Presseberichte

Arztassistenten entlasten Mediziner

Initiatoren informieren Löninger Ausschuss über neuen berufsbegleitenden Studiengang für medizinische Berufe

von Willi Siemer



Ein für Deutschland neues, aber in den USA , England und Skandinavien bereits seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziertes Patienten-Betreuungsmodell hat der Papenburger Hausarzt und Medizinunternehmer Dr. Volker Eissing seit Herbst 2020 in Papenburg als Modellprojekt erfolgreich aus der Taufe gehoben. Dr. Eissing hat dort gemeinsam mit Hermann Meemken als ehrenamtlichem Projektverantwortlichen einen neuen berufsbegleitenden Studiengang für Arztassistenten, im Englischen Physician Assistent (PA), aufgebaut.

Auf der steten Suche nach alternativen Lösungsansätzen für die medizinische Versorgung von Patienten in immer weniger Arztpraxen, angesichts fehlender neuer Hausärzte, haben sich jetzt Löningens Bürgermeister Marcus Willen und der Erste Stadtrat Thomas Willen bei den beiden Verantwortlichen ausführlich über das Konzept und die Ziele informiert. Mit dem Einsatz von PAs werden die Ärzte spürbar entlastet, begründet Dr. Eissing seine Initiative.

Er könne sich eine Förderung durch die Stadt gut vorstellen, da es ein denkbarer Ausweg ist, mit Hilfe dieser Arztassistenten die Patienten weiter gut zu versorgen, so Willen. Er betont, dass dies ein Vorschlag ist, über den die Ratsmitglieder zu entscheiden haben. Das Studium kostet 500 Euro pro Monat:

Am Anfang stehen daher ausführliche Informationen: In einer Sitzung des Ausschusses für Familie, Bildung, Kultur und Sport Anfang Mai erhalten die Initiatoren des Projekts die Gelegenheit, ihre Ideen zur Entlastung der Allgemeinmediziner durch die Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorzustellen.

Dieser Studiengang bietet nach Ansicht der Löninger Verwaltungsspitze die Möglichkeit, dem akuten Fachkräftemangel entgegenzuwirken und er ist eine Chance, sich weiterzubilden und ein höheres Gehalt zu bekommen.

Arztassistenten oder Assistentinnen in den Praxen sorgen dafür, dass der Mediziner von Routinetätigkeiten entlastet wird und sich auf die Diagnostik, die Therapie, also allgemein gesagt auf die Behandlung der Patienten, konzentrieren kann. Möglich ist aufgrund der Qualität des Studiums auch der Einsatz in spezialisierten Bereichen wie das Betreuen zum Beispiel von Diabetes- oder Rheuma-Patienten.

Das siebensemestrige, berufsbegleitende Studium, das mit dem Bachelor of Science abgeschlossen wird, stößt auf großes Interesse. Für die 30 Plätze zum Auftakt in Papenburg in der dort gebildeten Außenstelle der staatlichen Hochschule Anhalt lagen über 70 Bewerbungen vor.

Voraussetzungen für das Studium ist mindestens die Fachhochschulreife oder ein als gleichwertig anerkannter Abschluss oder berufliche Qualifikationen, die als Hochschulzugangs-Vorausetzungen anerkannt werden, verbunden mit einem Eignungsgespräch, sowie eine abgeschlossene Ausbildung mit einer dreijährigen Berufserfahrung in medizinischen Berufen wie Krankenschwester, Arzthelferin, Physiotherapeut oder Hebamme.

Das Studium hat durch die berufsbegleitende Form den Vorteil, dass medizinische Fachangestellte aus dem ambulanten Bereich, die sich auf Hochschulniveau (ohne Semesterferien) und den wesentlichen Inhalten weiterqualifizieren wollen, in ihrem Beruf bleiben können.


zum oberen Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 17.04.2021.

zum zweiten Bild:
Beeindruckt: Bürgermeister Marcus Willen (Zweiter von links) und Löningens Erster Stadtrat Thmoas Willen (Zweiter von rechts) informierten sich in Papenburg bei Allgemeinarzt und Medizinunternehmer, Dr. Volker Eissing, (rechts) und Projektleiter Hermann Meemken über das neue Ausbildungsangebot zum Arztassistenten. Foto: Stadt.

zum dritten Bild:
Wird zum Campus ausgebaut: In einer ehemaligen Industriehalle werden angehende Arztassistenten ausgebildet, die mit ihren erworbenen Qualifikationen die Hausärzten durch die Entlastung von Routinetätigkeiten mehr Zeit für Diagnostik und Therapie in den Praxen geben sollen. Foto: Stadt.

zu den weiteren Bildern:
Eindrücke vom Besuch in Papenburg. Fotos: Stadt.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 17.04.2021.