Presseberichte

Enge Zusammenarbeit zwischen Quakenbrücker und Löniger Krankenhaus?

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 29.11.2012

Quakenbrück/Löningen. Solidarität mit den Beschäftigten des Krankenhauses St.-Anna-Stift, das nach den Vorstellungen der Leitung des Klinikverbundes Katholischer Kliniken im Oldenburger Münsterland, kurz KKOM, geschlossen werden soll, wollen die Löninger am heutigen Freitag , 30. November, beweisen. Um 18 Uhr startet am Krankenhaus eine Demonstration, die mit einer Kundgebung vor der VitusKirche endet.

Die Stadt Löningen möchte das Krankenhaus, auch Arbeitgeber für zahlreiche Mitarbeiter aus dem Artland, gerne erhalten. „Für die Neupositionierung darf der Austritt aus dem Verbund KKOM ebenso wenig tabu sein wie eine Kooperation über konfessionelle Grenzen hinaus“, so Bürgermeister Thomas Städtler in einer Pressemitteilung. Er könne sich beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit dem Christlichen Krankenhaus Quakenbrück gut vorstellen.

Der Löninger Bürgermeister betont die überregionale Bedeutung des St.-Anna-Stiftes und kritisiert die von der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers geäußerte Empfehlung, das Löninger Anna-Stift sofort schließen zu wollen, als „ökonomischen Unsinn, der den Menschen in Löningen und Behandlungsbedürftige weit über die Stadtgrenzen hinaus nicht zugemutet werden darf“. Am Defizit des Verbundes der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM), das nach seinen Erkenntnissen bei zehn Millionen Euro liegen soll, habe das St.-Anna-Stift mit 1,3 Millionen Euro den geringsten Anteil unter den vier Einrichtungen. Das Löninger Stadtoberhaupt gibt sich zuversichtlich, dass das Gesundheitsunternehmen „mithilfe geeigneter Strukturreformen den Turnaround schaffen kann“.

Eine Zusammenarbeit mit dem Christlichen Krankenhaus Quakenbrück gibt es bereits in Teilbereichen. Seit dem 1. April 2009 betreiben das Christliche Krankenhaus Quakenbrück und das St.-Anna-Stift Löningen an der St.-Annen-Straße in Löningen gemeinsam das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Hasetal Löningen. Die Löninger hatten sogar vor, mit dem Christlichen Krankenhaus Quakenbrück (CKQ) und dem Lohner Franziskus-Hospital eine Holding zu gründen, entschieden sich dann aber überraschend für das KKOM-Konstrukt. Neben Löningen gehören dazu das Josefs-Hospital Cloppenburg, das Marienhospital Vechta und das jetzt ebenfalls von der Schließung bedrohte Antonius-Stift ins Emstek.

Als Stabilisierung für eine qualitative und gesicherte Gesundheitsversorgung in der Region Oldenburger Münsterland und der Region Quakenbrück hatte sich bereits 2004 der Verbund Corantis-Kliniken GmbH mit neun Kliniken gegründet, um die Grundlage für eine stabile medizinische stationäre Versorgung zu bilden. „Darüber hinaus wird hierdurch die Weiterentwicklung für eine zukunftsorientierte, qualitativ hochwertige Medizin ermöglicht“, heißt es auf der Homepage des Verbundes, dem auch die vier KKOM-Häuser angehören, die aber die Corantis-Weiterentwick-lung seit ihrem KKOM-Zusammenschluss nicht mehr stark forciert haben.

Mit dem Löninger Krankenhaus gebe es diverse Berührungspunkte, wie Heinrich Titzmann, Geschäftsführer des Christlichen Krankenhauses Quakenbrück (CKQ) und Sprecher der Geschäftsführer der Corantis-Kliniken auf Anfrage bestätigt – sei es die radiologische Mitversorgung oder die telemedizinische Vernetzung bei Schlaganfallpatienten.

„Es muss klar sein, dass auch alles umgesetzt werden kann und dass das Bischöfliche Offizialat in Vechta mitspielt“, benennt Titzmann die Grundvoraussetzung für mögliche Gedankenspiele des Löninger Bürgermeisters. Das Quakenbrücker Krankenhaus habe in den vergangenen Jahren stets schwarze Zahlen geschrieben, sei zu hundert Prozent ausgelastet und habe jetzt sogar den Antrag auf weitere 40 Betten beim Land gestellt.

[Den vollständigen Bericht finden Sie in der NOZ]