Presseberichte

Schwäne bahnen sich Weg durch den Schlamm

Fischereiverein setzt Spezialbagger ein


von Rudolf Thomann


Das Bild ist symptomatisch für den derzeitigen Zustand der Hase im Bereich Löningen: Eine Schwanenfamilie bahnt sich am Altarm Haseknie durch Schlammbänke einen Weg zum Wasser, die Küken bleiben fast stecken.

Um diesen Zustand zu ändern, setzt der Löninger Fischereiverein mit erheblichem finanziellen und technischen Aufwand die Unterhaltungsmaßnahmen an seinen Gewässern fort. Nachdem im Jahr 2016 mit Unterstützung des Landkreises Cloppenburg eine Laichzone am Altarm Bunnen überarbeitet und erweitert werden konnte, wurden im Winter 2020 an den Altarmen Schelmkappe und Bunnen mit Hilfe eines langarmigen Baggers Schlammablagerungen aus den Gewässern entfernt (MT berichtete).

Da der Baumbestand an einigen Gewässern, vor allem am Altarm Haseknie in Löningen und den Heckenkölken in Böen, eine Entschlammung durch einen Bagger nicht zulässt, wurde für diese Maßnahme erstmalig ein Amphibienfahrzeug einer Firma aus dem Kreis Brake eingesetzt. Es verfügt über eine Schlammpumpe, die den Faulschlamm vom Bodengrund saugt und ihn über eine Strecke von bis zu 40 Metern auf angrenzende Flächen schleudert. Die Maßnahme konnte so früh vorgenommen werden, bevor die Brut- und Setzzeit begonnen hat.

Im Laufe der Jahrzehnte hatten sich in vielen Gewässern durch starken Laubeintrag große Schlammschichten gebildet. Diese waren besonders bei niedrigen Wasserständen, wie sie in den letzten Sommern aufgetreten sind, aber auch bei langem Eisgang, eine große Gefahr für Fische und Amphibien. In den letzten Jahren war es in einigen Gewässern durch Sauerstoffarmut durch diese Bedingungen schon häufiger zu einem Fischsterben gekommen. Vor allem am Altarm Haseknie waren während der letzten Hitzeperioden Schlammbänke entstanden, die zu großen Geruchsbelästigungen und entsprechenden Beschwerden der Anwohner geführt hatten.

„Der Fischereiverein Löningen hat die erheblichen Kosten cür diese Maßnahmen aufgewendet“, betont der Vorstand des Fischereivereins, „weil wir davon ausgehen, dass dieser Aufwand nachhaltig die ökologische Situation unserer Gewässer verbessert. Das gilt umso mehr, weil man vielleicht damit rechnen muss, dass die kommenden Sommer immer weniger Niederschläge bringen werden.“

Fakten
* In einem ausgewogenen Gewässer bauen Mikroorganismen Einträge wie beispielsweise Laub ab, wobei sie Sauerstoff verbrauchen. Ist ein Gewässer übermäßig verschlammt, wird für den Abbau sehr viel Sauerstoff benötigt.
* Zusätzlich verbrauchen die im Wasser lebenden Tiere ebenfalls Sauerstoff. Somit kann bei ungünstigen Verhältnissen, zum Beispiel hohen Wassertemperaturen, langem Eisgang und geringem Wasservolumen, eine Sauerstoffarmut auftreten.
* Gefährlich kann es werden, wenn anaerobe Bakterien die Arbeit übernehmen. Sie verbrauchen zwar keinen Sauerstoff, bilden aber giftige Faulgase, die Fische und andere Wassertiere schädigen und zu erheblichen Geruchsbelästigungen führen.
* Letztlich kann der gebildete Faulschlamm zu einem „Umkippen“ des Gewässers und dem Absterben der im Wasser lebenden Tiere führen.


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 31.03.2021.

zum zweiten Bild:
Mühselig: Eine Schwanenfamilie bahnt sich einen Weg durch die Schlammbänke am Altarm Haseknie in Löningen. Foto: Thomann.

zum dritten Bild:
Großreinemachen: Im Altarm Haseknie setzt der Löninger Fischereiverein jetzt ein Amphibienfahrzeug zur Entschlammung ein. Foto: Thomann.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 31.03.2021.