Presseberichte

Schwimmoffensive von Stadt und Schulen

Freibad gehört bis 13.30 Uhr den Kindern der acht Löninger Schulen / Auch Bustransfer wird organisiert

von Willi Siemer


Mit einer regelrechten Schwimmoffensive wollen die Löninger Schulen gemeinsam mit der Stadtverwaltung die entstandenen großen Defizite der letzten Monate dieser buchstäblich überlebenswichtigen Fähigkeit beseitigen.

Dafür hat die Verwaltung das Löninger Freibad von 8 bis 13.30 Uhr für jegliche Nutzung durch andere Besucher gesperrt. Das sei nicht nur auf Begeisterung gestoßen, berichtet Bürgermeister Marcus Willen von Anrufen im Rathaus. „In einer derartigen Situation haben die Kinder aber absoluten Vorrang. Darüber gibt es eigentlich einen breiten Konsens.“ Immer wieder gebe es Berichte über ertrunkene Kinder in Badeseen oder Flüssen. Unterricht und Training leiste hoffentlich einen wichtigen Beitrag, das zu vermeiden, so Willen.

Um den Unterricht so effizient wie möglich zu gestalten, hat die Stadt auch den Bustransfer für die Löninger Schulen organisiert. Für die drei Dorf-Grundschulen ist das ohnehin notwendig.

„Die Busfahrt statt des Fußmarsches sorgt dafür, dass die Kinder keine Zeit verlieren und eine Nettostunde im Wasser sind und damit nicht nur Technik vermittelt bekommen sondern auch Zeit zum Ausdauertraining haben“, freut sich Sebastian Macke.

Der Konrektor der Ludgeri-Realschule ist Sportlehrer und kann durch eine pädagogische Mitarbeiterin als dritter Aufsicht am Beckenrand gemeinsam mit Kollegin Simone Franz mit ins Wasser gehen und dort Unterricht und Hilfestellungen geben.

In „normalen Zeiten“ hat es ein Nebeneinander von Badegästen und Unterricht in dem 1500 Quadratmeter großen Becken gegeben, das ist in diesem Sommer nicht möglich, da zumeist zwei Gruppen gleichzeitig im Wasser sind. Das waren beim Ortstermin zwei fünfte Klassen der Ludgeri Realschule und eine Grundschulklasse aus Wachtum.

Durch Corona und seine Folgen konnte fast eineinhalb Jahre kein Schwimm-Unterricht mehr gegeben werden. „Das merken wir jetzt sehr deutlich. Denn für alle vier Löninger Grundschulen war es stets ein ganz zentrales Ziel, den Mädchen und Jungen Schwimmen beigebracht zu haben“, so der Sportlehrer. Auch er sieht die Badeunfälle durch mangelnde Fähigkeiten mit großer Sorge: „Gut schwimmen zu können, ist eine Fähigkeit fürs Leben, die auch im Urlaub am Meer für Spaß, Freude und vor allem Sicherheit sorgt“.

Aktuell, so schätzt der Konrektor, können fünf bis zehn Prozent des fünften Jahrgang jeweils nicht schwimmen oder sind schwache Schwimmer. Viele beherrschten demnach zwar die Technik, aber es fehle an der Kondition, die ebenfalls sehr wichtig für sicheres Schwimmen sei, betont Lehrerin Simone Franz.

Als die Freibad-Nutzung wieder möglich war, hatten sich die verantwortlichen Löninger Sportlehrer mit Bäderleiter Ludger Mathlage zusammengesetzt und sehr schnell einen Nutzungsplan mit Doppelstunden fürs Freibad bis zu den Sommerferien aufgestellt. Auch über möglicherweise gegenseitige Hilfen wurde gesprochen. Ob und wie diese Initiative im neuen Schuljahr im Freibad fortgesetzt wird, soll noch mit allen Beteiligten beraten werden.

Sebastian Macke schwärmt von den gebotenen „tollen Bedingungen“. Das Wasser sei durch die Nutzung des Fernwärmenetzes angenehm warm, was auch für gute Stimmung bei den Mädchen und Jungen sorgt.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 28.06.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 28.06.2021.