Presseberichte

Primiz ein Jahr und einen Tag nach der Weihe

Johannes Winkeler feiert im Festhochamt mit viel Musik die erste Messe in seiner neuen Heimatgemeinde St. Vitus

von Willi Siemer


Normalerweise feiern junge Priester gleich nach ihrer Weihe ihre Primiz. Das heißt, sie zelebrieren die erste Messe in ihrer Heimatgemeinde. Doch wie bei so vielen Dingen auch machten die Folgen der Corona-Pandemie Johannes H. Winkeler einen dicken Strich durch diese Tradition. Die Vorschriften seien derart gewesen, dass an ein Festhochamt zunächst nicht zu denken war, bedauert St.-Vitus-Pfarrer Dechant Bertholt Kerkhoff.

Ein Jahr und einen Tag musste der 32-jährige Löninger warten bis zu seiner Primizfeier am Wochenende in der St.-Vituskirche. In der war Winkeler getauft worden, hatte die erste Kommunion und das Sakrament der Firmung empfangen. Immer noch den Vorschriften zur Pandemie-Bekämpfung geschuldet, musste der jetzt gewählte Rahmen für das Festhochamt etwas kleiner sein als „in normalen Zeiten“. Neben dem Neupriester gab es daher mit Dechant Kerkhoff und Pfarrer Monsignore Oliver Boss zwei Konzelebranten.

Winkeler widmete Boss ein besonderes Dankeschön. Er habe auf vielen Wegstationen ein offenes Ohr für ihn gehabt und ihn in sein Herz geschlossen, dankte Winkeler Boss, der heute Pfarrer in Düsseldorf ist; davor war er Domvikar und Sekretär von Kardinal Joachim Meisner (1933 bis 2017). In seiner Primizpredigt thematisierte Boss die Herausforderungen des Schiffs Kirche in der heutigen Zeit. Jesus wiederkehrende Rufe „Komm!-Bleib!-Geh!“ seien die lebenslangen Herausforderungen, die immer wieder eine Antwort von ihm verlangten.

Aus tiefstem Herzen wolle er einfach Danke sagen, erklärte der Neupriester fast von seinen Emotionen übermannt in seinen persönlichen Abschlussworten. Tief bewegt dankte er seinen Eltern dafür, dass sie diesen Weg mit ihm gegangen seien und der Gemeinde für den Empfang, der ihm unvergessen bleibe. Auf seinem Weg zum Priester habe ihn der frühere Vitus-Pfarrer Josef Saalfeld als authentischer Zeuge Christi sensibilisiert. Dechant Kerkhoff dankte er für die stete Verbundenheit und den Kontakt. Zwar nur mit vergleichsweise wenigen Aktiven, aber dafür hochkarätig besetzt, gestalteten sechs Akteure stimmungsvoll das Hochamt. Neben Oliver Strauch an der Orgel und als Kantor spielten Reinhard Brockhaus (Trompete), Johanna Bülter (Violine) und sangen Henning Jansen, Rita Thole und Michaela Kemme. Thole und Kerkhoff sangen zum Abschluss der Messe für Winkeler einen musikalischen Segenswunsch.

Am 19. Juni 2020 war Winkeler nach dem Theologiestudium und unter anderem zwei Jahren in Rom sowie der Ausbildung im dortigen Priesterseminar im Kölner Dom von Kardinal Rainer Maria Woelki zum Priester geweiht worden. Ab September arbeitet Winkeler als Kaplan in zwei Düsseldorfer Gemeinden.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 22.06.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 22.06.2021.