Presseberichte

Willen: „Demokratie lebt vom Wandel“

In Löningen beginnt das große Stühlerücken / Insgesamt 18 Mitglieder scheiden aus dem Stadtrat aus

von Georg Meyer


Verabschiedungen und Ehrungen haben am Mittwoch im Mittelpunkt der Löninger Stadtratssitzung gestanden. Das Gremium trat letztmals in alter Besetzung im Forum Hasetal zusammen. Am Montag findet dort die konstituierende Sitzung des neuen Rates statt.

Zuvor galt es aber, langjährige Kommunalpolitiker auszuzeichnen. Das übernahm Michael Kramer, Kreis-Geschäftsführer des Niedersächsischen Städteund Gemeindebundes (NSGB). Lastrups Bürgermeister würdigte das ehrenamtliche Engagement zugunsten der Stadtbevölkerung und überreichte Manfred Borchers, Björn Brak, Hedwig Knabke und Agnes Menke Ehrennadeln für ihre jeweils 15-jährige Tätigkeit. Noch länger, nämlich 20 Jahre, gehörte Uwe Ostermann dem Stadtrat an. Getoppt wurde er nur noch von Rainer Kroner, der seit 35 Jahren ununterbrochen in der städtischen Politik mitmischt – und dies auch in der kommenden Ratsperiode tun wird. Er erhielt die Ehrenmedaille des NSGB.

Anschließend verabschiedete Noch-Bürgermeister Marcus Willen 18 Mitglieder, die dem Rat ab Montag nicht mehr angehören. „Demokratie lebt vom Mitmachen“, betonte Willen und bedauerte, dass den politisch Aktiven nicht immer die verdiente Wertschätzung entgegengebracht werde. „Viele große politische Karrieren beginnen in der Kommune. Hier sind die Bürger unmittelbar von den getroffenen Entscheidungen betroffen.“

Besonderen Raum gab Marcus Willen der Verabschiedung von Anneliese Lüsse. Als Gleichstellungsbeauftragte hatte sie sich 25 Jahre lang für die Belange von Frauen eingesetzt. „Sie war uns im Rat eine wichtige Stütze“, lobte Willen. Ihre Themen seien unter anderem der Ausbau der Kinderbetreuung und der Kampf gegen die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsplatz gewesen. Es gelte weiterhin, auf ein „ausgewogenes Geschlechterverhältnis“ zu achten, betonte der Bürgermeister. Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die Ratsmitglieder bei Lüsse.

Viele Entscheidungen hatte der alte Stadtrat nicht mehr zu fällen. Beschlossen wurden die Planungen für die Ortskerngestaltung in Böen sowie die Schaffung einer neuen Mitte in Elbergen. Beide Projekte sind gemeinsam mit örtlichen Arbeitskreisen entstanden. Für die Umsetzung sollen Fördermittel aus der Dorfentwicklung beantragt werden. Mehrheitlich zugestimmt hat der Rat auch einer Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich der E233. Der Verlauf des vierspurigen Ausbau der Straße steht inzwischen fest. Demnächst sollen dazu in Löningen Informationsveranstaltungen stattfinden, hieß es.

Diskussionsbedarf gab es bei einem Antrag von Dirk Schelze. Der FDP-Politiker hatte eine Anpassung der Aufwandsentschädigungen für Mandatsträger gefordert. „Wir sollten dies für den neuen Rat entscheiden, damit kein falscher Eindruck entsteht“, sagte er und warb für eine „dynamische Anpassung“. Wer hart im Rat mitarbeite und an den Sitzungen teilnehme, müsse dafür belohnt werden. Tanja Schnetlage (CDU) lehnte die Erhöhung ab und verwies auf die im Vergleich zu Löningen niedrigeren Vergütungen in den Nachbargemeinden. Bei der Abstimmung setzte sich Schelze durch. Der Rat beschloss mehrheitlich, die Zahlungen pro Sitzung von aktuell 25 auf künftig 35 Euro zu erhöhen. Sollte eine Sitzung länger als drei Stunden dauern, soll jede weitere Stunde ebenfalls mit 35 Euro ausgeglichen werden.

Folgende Mitglieder sind aus dem Stadtrat ausgeschieden: Reinhold Krull, Tom Dobrowolski, Diana Hömmen, Lisa Kramer, Daniel Meyer, Friedrich Steinke, Vitus Drees, Ralf Liebermann, Carsten Osinski, Dirk Schelze, Anja Thiel, Christina Wieborg, Josef Ramler, Manfred Borchers, Hedwig Knabke, Uwe Ostermann, Christoph Fresenborg und Ansgar Moormann.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 30.10.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 30.10.2021.