Presseberichte

SCHMÄHGEDICHT: Grüne prüfen Ausschluss von Dunkel.

zurück zur Übersicht, 09.01.2013, Quelle: NordWestZeitung vom 09.01.2013

VON MARCO SENG UND CARSTEN MENSING

CLOPPENBURG/HANNOVER Die Affäre um den Grünen-Landtagskandidaten Ulf Dunkel (Löningen) ist auch nach einer Krisensitzung in Cloppenburg nicht ausgestanden. Der Landesvorstand der Partei prüft weiter einen Ausschluss Dunkels, dem antisemitische Äußerungen vorgeworfen werden. „Wir müssen die Äußerungen Dunkels sehr genau prüfen und bewerten, ob diese mit den Grundwerten der Grünen zu vereinbaren sind“, sagte Landeschef Jan Haude am Dienstag dieser Zeitung. Das habe nicht nur mit dem Wahlkampf zu tun, sondern sei eine grundsätzliche Frage. An der Prüfung soll der Bundesvorstand beteiligt werden.

Der Kreisverband Cloppenburg hatte bei einer außerordentlichen Versammlung am Montagabend mit großer Mehrheit der 25 anwesenden Mitglieder das Vorgehen des Kreisvorstandes gebilligt, der sich hinter Dunkel gestellt hatte. Die Kreisspitze um den Vorsitzenden Michael Jäger stellte bei der Krisensitzung in Cloppenburg die Vertrauensfrage. Teilnehmer sprachen von einer sehr emotionalen und hitzigen Stimmung. Dunkel hatte ein Schmähgedicht über die Beschneidung von jüdischen und muslimischen Jungen verfasst. Nach der heftigen Kritik entschuldigte er sich und kündigte den Verzicht auf ein mögliches Landtagsmandat an. Haude hält Kritik an religiösen Beschneidungen für legitim, nicht aber die Äußerungen von Dunkel. Er bediene „antisemitische und fremdenfeindliche Stereotypen“. Während die rechtsextreme NPD Dunkel lobte, kam Kritik von CDU-Generalsekretär Ulf Thiele (Uplengen): „Die Verharmlosung von Dunkels kruden, antisemitisch-rassistischen Parolen durch den Cloppenburger Kreisvorstand der Grünen muss beendet werden“.

[Den Original-Bericht finden Sie in der NWZ]