Presseberichte

Neue Produktionshalle für Mikro-Hotels

Geschäftsführer Peter Imbusch hofft auf Baubeginn im Frühsommer / Einstimmiges Votum im Planungsausschuss

von Willi Siemer


Nach einigen Verzögerungen hofft Geschäftsführer Peter Imbusch jetzt, dass er im Frühsommer mit dem Bau einer neuen Produktionshalle gegenüber dem Betriebsstandort am Europaring in unmittelbarer Nähe der B 213 auf einer 1,2 Hektar großen Fläche beginnen kann. Das neue Gebäude soll zu gleichen Teilen zum weiteren Produktionsausbau des Bereichs Systemmöbel genutzt werden und zur anderen Hälfte für den neuen Zweig der Firma, die Produktion von sogenannten Mikro-Hotels.

Bereits vor einem halben Jahr hatten der Tischlermeister und sein Team die ersten Prototypen einer neuartigen Übernachtungsmöglichkeit für Trucker auf den Autobahnraststätten in umgebauten Überseecontainern gebaut. Gemeinsam mit Partnern eine Start-up-Firma verfolgt der Löninger Unternehmer dieses Projekt seit rund zwei Jahren.

Geplant sei, in den kommenden Jahren rund 600 Container zu Mikro-Hotels mit insgesamt 2400 Zimmern auszubauen, die dann entlang der Autobahnen aufgestellt werden.

Die sind wegen der inzwischen unumstößlichen Neuregelung von Übernachtungen von Lasterfahrern in der EU notwendig. Danach darf die reguläre wöchentlich Ruhezeit sowie jede andere wöchentliche Pause von mehr als 45 Stunden, die als Ausgleich eingelegt werden muss, nicht mehr in Fahrzeugen oder auf Parkplätzen verbracht werden. Damit soll dem menschenunwürdigen Campieren der Trucker nach dem Willen der EU ein Riegel vorgeschoben werden. Die Arbeitgeber müssen damit die zusätzlichen Kosten von 49 Euro übernehmen beziehungsweise den Lohn erhöhen.

Ausschuss einstimmig für Bebauungsplan „Meerdorf Ost III“

In der jüngsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses empfahlen die Mitglieder dem Stadtrat für seine Sitzung am morgigen Mittwoch einstimmig, das Genehmigungsverfahren mit der entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt und des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Meerdorf Ost III“ mit dem Satzungsbeschluss abzuschließen. Der ist formale Voraussetzung für das Beantragen der Baugenehmigung.

Das Verfahren gestaltete sich durchaus schwierig, erläuterte Fachbereichsleiterin Hannah Lohe. Denn für den Standort schräg gegenüber den derzeitigen beiden Produktionshallen der Bereiche Systemmöbel und Einrichtungen musste eine bewaldete Fläche abgeholzt werden. Die Stadt schätze die Weiterentwicklung der gewerblichen und industriellen Strukturen in diesem Bereich auch angesichts der Qualität des Waldes auf dieser Fläche höher ein als den Erholungswert: „Es gibt schönere Bereiche in Löningen für die Naherholung“, betonte Lohe.

Zum Ausgleich für die Bäume wird die Stadt nach Verhandlungen mit der Kreisverwaltung einen Acker in der angrenzenden Gemeinde Menslage im Verhältnis eins zu 1,2 aufforsten, da es wegen des hohen Flächendrucks nicht gelungen sei, den dafür notwendigen Acker in der Stadtgemeinde selbst zu erwerben.

Wald könne nur durch Aufforstung und nicht durch andere Flächenkompensationen ersetzt werden, beantwortete sie eine Frage von UfL-Sprecher Jörg Bremersmann. Für die auf dem Gelände notwendigen Versiegelungen müssten dann zusätzlich die Kompensationsflächen des Projekts „Der Mühlenbach fließt in die Zukunft“ genutzt werden.

Der Gesetzgeber lasse es die Kommune spüren, dass sie etwas wolle, was eigentlich nicht gewollt sei, kommentierte Bürgermeister Marcus Willen das Verfahren. Andererseits sei es Aufgabe der Stadt, Erweiterungsflächen dort auszuweisen, wo die Gewerbetreibenden sie gerne hätten. Als einen Schritt für Erweiterungen bestehender Betriebe oder Neuansiedlungen verwies er auf die zehn Hektar verkehrlich gut gelegene Gewerbefläche, die die Stadt zwischen der Alten Heerstraße und der B213 im Bereich des dort geplanten Knotenpunktes schaffen werde.


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 30.03.2021.

zum zweiten Bild:
Prototyp: Eines der ersten Mikro-Hotels in umgebauten Überseecontainern als Übernachtungsangebot für Trucker ist fertiggestellt und auf dem Betriebsgelände am Europaring aufgebaut. Foto: Willi Siemer.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 30.03.2021.