Presseberichte

Besenstieldicke Weiden sind gefragt. Wilhelm Fasthoff widmet sich der Herstellung von Tunscheren

zurück zur Übersicht, 01.01.2013, Quelle: Münsterländische Tageszeitung vom 31.12.2012

(Foto: al)

Kunstwerke: Diese Tunscheren präsentierte Wilhelm Fasthoff beim Nortruper Weihnachtsmarkt

Grafeld (al). Das Ausbringen einer Tunschere ist ein heimatlicher Brauch, der an vielen Orten in der Region mehr oder weniger intensiv gepflegt wird. Das Wegbringen der Tunschere erfolgt meistens in dem Zeitraum vom Silvesterabend bis zum Dreikönigstag am 6. Januar. Jeder, dem eine Tunschere vor die Tür gebracht wird, ist verpflichtet die Tunscherenbringer, die sich durch einen lauten Ruf bemerkbar gemacht und in der näheren Umgebung versteckt haben, zu suchen und gut zu bewirten.

Die Überbringer sind häufig Vereinsmitglieder, Freunde und Nachbarn. Ein geübter Kunsthandwerker wie Wilhelm Fasthoff aus Grafeld braucht für die Herstellung einer Tunschere ungefähr einen Tag. Schon sein Großvater übte dieses seltene Hobby aus, das lange vor dem 19. Jahrhundert in dieser Region Brauch war. Die Herstellung von Tunscheren erfordert eine längere Vorbereitung. Dazu Wilhelm Fasthoff: „Im November werden besenstiel dicke Weiden etwa einen Meter lang geschlagen. Sie müssen sehr gerade und möglichst astfrei sein. Nach dem Entfernen der Rinde und einer kurzen Lagerzeit zwecks Trocknung beginne ich mit der Herstellung der Tunschere. Ich ziehe mit einem sehr scharfen Messer Locken auf den Weidenstock. Für den sogenannten Rock benötige ich lange, krause Locken, für den Kopf feine, dünne Locken.“

[Den vollständigen Bericht finden Sie in der MT]