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KRISE: Rudolf Kösters neuer Generalbevollmächtigter der KKOM

zurück zur Übersicht, 08.12.2012, Quelle: Nordwest-Zeitung vom 07.12.2012 (BILDER: Heuer)

Kösters soll schnellstmöglich ein Konzept für die finanziell angeschlagenen Kliniken erarbeiten. Gr. Hackmann bleibt im operativen Geschäft.

VON CARSTEN MENSING

CLOPPENBURG Zumindest im personellen Bereich ist den finanziell angeschlagenen Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland die große Lösung gelungen. Dr. Rudolf Kösters, langjähriger Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, ist ab sofort Generalbevollmächtigter der KKOM, teilte die Geschäftsführung am Donnerstagabend mit. Während sich Geschäftsführer Michael gr. Hackmann weiterhin um das operative Geschäft kümmert, soll Kösters schnellstmöglich ein zukunftsfähiges Konzept für die KKOM mit Häusern in Cloppenburg, Vechta, Emstek und Löningen erstellen.

Außerdem soll der 68-Jährige eine Moderatorenrolle zwischen den beteiligten Gruppen übernehmen. Er könne „unbelastet von den Diskussionen der letzten Wochen Empfehlungen geben“.

Um klare Aussagen zum weiteren Bestehen und zur Ausrichtung der vier Standorte treffen zu können, benötige Kösters Zahlenmaterial, das zum Teil schon von Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern in den vergangenen Wochen erhoben worden sei, heißt es seitens der KKOM-Geschäftsführung weiter. Teilweise müsse er diese Daten neu zusammenstellen.

Nach Auffassung der KKOM gilt der 68-Jährige als ausgewiesener Klinikexperte. 2004 übernahm er den Vorstandsvorsitz der St.-Franziskus-Stiftung Münster – heute mit 15 Krankenhäusern sowie neun Behinderten- und Senioreneinrichtungen die größte katholische Krankenhausgruppe in Nordwestdeutschland. Die Stiftung war in den vergangenen Wochen von verschiedener Seite immer wieder als strategischer Partner der KKOM ins Spiel gebracht worden.

Als langjähriger Vorsitzender des Fachausschuss für Krankenhausfinanzierung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) als Bundesspitzenverband aller deutschen Krankenhäuser wurde er 2006 zum Präsidenten der DKG gewählt. In dieser Funktion war er Stimme für mehr als 2000 deutsche Krankenhäuser und deren 1,1 Millionen Mitarbeiter. Mit seinem Ausscheiden aus diesem Amt vor wenigen Monaten ernannte ihn die Gesellschaft „in Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste“ zum Ehrenpräsidenten.

Zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn war Kösters fünf Jahre lang als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik der Uni Münster und zehn Jahre als Abteilungsleiter Krankenhäuser, Altenhilfeeinrichtungen und Werkstätten für Behinderte beim Diözesan-Caritasverband Münster – zu dem Verband gehörten u.a. mehr als 100 Krankenhäuser – tätig. Danach leitete der studierte Volkswirt vier Jahre die Vestische Kinderklinik in Datteln. 1987 wurde er Generalsekretär und Sprecher der Geschäftsführung der Hospitalgesellschaften der Franziskanerinnen in Münster. 2004 wurden die Gesellschaften in die neue St.-Franziskus-Stiftung überführt.

Neben seinem Engagement für die DKG war Kösters in vielen Verwaltungs- und Aufsichtsräten sowie Krankenhausgesellschaften- und Verbänden aktiv. In der langen Reihe seiner Auszeichnungen finden sich u.a. das Bundesverdienstkreuzes am Bande und der Gregoriusorden, die höchste päpstliche Auszeichnung für Laien.

Unterdessen haben die Mitarbeitervertretungen der vier KKOM-Häuser inzwischen offenbar den 2300 Beschäftigten empfohlen, ihrem Arbeitgeber bis Februar kommenden Jahres das Weihnachtsgeld zu stunden. Auch die Ärzte sollen auf ihre Tariferhöhung im Gesamtvolumen von 1,9 Millionen Euro verzichten. Für beide Aktionen müssen sich mindestens 80 Prozent der Mitarbeiter aussprechen – ansonsten ist das Sonderopfer hinfällig.

@ http://www.NWZonline.de/klinik-krise

[Den vollständigen Bericht finden Sie in der NWZ]