abergläubisch bin, denke ich, dass es nun in Polen wieder gut laufen wird.“ Immerhin liegt Bydgoszcz nur eine dreiviertel Stunde mit dem Auto von Toruń entfernt.

Neben Lea Meyer wird Elena Burkart von der LG farbtex Nordscharzwald die Deutschen Farben vertreten. Die 29-Jährige war in Dortmundeine gute Sekunde vor Meyer ins Ziel gekommen und hatte sich die Bronzemedaille bei der DM gesichert.


Fakten
* Für das 3000-Meterrennen der Frauen während der EM in Toruń haben 29 Läuferinnen gemeldet.
* Die beste Zeit bringt die Schwedin Meraf Bahta ein, die einen persönlichen Rekord von 8:42,46 Minuten zu Buche stehen hat.
* Die stärkste Saisonbestleistung bietet die Slowenin Maruša Mišmaš-Zrimšek mit 8:48,82 Minuten an.
* Die 29 Läuferinnen stammen aus 15 Nationen. Das größte Kontingent stellen Großbritannien, Spanien und Schweden mit je vier Starterinnen.
* Roxana Rotaru aus Rumänien ist mit 32 Jahren die älteste Teilnehmerin in diesem Rennen.
* Die jüngsten Läuferinnen sind im Jahr 2000 geboren: Ludovica Cavalli (Italien, 20. Dezember), Mariana Machado (Portugal, 12. November) sowie Klara Lukan (Slowenien, 8. September).


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 03.03.2021.

zum zweiten Bild:
Gut im Rennen: Die Löningerin Lea Meyer (Zweite von links) sicherte sich die Fahrkarte für die EM in Toruń am vorletzten Sonntag mit einem beherzten Rennen über 3000 Meter bei den Deutschen Hallenmeisterschaften. Foto: Benjamin Heller.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 03.03.2021.