Presseberichte

Codierer verderben Fahrraddieben die Laune

In Löningen bieten drei Senioren Termine an / Vor allem E-Bike-Besitzer wollen ihre teuren Zweiräder schützen

von Georg Meyer und Imke Vorholt


Ihre Gravur macht Fahrräder einzigartig: Seit fast 20 Jahren codieren Alfons Beumker, Franz Wenner und Heinz Siemer die Drahtesel der Löninger. Ihr Ziel: Dieben das Handwerk möglichst schwer zu machen. Die Kriminellen haben es zuletzt immer öfter auf E-Bikes abgesehen.

Vor gut zwei Wochen hatte das Trio Fahrradbesitzer erneut eingeladen – 34 kamen. „27 von ihnen brachten ein E-Bike mit“, berichtet Beumker. Der Trend zu batterieunterstützten Zweirädern hält an. „Immer mehr Löninger wechseln jetzt“, hat der Pensionär festgestellt. Die teuren Vehikel – sie kosten zwischen 2000 und 3000 Euro – locken jedoch auch Diebe an.

Mit einer Graviermaschine verewigen die Codierer eine individuelle Ziffern- und Buchstabenkombination. Sie setzt sich aus dem Autokennzeichen und dem Gemeindecode des Wohnortes, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, drei Ziffern für die Hausnummer sowie den Initialen des Eigentümers zusammen. So wird jedes Rad zu einem Unikat und ist als Diebesgut schwieriger loszuschlagen.

Das zumindest hoffen Beumker und Co. Die drei engagieren sich ausschließlich ehrenamtlich. Ihre Codierungstermine beim Feuerwehrhaus geben sie rechtzeitig öffentlich bekannt. Geld nehmen sie nicht, eine kleine Aufmerksamkeit sei aber gern gesehen, sagt Beumker. Die Daten geben sie an die Polizei weiter, die sie registriert. Sollte das Rad doch gestohlen werden, können die Beamten es beim Wiederauffinden leichter identifizieren.

2020 registrierte die Polizei bundesweit 260.956 Fälle von Fahrrad-Diebstahl. Dabei sind die Täter nicht nur an den Fahrzeugen interessiert. Auch hochwertige Zubehörteile haben sie im Visier. Tatorte sind in vielen Fällen große Abstellplätze an Bahnhöfen, Schulen, Bäder, Sport- und Freizeitstätten. Den besten mechanischen Diebstahl-Schutz bieten stabile Bügel- oder Panzerkabelschlösser. Beim Kauf auf „geprüfte Qualität“ und hochwertiges Material – wie durchgehärteten Spezialstahl – sowie massive Schließsysteme achten.

Hilfe bei der Suche nach einem guten Schloss bietet etwa der Verband Schadensversicherer (VdS). Auf der Website des Verbands unter www.vds-home.de finden Interessierte in der Rubrik „Einbruch & Diebstahl“ eine Übersicht über VdS-getestete und zertifizierte Zweiradschlösser.

Auch die Stiftung Warentest veröffentlicht regelmäßig Tests von Fahrradschlössern im Internet: www.test.de. Wichtig bei Fahrrädern und E-Scootern: Die Fahrzeuge immer anschließen, damit sie nicht weggetragen werden können. Hierfür beim Schlosskauf auf ein ausreichend großes Schloss zum Anschließen achten.

E-Scooter bieten den Vorteil, dass diese zusammengeklappt und durch den Eigentümer mitgenommen werden können. Grundsätzlich sollte von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und E-Scooter nur in Ausnahmefällen unbeaufsichtigt abgestellt werden.


zum Bild:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 09.11.2021.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 09.11.2021.