Presseberichte

KRANKENHAUS-KRISE: Weihnachtsgeld beschäftigt Klinik. Neuer Wirtschaftsausschuss berät über weiteres

Quelle: NordWestZeitung vom 04.12.2012

(Mehr als 7000 Menschen sind am Freitag in Löningen auf die Straße gegangen, um für den Erhalt ihres Krankenhauses zu protestieren. Foto: Reiner Kramer)

Die Regionalkommission Nord hat noch keine Entscheidung gefällt. Mitarbeiter wurden am Montag informiert.

Cloppenburg/Löningen. Der neu gegründete Wirtschaftsausschuss der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland hat sich am Montagabend mit der Streichung des Weihnachtsgeldes für die Klinikmitarbeiter beschäftigt. Vorab hatte sich die Geschäftsführung juristisch beraten lassen, ob sie das Weihnachtsgeld nun doch an die Mitarbeiter auszahlen muss.

Die Mitarbeiter waren am Montag über die Entwicklung informiert worden: Wie die NWZ in der Montagsausgabe bereits berichtet hatte, verstoßen die Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland offenbar gegen die Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes (AVR), weil sie das Weihnachtsgeld nicht mit dem November-Gehalt ausgezahlt hatten. Diesem Schritt muss die Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritas-Verbandes zustimmen. Deren Regionalkommission hatte zwar am Freitag dazu verhandelt, aber nicht entschieden und sich vertagt. Am Dienstag, 18. Dezember, will die Regionalkommission – wie berichtet – zu weiteren Beratungen mit Mitarbeitervertretungen und der Geschäftsführung vor Ort zusammenkommen.

Am 18. November hatte die Klinikleitung eine Stundung der Jahressonderzahlungen beantragt, offenbar in der Voraussicht, dass die Kommission so kurzfristig nicht entscheiden würde.

Über die Auswirkungen hatte bereit am Sonnabend eine Runde aus Ärztlichen Direktoren, Pflegedienstleitungen, MAV-Vorsitzenden, Klinikmanagern und Geschäftsführung beraten.

Der Wirtschaftsausschuss – der besteht aus den ärztlichen Direktoren, der Lenkungsgruppe der Mitarbeitervertretungen (MAV), des von den Mitarbeitervertretungen beauftragten Wirtschaftsprüfers, der Pflegedienstleitung und Klinikmanagern – bis Redaktionsschluss war keine Entscheidung getroffen.

„Die Geschäftsleitung hat sich seit der Fusion immer weiter von der Basis entfernt“, hatte der Geschäftsführer der KKOM, Michael gr. Hackmann, seinerzeit die Installation des Wirtschaftsausschusses begründet. „Dass muss zurückgedreht werden.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Franz-Josef Holzenkamp betonte, es sei wichtig, die „Stimmen der Mitarbeiter zu hören“. Am Sonntag hatte in einer mehrstündigen Sitzung die Geschäftsleitung der KKOM die hiesigen Abgeordneten und die Landräte Hans Eveslage (Cloppenburg) und Albert Focke (Vechta) über die Situation der Kliniken informiert. Alle seien derzeit um eine „Versachlichung“ bemüht, berichtete Holzenkamp aus der Sitzung. Es müsse aber auch Transparenz für alle Beteiligten hergestellt werden, lautete die Forderung der Abgeordneten. Die KKOM müssten als Gemeinschaft gesehen werden. Am Sonnabend hatten die Abgeordneten mit den Mitarbeitervertretungen zusammengesessen.

Derweil hat sich am Freitag der Rat der Gemeinde Lastrup in einer Resolution gegen eine Schließung des „für das Alte Amt Löningen so wichtigen“ Krankenhauses Löningen ausgesprochen. Der Rat fordert die Erhaltung der jetzige Infrastruktur und tritt ein für eine wohnortnahe Patientenversorgung. Die Stellen aller Bediensteten müssten erhalten bleiben.

[Den Original-Bericht lesen Sie in der NWZ]