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NEUJAHRSEMPFANG: Schwerer Gang für Timmerevers. Kritik und Buhrufe – Mitarbeiter fordern Carstens...

zurück zur Übersicht, 07.01.2013, Quelle: NordWestZeitung vom 07.01.2013

(Bild: "Interesse: Auch Vertreter der Politik, wie Löningens SPD-Bürgermeister Thomas Städtler (vorne, 2. von links) oder der Vechtaer CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Stephan Siemer (vorne, 3. von links) verfolgten das Geschehen hinter dem St.-Antoniushaus. Quelle: CHRISTOPH FLOREN)

Etwa 1500 Demonstranten sorgen für ein Novum in Vechta. In der KKOM-Finanzkrise räumt der Offizial eigene Fehler ein.

VON CHRISTOPH FLOREN

VECHTA/Oldenburger Münsterland. Hinter dem St.-Antoniushaus fielen Plakate und Transparente, die mit Aufschriften, wie „Wir fordern Gerechtigkeit, Offenheit und Ehrlichkeit“ oder „Großfürst Heinrich beichte!“ ins Auge, während drinnen alle nur erdenklichen Varianten der Krisenbewältigung den versammelten Vertretern aus Politik, Wirtschaft Kirche und öffentlichem Leben Diskussionsstoff boten. Diese Momentaufnahmen kennzeichneten den Neujahrsempfang, des Vechtaer Offizials und Weihbischofs Heinrich Timmerevers am Sonnabend, 5. Januar. Während sich die Teilnehmer der Veranstaltung üblicherweise bei dieser Gelegenheit ein „Glück sägn’s nei Joahr!“ wünschen, blieb diesmal, vor dem Hintergrund des Finanzdesasters der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM) eher wenig Raum für derartige Freundlichkeiten.

Verantwortung zeigen

Die nach Angaben der mit zehn Beamten vom Kommissariat Vechta Flagge zeigenden Polizei rund 1500 Demonstranten, unter ihnen Trauermärsche spielende Musiker aus Emstek waren gekommen, um den Oberhirten der Katholiken im Oldenburger Land an seine Mitverantwortung für die KKOM zu erinnern, wie es viele Frauen und Männer lautstark formulierten. In einer Ansprache räumte Timmerevers zwar eigene Fehler, etwa in der Kommunikation und Information über die Krise ein, sah die Verantwortlichkeiten aber bei anderen. Das quittierten die Protestler mit Buhrufen.

Sprecher der Mitarbeitervertretungen aus Löningen und Emstek forderten den früheren Staatssekretär und ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Manfred Carstens (Emstek) als Vermittler. Zudem wollen sie in die Suche nach Perspektiven, die den Erhalt der beiden Krankenhausstandorte sicher stellen, eingebunden werden.

Die Empfangsgäste im St. Antoniushaus verfolgten die Worte des Offizials mit angestrengter Aufmerksamkeit. Ihre Kommentare reichten von „das ist endlich einmal der Versuch, einen konstruktiven Weg zu beschreiten“ bis zu „diejenigen, die hier Fehler gemacht haben, sind nicht da“, und „Jetzt sind die Vertreter der Aufsichtsgremien gefragt - wo sind denn die Aufsichtsräte?“ Einigkeit herrschte darüber, dass die Kirche in dieser Krise „zu spät“ an die Öffentlichkeit getreten sei.

Zweifel an „Holding“

Durchaus auch aus den Reihen der CDU überwiegend kritisch gesehen wurde die Forderung nach Manfred Carstens als Vermittler. Der hatte sich mit dem Vorschlag, dem KKOM-Verbund als „Holding“ eine Zukunft zu bieten, kürzlich ins Gespräch gebracht (die berichtete): „Kein Mensch gründet eine Holding, und übernimmt bestehende Schulden“, so lauteten nur einige der geäußerten Bedenken.

[Den Original-Bericht finden Sie in der NWZ]