Presseberichte

Diese Regeln gelten in der Sperrzeit

Mehr Kontrollen geplant – Zuhause bleiben ab Mittwoch zwischen 21 und 5 Uhr – Ausnahmen möglich

von Mareike Wübben


Die Ausgangssperre für den Landkreis Cloppenburg gilt ab Mittwoch, 21 Uhr.


Warum sind die Ausgangssperren nötig ?

Damit reagiert der Landkreis auf die Vorgaben der Niedersächsischen Corona-Verordnung. Diese sieht seit Montag vor, dass Ausgangssperren gelten sollten, wenn die 7-Tagesinzidenz oberhalb des Wertes von 150 liegt.

Welche Ausnahmen gibt es ?

Erlaubt ist Rausgehen zwischen 21 und 5 Uhr beim „Vorliegen gewichtiger Gründe“, heißt es in der Verordnung des Landkreises Cloppenburg. Diese sind unter anderem die Ausübung beruflicher Tätigkeit, die Ausübung einer Tätigkeit zur Gefahrenabwehr (beispielsweise Feuerwehreinsatz), Inanspruchnahme von medizinischer, psychosozialer oder tierärztlicher Leistungen, Unterstützung Pflege- und Hilfsbedürftiger, die Begleitung Sterbender oder die dringende Versorgung von Tieren. Ebenfalls erlaubt ist es, zwischen Gründonnerstag bis Ostermontag Gottesdienste oder andere religiöse Veranstaltungen zu besuchen.

Im Falle einer Kontrolle sind die aufgeführten Gründe glaubhaft zu machen, teilt die Kreisverwaltung mit.

Wird ab Mittwoch dann mehr kontrolliert ?

Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg hat in einem persönlichen Gespräch mit dem Polizeipräsidenten Johann Kühme um eine Verstärkung der Polizeipräsenz im Landkreis Cloppenburg gebeten, damit die bevorstehende Ausgangssperre und andere Maßnahmen besser kontrolliert werden können. „Wir werden die Anzahl unserer Einsatzkräfte in der Zeit der Ausgangssperre verdoppeln. Hierzu erhalten wir Unterstützungskräfte der Zentralen Polizeidirektion“, teilt Nadine Luttmann von der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta mit.

Wird zu Ostern mehr in Kirchen kontrolliert ?

„Zunächst orientieren wir uns bei der Schwerpunktsetzung an den Erfahrungen der vergangenen Kontrollen, ohne dass Glaubenseinrichtungen hierbei bereits explizit genannt wären. Bei kurzfristig auftretenden Verdachtslagen reagieren wir flexibel und zielgerichtet“, sagt Luttmann.

Welche Reaktionen erwartet die Polizei ?

Eine Prognose mag Luttmann dazu nicht abgeben. Manche Menschen treffe die Einschränkungen härter als andere, so Luttmann. „Wir als Polizei sind uns jedoch bewusst, dass die Corona-Lage, gerade im Oldenburger Münsterland, unverändert ernst ist“, sagt die Polizeisprecherin. Ein Großteil der Leute sei besonnen und halte sich an die Regeln. „Diejenigen, die wir nach über einem Jahr Pandemie wiederholt kontrollieren müssen, zeichnen sich durch Gleichgültigkeit und  Uneinsichtigkeit aus“, sagt Luttmann.

Darf ich dann noch in den Garten ?

Ja, von dem Verbot nicht umfasst ist das „Aufsuchen von Außenbereichen des bewohnten Grundstücks, wenn diese Bereiche der jeweils bewohnten Wohnung zugewiesen sind“ – sprich der eigene Garten oder die Terrasse der Mietwohnung.

Darf ich irgendwo anders übernachten ?

Ja, der Aufenthalt in anderen Wohnungen ist nicht verboten. Allerdings gelten dann die bisherigen Kontaktbeschränkungen – bedeutet aktuell ein Haushalt und eine weitere Person.

Bis wann gilt die Ausgangsbeschränkung?

Die Bekanntmachung zur Ausgangssperre gilt bis einschließlich Sonntag, 11. April.

Was kostet ein Verstoß gegen die Sperre ?

Eine Zuwiderhandlung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße von bis zu 25 000 Euro belegt werden, heißt es von der Kreisverwaltung.


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Was dazu noch wichtig ist
Landrat Wimberg fordert mehr Impfstoff für den Kreis


Cloppenburg/MWU – 45 neue Coronafälle aus elf der Städte und Gemeinden im Landkreis Cloppenburg und 55 Genesungen zählt das Gesundheitsamt des Landkreises Cloppenburg am Montag, 12 Uhr. Die Zahl der aktuellen Coronafälle im Kreis ist auf 1025 gesunken.

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat um 9 Uhr eine 7-Tagesinzidenz pro 100 000 Einwohner von 198,6 für den Landkreis Cloppenburg errechnet. 28 Corona-Infizierte werden aktuell stationär in Krankenhäusern behandelt, sieben von ihnen auf Intensivstationen.

Ein Infektionsschwerpunkt ist am Montag nicht erkennbar. Betroffen sind Schüler, Auszubildende, Hausfrauen, Arbeitnehmer aus einer Vielzahl von Branchen und Rentner zwischen den Geburtsjahrgängen 1941 und 2015. Auch wurden dem Gesundheitsamt neue positive Coronafälle von verschiedenen Familien in Cloppenburg und Friesoythe gemeldet.

Für die Impfungen der Menschen über 70 Jahre gibt es neue Termine. So wird in Cloppenburg am 9. und 10. April (Freitag und Samstag) sowie am 13. und 14. April (Dienstag und Mittwoch) dezentral geimpft. Die Zweitimpfung folgt für diese Senioren dann am 21. und 22. Mai (jeweils gleicher Wochentag) und am 25. und 26. Mai. In Barßel wird am 15. und 16. April (Donnerstag und Freitag) wieder gepikst, die Zweitimpfung erfolgt am 27. und 28. Mai. In Essen gibt es die erste Impfdosis am Samstag, 17. April, und die zweite am 29. Mai.

Die Impfwilligen erhalten die Impfstoffe von Biontech und Moderna. „Damit die erfolgreiche Impfkampagne des Landkreises Cloppenburg nicht weiter ausgebremst wird, benötigen wir dringend mehr Impfstoff“, erklärte Landrat Johann Wimberg. Die Ankündigungen von weiteren Lieferungen seien leider nicht sehr vielversprechend. Es sei noch nicht zu erkennen, dass die von der Politik in Aussicht gestellten Mehrlieferungen von Impfstoffen im nun beginnenden zweiten Quartal auch bald vor Ort ankommen werden, erklärte Wimberg.

Mit dem Impfzentrum und den mobilen Impfteams sei man in der Lage, täglich rund 2000 Bürger zu impfen, so Wimberg. Somit könnten an sechs Tagen 12 000 Menschen geimpft werden. Wenn dazu noch die Hausärzte ergänzend einbezogen werden, könnte in sechs Wochen die Hälfte der Einwohner des gesamten Landkreises bereits geimpft sein. Im Landkreis Cloppenburg wurden 27 912 Erst- und Zweitimpfungen (Stand: 27. März) verabreicht, informierte der Landrat abschließend.


zum oberen Bild:
Bericht der Nordwest-Zeitung vom 30.03.2021.

zum zweiten Bild:
Corona-Virus im Landkreis Cloppenburg, Stand: 29.03.2021.


Quelle:
Nordwest-Zeitung vom 30.03.2021.