Presseberichte

Mitarbeiter und Stadt kämpfen. Krankenhaus in Löningen droht Aus

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung / af/Meppener Tagespost af vom 28.11.2012

(Das Löninger Krankenhaus beschäftigt Mitarbeiter aus Lähden, Haselünne und Herzlake und ist hier auch Versorgungszentrum. Foto: Krankenhaus)

Meppen/Löningen. Das St.-Anna-Stift in Löningen steht vor der Schließung. Viele der fast 300 Beschäftigten rechnen mit einer Kündigung. Wie viele und wen es trifft, ist noch offen. Nun regt sich Widerstand in einem gemeinsamen Bündnis aus Krankenhausmitarbeitern, Stadtrat und Bevölkerung. Sie wollen Löningen als Klinikstandort erhalten.

Das Krankenhaus gehört den Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM) an. Deren Sprecher hatte vergangene Woche ein Defizit von 20 Millionen Euro bekannt gegeben und dass mit der Schließung zweier der vier Häuser und dem Abbau von 150 Vollzeitstellen die Insolvenz des Verbundes verhindert werden soll. Das von den Banken geforderte Sanierungskonzept sehe vor, dass die Krankenhäuser in Löningen und Emstek geschlossen werden. Die größeren in Cloppenburg und Vechta bleiben bestehen und übernehmen Teile der medizinischen Leistungen und Mitarbeiter.

Das ist allerdings kein Trost für Antonia Oldiges aus Apeldorn. Sie ist Krankenschwester in Löningen und erfuhr erst vergangenen Freitag von der drohenden Schließung. „Für uns gab es eine Hiobsbotschaft nach der anderen“, erzählt sie. Vor zwei Wochen habe es erst geheißen, dass es kein Weihnachtsgeld gebe, jetzt drohe sogar die Kündigung. „Der Verbund hat Löningen nicht gutgetan, wenn wir eineinhalb Jahre später vielleicht ganz von der Bildfläche verschwinden“, sagt Oldiges.

Aber daran mögen viele Angestellte noch nicht glauben. Sie machen sich in einer Großen Koalition stark für das Krankenhaus. Ärzte, Gremien-Verantwortlichen und der Stadtrat wollen über eine Unterschriftenliste den Austritt des St.-Anna-Stifts aus der KKOM erwirken. „Das kann aber nur der erste Schritt sein, um das Krankenhaus zu erhalten“, sagt Löningens Bürgermeister Thomas Städler auf Nachfrage. Weitere Option sei dann, mit anderen Krankenhäusern zusammenzuwirken – beispielsweise mit dem Christlichen Krankenhaus Quakenbrück.

Heute tritt der Aufsichtsrat der KKOM erneut zusammen, um über das Schicksal der Kliniken zu entscheiden. Die Krankenhausmitarbeiter wollen am Freitag um 18 Uhr mit einer Demonstration zeigen, dass sie das St.-Anna-Stift noch nicht aufgegeben haben.

[Den Original-Bericht können Sie in der NOZ lesen oder im Internet abrufen unter:
http://www.noz.de/lokales/68173275/krankenhaus-in-loeningen-droht-aus Emstek: Proteste gegen Klinik-Schließung ]