Presseberichte

KRANKENHÄUSER: Klinikchef Helmut Themann tritt zurück. Konsequenzen aus finanzieller Lage gezogen –

Quelle: NordWestZeitung vom 22.11.2012

Weitere Effizienzsteigerungen seien nicht zu erreichen, heißt es in dem Brief. Das Personal leide unter der wachsenden Arbeitsverdichtung.

VON CARSTEN MENSING

CLOPPENBURG Konsequenzen aus dem finanziellen Desaster bei den Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM) hat der Sprecher der Geschäftsführung, Helmut Themann, gezogen. In einem Brief an den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung der KKOM hat der Klinikchef um die Auflösung seines Dienstverhältnisses gebeten.

„Helmut Themann ist nicht mehr im operativen Geschäft tätig. Er ist aber weder entlassen noch gekündigt“, bestätigte der Pressesprecher des bischöflich-münsterschen Offizialats (BMO), Dr. Ludger Heuer. Die Führung des Klinikverbundes hat nun erst einmal der Direktor des Cloppenburger St.-Josefs-Hospitals, Michael gr. Hackmann, übernommen. Dieser war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wie berichtet, hatten die KKOM bei der Regionalkommission Nord der arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes beantragt, ihren 2300 Mitarbeitern das Weihnachtsgeld streichen zu dürfen. Darüber hinaus sollen die tariflichen Lohnerhöhungen ausgesetzt werden. Damit würden die Kliniken rund 5,4 Millionen Euro einsparen. Das reicht aber bei weitem nicht aus, um das Finanzloch zu stopfen. Zurzeit könnten noch keine konkreten Zahlen zur finanziellen Lage des Klinikverbundes genannt, sagte Heuer.

Zurzeit ist offen, ob den Mitarbeitern das Weihnachtsgeld gestrichen wird – die arbeitsrechtliche Kommission tagt erst am 30. November. Nach NWZ -Informationen wird sich die Kommission möglicherweise noch vertagen.

Inzwischen laufen die Gespräche mit den Banken auf Hochtouren, um die Liquiditätslücke zu schließen und Lösungen für die „zu hohe Schuldenlast“ (Heuer) zu erarbeiten. Die Überlegungen liefen „in alle Richtungen“. Verhandlungen mit privaten Investoren – also großen „Klinikkonzernen“ – schloss Heuer zum jetzigen Zeitpunkt jedoch aus.

Wie berichtet, werden Tarifsteigerungen, stark steigende Energiepreise und ansteigende Versicherungsprämien von den Kostenträgern nicht in ausreichendem Maße refinanziert.

Deshalb haben die Direktoren der Diözesan-Caritasverbände Hildesheim und Osnabrück sowie des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg (Vechta) einen Brief an Sozialministerin Aygül Özkan geschrieben, in dem sie um Hilfe für die katholischen Krankenhäuser bitten.

„Weitere Effizienzsteigerungen in den Krankenhäusern sind nicht zu erreichen. Das Pflegepersonal sowie die Ärzte leiden unter der wachsenden Arbeitsverdichtung am meisten“, beklagen die Caritas-Vorstände.

[Den Original-Bericht lesen Sie in der NWZ]