Presseberichte

Unwetter mit Starkregen setzt Löningen unter Wasser

37 Einsätze hatte die Feuerwehr zu absolvieren/Passanten machten es den Freiwilligen am Eisel schwer


Löningen (rok/max) - Unwetter in Löningen: In Teilbereichen des Südkreises Cloppenburg öffnete der Himmel alle Schleusen. Innerhalb kürzester Zeit fluteten wahre Sturzbäche das Lönigner Stadtgebiet. Ab dem frühen Morgen waren die Kameraden der Löninger Feuerwehr im Dauereinsatz. In einem Zeitraum von sieben Stunden wurden laut Sprecher Oliver Purk 37 Einsätze abgearbeitet.

Purks Bericht beginnt um 7 Uhr mit einer Meldung aus dem Chemiebetrieb Remmers. Ein Mitarbeiter berichtete von einem massiven Wassereinbruch in die Produktions,- Lager,- und Laboreinrichtungen. Die Feuerwehr Löningen wurde zur Unterstützung der betriebseigenen Werkfeuerwehr alarmiert, um die Produktionsstätte zu schützen und das eindringende Wasser abzupumpen. Drei Fahrzeuge der Löninger Wehr rückten aus, um mit Sandsäcken und diversen Pumpeneinsätzen die bedrohliche Lage nach einiger Zeit unter Kontrolle zu bringen. Ob es zu einer Verunreinigung des Wassers durch Chemikalien gekommen ist, konnte zunächst nicht bestätigt werden.

Zwischenzeitlich häuften sich laut Feuerwehr die Notrufe vieler Löninger Bürgerinnen und Bürger, welche ebenfalls durch den Starkregen betroffen waren, und das Wasser in die Häuser und Keller eindrang. Auch wurde im späteren Verlauf die Feuerwehr Essen zur Hilfe geholt. Nicht nur private Haushalte waren laut Purks Bericht betroffen. Auch Gastronomiebetriebe, Massagepraxen, eine christlichkirchliche Gemeinschaft und selbst das Löninger Rathaus wurden von den Wassermassen zum Teil stark beschädigt. Da die Mengen an Regenwasser auch die Kanalisation überforderten, waren extreme Überflutungen zu verzeichnen. Unter anderem war der Kreisverkehr in Löningen stark betroffen, schreibt die Feuerwehr. Sie bahnte sich zu Fuß einen Weg durch den „See am Eisel“ und öffnete alle Oberflächenentwässerungsschächte. Nicht komisch fanden die Freiwilligen dabei das Verhalten einiger Autofahrer. Sie ignorieren die Absperrungen, fuhren weiter und verursachten dabei Wellen. Die ließen das Wasser in Stiefel und Hosen der Einsatzkräfte schwappen. Zu allem Überfluss seien die Feuerwehrleute von den „Autofahrern belächelt oder dumm angemacht worden, als man versuchte, diese darauf aufmerksam zu machen oder zum Schutz der Feuerwehrleute am Durchfahren zu hindern“, schreibt Purk.

Zu den Einsätzen wegen des Starkregens kamen auch drei weitere Einsätzen anderer Art. Zum einen musste in Duderstadt ein umgestürzter Baum beseitigt werden, in Essen wurde mit der Löninger Drehleiter eine abgeknickte Baumkrone herausgeschnitten. Ebenso rückte ein Fahrzeug aus, um bei einem medizinischen Notfall den Rettungsdienst mit einer Tragehilfe zu unterstützen. Das Ende eines stressigen Samstags.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 07.06.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 07.06.2021.