Presseberichte

Zweckverband sieht ausgebuchte Saison

Von Kurzarbeit zum Boom: Kunden preschen los und buchen E-Bike-Tagestouren und „Radurlaub auf Rezept“

von Willi Siemer


Von Kurzarbeit zum großen Boom: Eine geradezu explodierende Nachfrage erleben gerade die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Zweckverbands Erholungsgebiet Hasetal (ZEH) in Löningen. „Wir haben das Gefühl, dass unsere Kunden angesichts der rasant sich bessernden Corona-Zahlen und den damit einhergehenden Lockerungen schon mit den Hufen gescharrt haben und jetzt lospreschen“, schildert Geschäftsführer Wilhelm Koormann die Situation.

Kollegin Heike Kamper untermauert das mit Zahlen. In gerade einmal eineinhalb Wochen sind telefonisch oder per Mail 1200 Anmeldungen für die inzwischen acht beliebten E-Bike-Erlebnis-Tagestouren der Hasetaler Touristiker eingegangen.

Das sei angesichts der erzwungenen Ruhe des Lockdowns im Monat Mai und in den ersten Tagen des Juni trotz der Schwierigkeiten, den Ansturm auch organisatorisch zu bewältigen, ein schönes Gefühl, dass es endlich wieder losgehen kann, so Koormann.

Eine Rekordsaison sei wegen der fehlenden Wochen zu Beginn nicht mehr drin, aber der Geschäftsführer geht davon aus, dass die Angebote sowohl der EBike-Touren wie auch die Rad- und Vitalurlaube „auf Rezept“, also alle Gruppenangebote des Zweckverbands, bis zum Ende der Saison ausgebucht sein werden. Bei den individuellen Urlaubsangeboten werde es möglicherweise noch freie Plätze geben, denn die richten sich nach den Kapazitäten der Hotels, mit denen der Zweckverband in der Region zusammenarbeitet.

Auch der Zweckverband profitiert nach Koormanns Einschätzung in starkem Maße von der Nachfrage nach Urlaub in Deutschland, verursacht durch die Unsicherheiten angesichts der Pandemie. Aus vielen Telefonaten wisse man, dass unter den Teilnehmern viele vorher noch nie einen Radurlaub gemacht hätten, erläutert Kamper.

Trotz des Stillstands zu Beginn der Saison auch im vergangenen Jahr hatten nach Kampers Angaben immerhin noch 140 Tagestouren stattfinden können, in den kommenden Monaten sind 150 Touren geplant. Da bis zu 20 Frauen und Männer teilnehmen können, erwarten die zehn Vollzeitkräfte, die Teilzeitmitarbeiterinnen und die Aushilfen rund 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Das bedeute viel Organisationsarbeit auf verschiedenen Ebenen allein mit den 112 Kursleitern, da alles wie mit großen und kleinen Zahnrädern ineinander fassen müsse, damit es funktioniere. Doch vor allem freuten sich alle, dass es wieder losgehe. Das gelte auch für die Gastronomen und Hoteliers, die endlich wieder Gäste empfangen dürften und Geld verdienen könnten.

Die Fragen der Teilnehmer seien zurzeit noch deutlich größer als zu normalen Zeiten, so Kamper. Insbesondere zu den praktischen Folgen der Corona-Vorschriften gebe es ein Informationsbedürfnis. Darauf haben die Verantwortlichen so weit wie möglich bereits reagiert. Wenn in den kommenden Wochen doch noch wieder getestet werden muss, dann übernehme das der Zweckverband, auch Stornierungen seien unter den Umständen dieser Saison einfacher möglich, so die Touristikerin.

Zu den bewährten Angeboten im Erholungsgebiet Hasetal und den Kreisen Emsland und Osnabrück haben die Organisatoren auch zwei neue Tagestouren mit dem E-Bike ins Programm aufgenommen: Unter dem Motto „Germanen und Genuss“ ist der Alfsee Ausgangspunkt einer fast 60 Kilometer langen Tour zum stilechten „Germanenland“ im Ferienpark Alfsee und zum Museum in Kalkriese, wo die römische Händlerin „Laetitia“ ihre Geschichte als Gefangene erzählt. Geboten wird zudem „Germanenbrot“ und „Arminius-Eintopf“.

„Grenzenlos Fietsen“ heißt es ab Twist, in der die grenzenlosen Weiten der Moor- und Heideflächen im Emsland und Holland, das Erdölmuseum, das Emslandmuseum und die Emslandlager sowie der Naturpark Bargerveen erkundet werden können.

Bestseller der vergangenen Jahre war stets die „Maritime Tour“ mit Meppen als Ausgangspunkt und – neben den kulinarischen Angeboten – den Häfen der Kreisstadt und Haren als Ziele und Routen entlang der Hase, der Ems und des Dortmund-Ems Kanals.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 16.06.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 16.06.2021.