Presseberichte

Zwei Krankenhäuser stehen vor dem Aus

Quelle: Münsterländische Tageszeitung vom 25.11.2012

(Foto: Heinrich Kaiser)

Von Heinrich Kaiser

Kreis Cloppenburg. Die Krankenhäuser in Emstek und Löningen sollen geschlossen und 150 Mitarbeitern gekündigt werden. Das sieht ein Sanierungskonzept der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM) vor. Allerdings kann dieses Konzept vorerst nicht umgesetzt werden, weil die Löninger in einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtrat und Gesellschafterversammlung gegen die Schließungen stimmten. Die Emsteker sollen sich enthalten haben.

„Die Banken haben die KKOM zum Sanierungsfall erklärt“, sagte Geschäftsführer Michael gr. Hackmann. Die Gesellschaft müsse deshalb einen Sanierungsplan vorlegen. Sonst gebe es keine weitere Finanzierung. Eine Insolvenz wäre dann unabwendbar. Bestandteil dieses Sanierungsplans sei nicht nur die Verlagerung der stationären Leistungen von Emstek und Löningen nach Cloppenburg, sondern auch die Streichung des Weihnachtsgeldes in diesem und dem nächsten Jahr, so gr. Hackmann.

Die Gesellschaft hat bis 2016 Zeit, in die schwarzen Zahlen zu kommen. Bis dahin sei mit einem jährlichen Defizit von sechs bis 6,5 Millionen Euro zu rechnen. In diesem Jahr macht der Klinikverbund voraussichtlich gut zehn Millionen Euro Defizit. 3,7 Millionen Euro entfallen in Cloppenburg, 1,8 Millionen Euro auf Emstek, 1,3 Millionen auf Löningen und 3,2 Millionen auf Vechta. Hinzu kommen rund 24 Millionen Euro Schulden, wobei Löningen und Emstek schuldenfrei sind. Außerdem werden in den nächsten Jahren 25 Millionen Euro benötigt, um das Cloppenburger Josefs-Hospital zu sanieren.

Grund für die Krise seien unter anderem Management-Fehler, räumte gr. Hackmann ein. Bei der schrittweisen Fusion der Häuser und der Einstellung neuer Chefärzte seien zu optimistische Zuwachs-Raten vorausgesagt und die Krise zu spät erkannt worden. Weitere Gründe sei die Trennung von den beiden Chefärzten Dr. Harald Kuhn und Dr. Lucien Olivier, zu kleine Stationen bei veralteter Ausstattung in Cloppenburg sowie unerwartete Tarifsteigerungen gewesen. Bis vor zwei Jahren habe Vechta mit seinem Überschuss die anderen Häuser gestützt. Doch dann seien auch dort die Zahlen eingebrochen.

Anfang des Jahres hätten die Zahlen noch gut ausgesehen, berichtete der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Siegfried Eilers. Aber im Juni habe sich das drohende Finanzdesaster abgezeichnet. Daraufhin sei eine Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft mit einem Gutachten beauftragt worden. Im 3. Quartal 2012 habe sich dann das ganze Ausmaß der Krise gezeigt. Jetzt werde mit einem „strategischen Partner“ über einen Einstieg verhandelt.

[Den vollständigen Bericht finden Sie in der MT]