Presseberichte

Bürgermeister des Alten Amtes einig über Richtfunk-Abdeckung

ETN Group bietet auch Erschließung von Baugebieten an / 80 Gittermasten im Kreis geplant


von Willi Siemer


Der rasche Ausbau von schnellem und leistungsfähigem Internet mittels Richtfunk und ein flächendeckendes Mobilfunk-Netz in den vier Kommunen des Alten Amtes Löningen wird immer konkreter.

Dazu führen nicht nur die Südkreis-Gemeinden, sondern bis auf eine auch alle anderen Kommunen des Kreises Vorgespräche, Gespräche oder sogar schon konkrete Verhandlungen mit der ETN Group in Meppen, die eine komplette Abdeckung mit schnellem Breitband-Internet und Mobilfunk nach dem neuesten 5-G-Standard anbietet. Dafür sind im gesamten Kreis rund 80 Standorte notwendig.

Die vier Bürgermeister des Alten Amtes Löningen haben sich jetzt nach Angaben von Linderns Verwaltungschef Karsten Hage über die Standort-Bereiche für ein flächendeckendes Netz von Gittermasten verständigt, die eine optimale Versorgung gewährleisten sollen.

Natürlich stehe noch nicht jeder Standort exakt fest, aber zumindest der Ortsteil, in dem er aufgestellt werden müsse, damit ein sich überlappendes Netz von Sendeanlagen mit einem Radius von rund fünf Kilometern aufgebaut werden könne.

In den Kommunen des Alten Amtes sind die Planungen mit ETN am weitesten fortgeschritten. In Löningen gebe es bereits einen Grundsatzbeschluss, aber noch keine Entscheidungen für die exakten Standorte der Masten. Eine solche Entscheidung sei in Lindern in der nächsten Ratssitzung geplant so Hage.

Die Grundsatz-Entscheidung stehe in Essen in der nächsten Sitzung an, erläuterte Bürgermeister Heiner Kressmann. Angesichts des notwendigen Tempos in der Digitalisierung sei man auf dem Lande noch Lichtjahre von befriedigenden Handy- und Internet-Lösungen entfernt, daher könne er nur mit Nachdruck die Initiative des regionalen Anbieters begrüßen.

Nach den bisherigen Erfahrungen sehe er seine Gemeinde bei ETN gut aufgehoben und ehrlich behandelt. Drei Standorte in Essen entlang der Bahn, mit denen ein lückenlose Versorgung in den Zügen möglich sei, stünden bereits fest und die Beteiligten hätten die Verträge bereits abgeschlossen.

Probleme gebe es aktuell durch die Corona-Beschränkungen beim Gespräch mit den Dörfern, sieht Hage noch Klärungsbedarf. Versammlungen seien aktuell nicht möglich, um über die Vorteile zu informieren und gegebenenfalls Vorbehalte zu klären, so Hage.

Um das Gemeindegebiet optimal abzudecken und gleichzeitig die notwendige Verbindung zu den Nachbarstationen zu gewährleisten, sind in Lindern fünf Masten in Neuenkämpen, in Auen als Verbindung zum bereits bestehenden Mast in Werlte, in Garen für den Anschluss an Benstrup oder Hammel, in Großenging als Verbindung zu Groß-Roscharden, in Lastrup und zentral für den Ort mitten im Gewerbegebiet in Stühlenfeld geplant.

Unabhängig davon wird gleichzeitig der gemeinsam vom Kreis und den Kommunen beschlossene Breitband-Ausbau durch Verlegen von Glasfaser-Kabeln weiter fortgesetzt. Lindern bezuschusst diesen Ausbau in den Gebieten, in denen nicht einmal 30 m/bit ankommen, ab 2022 mit 800000 Euro. Löningen stellt für dieses vom Bund und Land mitfinanzierte Angebot, ebenso wie Essen, zwei Millionen Euro im gleichen Zeitraum zur Verfügung.

Zur von ETN angebotenen Brückentechnologie, die High-Speed-Internet mit einem Netz von 66 Meter hohen Gittermasten und Richtfunk zur kleinen Antenne am Haus oder Betrieb und flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk bietet, sehen die Bürgermeister dennoch keine Alternative.

Es gebe etliche weiße Flecken in unseren Kommunen mit langsamem Internet und schwachem oder gar nicht vorhandenen Handy-Empfang, in denen nicht einmal LTE geschweige denn 5-G-Standard möglich seien, so Hage.

„Wir können angesichts der aktuellen Bedürfnisse nach Homeoffice, Homeschooling und der Erfordernisse moderner Landwirtschaft in der Stall-Überwachung nicht warten, bis das Glaserfasernetz möglicherweise in einigen Jahren ausgebaut ist“, so Hage.

Zudem werde damit das Handy-Empfangsproblem nicht gelöst. „Wie lange wollen wir uns noch auf bestimmte Gullideckel stellen müssen, um bei Wind und Wetter draußen Verbindung zu haben“?

Vereinbart sei mit ETN zudem, dass auch andere Anbieter mit ihren Sende- und Empfangsanlagen auf die Türme der Emsland-Tel dürften. Sollten die Räte die weiteren notwendigen Beschlüsse zu den Standorten fassen, dann seien schon Ende des Jahres die ersten Einweihungen möglich, hofft Linderns Bürgermeister.

Glücklich ist Hage über ein in den Gesprächen mit den Verantwortlichen der ETN Group gemachtes zusätzliches Angebot. Das mittelständische Unternehmen bietet an, auch die beiden Baugebiete Löninger Straße und Liener sowie das neue Gewerbegebiet sofort mit einem Glasfasernetz für Internet und Telefon auszustatten. Vor etlichen Monaten hatte sich die Telekom zunächst geweigert, das kleine Baugebiet „Sandflag“ anzuschließen.


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 16.03.2021.

zum zweiten Bild:
Provisorischer Turm: In Benstrup ist als Zwischenlösung schon ein über 30 Meter hoher Gittermast von ETN errichtet worden. Foto: ws.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 16.03.2021.