Presseberichte

Alles Bio: Frauen werfen den Steinofen an

Das Böener Backhaus hat sich in zehn Jahren zum Dorfmittelpunkt entwickelt

von Georg Meyer


Üben mussten Gretel Rode, Berna Lampe, Hildegard Sandker und Ulla Blome nicht. Die Handgriffe saßen auf Anhieb wie gewohnt. Der Ofen war außerdem gut vorgeheizt worden. Rund eineinhalb Stunden lang hielt er danach die richtige Temperatur. Zeit genug für die Frauen, die von einem Biobäcker gelieferten Rohlinge fertig zu backen. Früher kneteten die Vier die Teige auch eigenhändig. „Inzwischen sind die Hygieneauflagen aber zu hoch geworden“, sagt Ulla Blome.

2011 hatte der Dorfverein das Backhaus auf einer Freifläche errichtet. Einen historischen Vorgänger gab es nicht. „Wir wollten einen Ort für alle schaffen“, erzählt Blome. Das Haus wird nicht nur zum Backen genutzt. Bei schlechtem Wetter treffen sich die Senioren dort auch zum Klönen. Sie zählen zu den treuesten Kunden. Aber auch Auswärtige kommen extra nach Böen, um einen schmackhaften Rosinenstuten, ein kräftiges Schmalzbrot oder ein körnerreiches Dinkel zu kaufen.

Besonders beliebt ist das Böener Apfelbrot, eine Eigenkreation, für die die Bäckerinnen die Früchte der benachbarten Apfelbäume nutzen. „Wir legen sie im Herbst zurück, um möglichst lange mit ihnen auszukommen“, verrät Ulla Blome. Im vergangenen Jahr trugen die Bäume zum Glück besonders reich.

Die Kunden müssen vorab bestellen. „Das gibt uns Planungssicherheit“, sagt Blome. Schließlich soll nichts übrig bleiben. Die Einnahmen fließen in die Kasse des Dorfvereins. Wenn ihnen die Pandemie keinen Strich mehr durch die Rechnung macht, werden die Backfrauen ihre Schürzen Anfang August erneut anlegen. Zum Erntedankfest, ein weiteres Mal im Herbst und kurz vor Weihnachten soll der Ofen angefacht werden.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 28.06.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 28.06.2021.