Presseberichte

Hallenbad wird bis auf Weiteres geschlossen

0,5 Millimeter große Risse in Bodenplatte Korrosionsanzeichen / Im Etat Geld für Neubauplanungen vorgesehen

Zustand wurde 2019 noch als gut angesehen / Ziel ist, das Bad so schnell wie möglich wieder zu öffnen

von Willi Siemer


Mit einer Schließung des Hallenbades hat die Löninger Stadtverwaltung auf jetzt entdeckte Risse in den Bodenplatte des Hallenbades unter dem Hubboden reagiert. Sie hatten sich seit Mai von bisher unbedenklichen rund 0,2 auf jetzt 0,5 bis 0,6 Millimeter vergrößert. Das sei eine überraschende und ebenso bedenkliche Entwicklung erläuterte Andreas Brundiers auf einer Pressekonferenz im Rathaus.

Der Fachbereichsleiter Hochbau und Bauingenieur geht gemeinsam mit einem Statiker und einem Fachplaner davon aus, dass dies in der 0,5-Meter dicken Stahlbeton-Platte auf eine Überlastung des Bauteils durch Korrosion in der Bewehrung zurückzuführen ist.

Das sei von außen nicht feststellbar. In dem 2019 erstellten Sanierungsgutachten sei der Zustand des Bades, was die Anlagentechnik, den Brandschutz und den allgemeinen Zustand angeht, noch als gut angesehen worden, so Brundiers. Im Oktober sei das Monitoring nach den Entdecken der sich verbreiternden Risse von monatlich auf wöchentlich verkürzt worden.

Ursache für die jetzt entdeckten Schäden ist nach weiteren Angaben des Fachmanns das Einsickern von chlorhaltigem Wasser über Jahrzehnte in den Beton. Die dabei entstehenden Chloride hätten den Stahlbeton angefressen.

Daher habe man sich sofort entschlossen, aus Sicherheitsgründen das Bad zu schließen, erklärte Bürgermeister Burkhard Sibbel. „Das hat keiner und konnte niemand erwarten“, so Sibbel. Geplant sind jetzt so rasch wie möglich zusätzliche Abstützmaßnahmen zwischen dem Beckenboden, auf dem ein Wasserdruck von zwei Tonnen pro Quadratmeter lastet, und der eigentlichen Betonsole in dem gut einen Meter hohen Zwischenraum. Dafür werden nach Brundiers Angaben Holzstempel verwandt, die zusätzlich durch horizontale Balken gesichert werden. Das Ziel sei es, das Bad so rasch wie möglich wieder für den Schulsport, aber auch für die Freizeitschwimmer wieder zu öffnen. Alle Beteiligten hoffen auf Anfang des Jahres“, so Bürgermeister Sibbel.

Inzwischen seien alle Fraktionsvorsitzenden informiert worden. Es habe eine direkte Reaktion gegeben. Alle seien sich, so Sibbel, darin einig gewesen, Planungsmittel für einen möglicherweise notwendigen Neubau in den Haushalt 2022 aufzunehmen.

Noch Anfang des Jahres hatte es eine kontroverse Debatte über die Zukunft des Bades vor allem zwischen Stadtverwaltung und UfL gegeben. Während Bürgermeister Marcus Willen auf der Basis der damals vorliegenden Erkenntnisse von einem mittelfristig problemlosen Betrieb ohne Millionen-Investitionen ausging, plädierte die UfL aufgrund der hohen Förderungen für einen Neubau.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 08.11.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 08.11.2021.