Presseberichte

„Konzept ist immer noch richtungsweisend“

Löningens erstes und bisher einziges Altenzentrum St. Franziskus wurde vor 25 Jahren mit 47 Plätzen eröffnet

von Willi Siemer


Die äußere Gestaltung des neuen Altenzentrums St. Franziskus in Löningen an der St.-Annen-Straße wurde in der Bauzeit Mitte der Neunziger und den ersten Jahren durchaus kontrovers diskutiert, wich der kleingliedrige, durch Putzbeton, Holzelemente und Flachdach gekennzeichnete Stil doch stark von dem ab, wie größere Gebäudeeinheiten damals und auch heute zumeist gebaut werden. Doch noch heute, zum Jubiläum des 1. April vor 25 Jahren eröffneten neuen Altenzentrums, finden das Gebäude und vor allem seine Aufteilung in Geschäftsführer Eberhard Ficker und Pflegedienstleiterin Martina Gerdes glühende Befürworter.

„Der damals aus einem kleinen Architektenwettbewerb hervorgegangene Entwurf eines Architektenteams unter anderem aus Münster war sicherlich revolutionär. Die Ideen dahinter haben sich auch aus heutiger Sicht als geradezu richtungsweisend herausgestellt“, freut sich Ficker auch heute noch über die Ende 1994 getroffene Wahl für die 1996 eröffnete erste stationäre Löninger Seniorenbetreuung.

Das Gebäude sei aus Sicht der Bewohner mit viel Licht und dem Zusammenleben in kleinen Wohngruppen mit großen Fluren als kleinem Marktplatz der Begegnung von den Architekten konzipiert worden. Diese Ideen hätten sich seitdem nicht nur in den normalen Zeiten, sondern erst recht unter Corona-Bedingungen bewährt, betont Gerdes.

Das nach wie vor einzige Altenzentrum in Löningen begann damals mit 47 Pflegeplätzen. Nach mehreren kleineren Erweiterungen gibt es inzwischen 67 Langzeit-Betreuungsplätze und Infrastruktur für 25 ältere Frauen und Männer in der Tagespflege. Bis zum Ende des kommenden Jahres kommen weitere sechs bis acht stationäre Plätze hinzu, denn die Senioreneinrichtungen St. Franziskus als Träger der Löninger Einrichtung und auch des 2003 eröffneten Seniorenzentrums St. Katharina in Lindern mit heute 50 Langzeit- und 25 Kurzzeitpflegeplätzen plant nochmal eine Erweiterung im freien Bereich zwischen St..-Annen-Straße und Vehnweg.

Die Nachfrage sei nach wie vor groß, es gebe eine Warteliste, begründen beide die Erweiterungspläne, die in Lindern im vergangenen Jahr bereits abgeschlossen worden sind.

Auch die damals beschlossene unmittelbare Nähe zum Krankenhaus in der Ortsmitte sei die richtige Entscheidung gewesen. Auch die wirtschaftliche Bedeutung als Arbeitgeber sei kontinuierlich gewachsen, so der Geschäftsführer: Heute seien mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für St. Franziskus tätig: 100 im Löninger Altenzentrum, 53 in Lindern und 58 in den beiden Kommunen in der ambulanten Seniorenbetreuung der Caritas-Sozialstation. Insgesamt seien beim Löninger Krankenhaus und den Senioreneinrichtungen 572 Frauen und Männer beschäftigt, das seien rund 300 Vollzeitarbeitsplätze.

Ursache für die vergleichsweise späte Gründung einer stationären Seniorenbetreuung in der Stadt sei ein Agreement mit den Nachbar-Kirchengemeinden Lastrup und Essen gewesen, erläutert Ficker. Beide Kommunen hätten in den Jahren zuvor ihre Krankenhäuser verloren, die in Altenheime umgewandelt worden seien. Die Löninger hätten daher Rücksicht genommen, damit die Aufbauphase nicht durch ein eigenes Löninger Angebot gestört wurde.

Doch der Druck aus der Bevölkerung und der damals schon tätigen Verantwortlichen der Sozialstation habe zusammen mit den sich ändernden Familienstrukturen den einstigen Dechanten Josef Saalfeld bewogen, Ende 1991 das Kuratorium St.Franziskus zu gründen. Erster Schritt war die Ausstattung mit Grundstücken an der St.-Annen-Straße aus dem Besitz der Kirchengemeinde. Nachdem der Bedarf auch offiziell festgestellt wurde, begannen die mit der Einweihung im April 1996 abgeschlossenen Planungen.


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 31.03.2021.

zum zweiten Bild:
Foto aus der Anfangszeit: Die äußere Gestaltung des neuen Löninger Altenzentrums war durchaus umstritten: Die damalige kleingliedrige Bauweise und vor allem die Aufteilung in kleinen Wohngruppen hat sich nach Überzeugung der Verantwortlichen als ein zukunftsweisendes Modell erwiesen, das aktuell auch hilft, die Herausforderungen unter Corona-Bedingungen zu meistern. Foto: Senioreneinrichtungen St. Franziskus.

zum dritten Bild:
Führungsteam seit 25 Jahren: Eberhard Ficker ist seit der Gründung Geschäftsführer der Stiftung und der beiden Altenzentren, Martina Gerdes ist ebenso lange Pflegedienstleiterin. Foto: Willi Siemer.

zum vierten Bild:
Zweiter Standort: Neben dem Altenzentrum St. Franziskus in Löningen ist die kirchliche Stiftung auch Betreiberin des seit 2003 mehrfach ausgebauten Seniorenzentrums St. Katharina in Lindern. Foto: Senioreneinrichtungen St. Franziskus.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 31.03.2021.