Presseberichte

Heimatverein startet „Sütterlin“-Projekt. Maria Ramler und ihr Team übersetzen 90 Jahre altes Kochbu

Quelle: Münsterländische Tageszeitung vom 31.10.2012

(Foto: Willi Siemer)

Löningen (ws). Ein mühsames und durchaus schwieriges Projekt hat der Heimatverein Löningen in diesem Jahr begonnen: Gemeinsam mit einigen Senioren des Haselünner Altenheims St. Ursula hat die aus Löningen stammende Pflefachkraft Maria Ramler begonnen, ein altes in Sütterlin verfasstes Kochbuch in unsere „normale“ lateinische Schrift zu übersetzen. Das Buch ist eine vor 90 Jahren zwischen 1923 und 1927 verfasste etwa 100-seitige Rezeptsammlung der aus Bunnen stammenden Köchin Antonia Jacobs.

Das alte Buch hatte Heino Dirkes, ein Neffe der Köchin, dem Heimatverein zur Verfügung gestellt: „Wir kamen schnell zu der Aufffassung, dass es sich hier um ein interessantes zeitgeschichtliches Dokument einer Frau handelt, die ihr ganzes Leben in ihrem Beruf als Köchin gearbeitet hat und dabei für die damalige Zeit viel in der Welt herumgekommen ist“, erläutert der Vorsitzende das Projekt.

Doch bereits beim ersten Blättern wurde deutlich: Die „jüngere“ Generation, also in diesem Fall alle, die nach 1942 in die Schule kamen, können die Schrift mit etlichen ganz anders und schnörkelig geschriebenen Buchstaben gar nicht lesen. Diese von Ludwig Sütterlin im Auftrag des Preußischen Kultur- und Schulministeriums entwickelte „Deutsche Sütterlin-Schrift“ war zunächst 1915 in Preußen und dann von den Nazis 1935 in abgewandelter Form als „Deutsche Volksschrift“ eingeführt worden. Doch bereits 1941 wurde sie wieder verboten und ein Jahr später kehrte man zur lateinischen Form in der Deutschen Normalschrift-Variante zurück. Auch Antonia Jakobs hatte das Schreiben in Sütterlin gelernt und nutzte sie Zeit ihres Lebens bei ihren handschriftlichen Notizen.

[Den vollständigen Bericht finden Sie in der MT]