Presseberichte

Heilpraxis-Pläne sorgen in Böen für Unruhe

UfL beantragt Innenbereichssatzung / Landwirte fühlen sich übergangen und kritisieren auch Dorfvorstand

von Willi Siemer


Die Pläne einer Löninger Heilpraktikerin, im Außenbereich des Ortes Böen am Westerhoffweg eine Naturheilpraxis beziehungsweise ein Gesundheitshaus zu bauen, sorgen bei den von dem Vorhaben Betroffenen und im Stadtrat für Unruhe.

Zwar hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, den Antrag der UfL zur Neuaufstellung einer Innenbereichssatzung für Böen, die dieses Bauvorhaben ermöglichen würde, an den zuständigen Planungs- und Umweltausschuss zu verweisen. Jedoch wurde bereits in der kurzen Stellungnahme von Bürgermeister Marcus Willen und in Reaktionen von Betroffenen aus Böen in MT-Gesprächen deutlich, dass hier unterschiedliche Interessen vorliegen, die nicht unter einen Hut zu bringen sind.

UfL und Dorfvorstand unterstützen Pläne für Naturheilpraxis

Die Heilpraktikerin hatte den Unterlagen zufolge bereits 2018 beim Kreis eine Bauvoranfrage für ein Grundstück im sogenannten Apfelgarten in dörflicher Lage beantragt, das ihr die Besitzerin verkaufen wollte. Der hatte das abgelehnt und auch die Stadtverwaltung sah 2020 nach einem privaten Antrag der Frau nach Angaben von Bürgermeister Marcus Willen nicht die Voraussetzungen für eine nähere Prüfung erfüllt. Daraufhin machte sich die UfL das Anliegen zu eigen und beantragte als Fraktion das Aufstellen einer Innenbereichssatzung zwischen Westerhoffweg und Menslager Straße für den gesamten Bereich von Altböen, die, wenn sie vom Rat verabschiedet werden würde, einen Hausbau am Rand von Böen ermöglichen würde.

Dieses Projekt sei für den Ausbau der gesundheitlichen Infrastruktur ein ideales Vorhaben und eine Bereicherung, begründet die UfL ihren Antrag.

Für dieses Gesundheitshaus spricht sich auch der Vorstand der Dorfgemeinschaft Böen aus. Der Vorsitzende Ludger Siemer schreibt in seinem „Unterstützungsbrief“ überschriebenen Schreiben, dass der Vorstand das Projekt befürworte und der Standort bestens geeignet sei für ein solches Projekt.

Bürgermeister Marcus Willen erklärte, er verstehe die private Intention, der eingeschlagene Weg sei aber nicht richtig, da dieses Vorhaben vor allem Rechte von Menschen berühre, die hier schon wohnten. Er zitierte aus einem Schreiben von drei im Geltungsbereich liegenden Landwirten.

Die betonen, dass sie als teils direkte Grundstücksnachbarn dem Projekt zwar grundsätzlich positiv gegenüberstünden. Das Vorhaben sollte aber in Löningen die Innenstadt beleben und nicht im Außenbereich realisiert werden. Zudem verweisen sie darauf, dass in den Karten die Immissionswerte von zwei anliegenden Landwirten nicht berücksichtigt worden seien.

Im MT-Gespräch wird einer der Beteiligten deutlicher. „Wir können und werden nicht zulassen, dass ein solches Gebäude unsere bestehenden und mögliche zukünftige landwirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten einschränkt. Auch die von der Heilpraktikerin versprochene „Vielzahl von Baumöglichkeiten für den Ort“ durch die Innenbereichssatzung können wir doch nicht wollen, weil wir dann keine Tiere auf den Höfen mehr halten könnten“.

Sauer ist der Landwirt auch auf den Böener Dorfvorstand und das Vorgehen der UfL-Fraktion. Da werde ein Unterstützungsbrief verfasst, ohne dass mit den betroffenen Böenern selbst überhaupt gesprochen worden sei.

In der Ratssitzung hatte die UfL die Anregung des Bürgermeisters zu einer Dorfversammlung vor den Ausschuss-Beratungen begrüßt und als „fantastisch“ bezeichnet.

Es sollte doch selbstverständlich sein, dass man zunächst mit den unmittelbar Betroffenen spreche und sich über die Folgen für die hier Lebenden Gedanken mache, bevor man solche Pläne öffentlich unterstütze.


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 03.04.2021.

zum zweiten Bild:
Protest: Gegen die Pläne für eine Naturheilpraxis im sogenannten Apfelgarten am Westerhoffweg durch das Aufstellen einer Innenbereichssatzung regt sich Widerstand: Die betroffenen Landwirte fürchten um Einschränkungen ihrer Entwicklungsmöglichkeiten. Foto: Siemer.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 03.04.2021.