Presseberichte

KLINIK-KRISE: Kritik an Zurückhaltung des Bischofs. Cloppenburgs Bürgermeister fordert Perspektiven

Quelle: Nordwest-Zeitung vom 05.12.2012

Die Beschäftigten sollen freiwillig auf ihr Weihnachtsgeld verzichten. Das Offizialat will nicht für alle Schulden geradestehen.

VON CARSTEN MENSING UND REINER KRAMER

CLOPPENBURG Kritik an der offensichtlichen Zurückhaltung des Vechtaer Weihbischofs Heinrich Timmerevers im Fall der finanziell angeschlagenen Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM) hat das KKOM-Aufsichtsratsmitglied, Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese, geübt. „Es ist die Aufgabe des Bischofs, den Menschen Mut zu machen und Perspektiven für jeden Standort aufzuzeigen“, sagte der Verwaltungschef am Dienstag in Cloppenburg.

Auch mit den Bundes- und Landtagsmitgliedern des Oldenburger Münsterlands, die sich in den vergangenen Tagen kritisch bis ablehnend zu den geplanten Schließungen der Krankenhäuser in Emstek und Löningen geäußert hatten, ging Wiese hart ins Gericht. Einerseits seien viele Politiker „nach vorne gegangen“, andererseits sorgten die Gesetze der Politik dafür, dass kleine Krankenhäuser nicht lebensfähig seien.

Die Mitarbeitervertretungen der vier Krankenhäuser in Cloppenburg, Vechta, Löningen und Emstek wollen die Beschäftigten der Häuser offenbar darum bitten, freiwillig auf die ihnen zustehenden Jahressonderzahlungen zu verzichten. Dafür hätten, so Wiese, die Beschäftigten aber Anspruch auf klare Aussagen, wie es weitergehen solle. Formell müsste die Regionalkommission Nord der Streichung, die Grundlage für einen von der Kirchenbank DKM in Münster gewährten Überbrückungskredit in Höhe von 2,5 Millionen Euro ist, zustimmen. Die Kommission hatte sich aber vertagt.

Sollten die Mitarbeiter nicht verzichten, droht der Kredit zu platzen, die KKOM stünden vor der Insolvenz. Dass das Offizialat in diesem Falle einspringen könnte, sieht dessen Pressesprecher Ludger Heuer skeptisch. Andere kirchliche Häuser, in denen seit Jahren kein Weihnachtsgeld mehr gezahlt werden konnte, könnten Ansprüche anmelden. Auch einer Offenen Patronatserklärung, bei der das Offizialat für sämtliche Schulden der Kliniken geradestehen würde, sieht das Offizialat schwierig. In der jetzigen Situation sei nicht absehbar, wo das Defizit ende.

@ http://www.NWZonline.de/klinik-krise

[Den vollständigen Bericht finden Sie in der NWZ]