Presseberichte

FINANZMISERE: Erwarteter Verlust steigt innerhalb weniger Monate drastisch. Klinik-Defizit irritiert

Nordwest-Zeitung vom 30.11.2012

(Betretene Gesichter: Finanzdirektor August Dasenbrock (von links) und Weihbischof Heinrich Timmerevers informierten am Donnerstag. BILD: REINER KRAMER)

Die Stiftungsaufsicht sei aber ihren Aufgaben gerecht worden. Belastbares Zahlenmaterial fehlte den Wirtschaftsprüfern.

VON REINER KRAMER, REDAKTION CLOPPENBURG

VECHTA/CLOPPENBURG Erstmals hat sich am Donnerstag der Vechtaer Weihbischof Heinrich Timmerevers zur Finanzkrise in den Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM) geäußert. Er könne den Zorn der Mitarbeiter verstehen, der sich auch gegen ihn richte. Es gebe aber keine einfachen Erklärungen und Lösungen.

Der beim Offizialat beschäftigte Rechtsanwalt Andreas Windhaus wehrte sich aber gegen Vorwürfe, die Stiftungsaufsicht sei ihren Aufgaben nicht gerecht geworden: „Wir haben keine Wirtschaftsaufsicht und keine Geschäftsführungsbefugnisse in der KKOM.“ Die Stiftungsaufsicht überwache die KKOM lediglich bei Darlehens- und Grundstücksgeschäften.

„Irritiert“ sei das Offizialat allerdings über die Geschäftszahlen der KKOM, die sich innerhalb weniger Monate drastisch verschlechtert hätten, räumte Windhaus ein. Derzeit belastet den Krankenhausverbund ein Defizit von mehr als zehn Millionen Euro. Zutage förderten diese Summe erst Wirtschaftsprüfer von Price Waterhouse & Coopers, denn „belastbares Zahlenmaterial“, (Windhaus) zur Bewertung des Verbundes hatte von Seiten der KKOM-Geschäftsführung nicht vorgelegt werden können.

Im Sommer sah sich das Offizialat gezwungen, ein unabhängiges Gutachten beim Deutschen Krankenhaus Institut (DKI) in Auftrag zu geben. Das hatte das Vechtaer Krankenhaus gut bewertet, Bedenken für Cloppenburg und Löningen geäußert und für Emstek eine schlechte Prognose abgegeben. Zu ähnlichen Ergebnissen waren die Experten von Price, Waterhouse & Coopers gelangt. Das Unternehmen war beauftragt worden, ein tragfähiges Sanierungskonzept zu erarbeiten – das soll spätestens Anfang 2013 vorliegen.

Der derzeitige alleinige Geschäftsführer der KKOM, Michael gr. Hackmann, sei aktuell für das operative Geschäft im Verbund zuständig, nicht für das Zukunftskonzept.

Einem vom Offizialat getragenen „Rettungsschirm“ für die Häuser erteilte Finanzdirektor August Dasenbrock eine Absage: „Das können wir nicht leisten.“ Die Liquidität der vier angeschlossenen Krankenhäuser in Cloppenburg, Vechta, Emstek und Löningen konnte durch Überbrückungskredite in Höhe von 4,5 Millionen Euro gesichert werden. Bis Ende März 2013 haben die Banken den KKOM nun Zeit eingeräumt.

@ http://www.NWZonline.de/klinik-krise
NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.nwz.tv/vechta

[Den vollständigen Bericht finden Sie in der NWZ]