Presseberichte

Europawahl am 26.05.2019: Statistik auch in Löningen!

Bürger wählen am 26. Mai auch für Statistik
Stimmen aus Cloppenburg, Bösel, Emstek, Garrel, Lindern und Löningen fließen in repräsentativen Datensatz ein / Stimmzettel werden für die Statistik codiert

Ein paar Urnengänge im Landkreis werden am Wahlsonntag extra ausgewertet. Geschlecht und Alter spielen dabei eine Rolle. Die Wahllokale werden ausgelost.

von Matthias Bänsch und Florian Ferber


Sechs Kommunen sind nach dem Zufallsprinzip für die repräsentative Wahlstatistik zur Europawahl am 26. Mai ausgewählt worden. Das hat Frank Beumker, Pressesprecher des Landkreises Cloppenburg, auf MT-Anfrage bestätigt.

Konkret fiel das Los auf diese Wahlbezirke: In Bösel der Wahlbezirk 2 (Dat Heimathuus), in Cloppenburg der Wahlbezirk 11 (Bildungswerk Cloppenburg), in Emstek der Wahlbezirk 4 (Bühren), in Garrel der Wahlbezirk 7 (Tweel/Tannenkamp), in Lindern der Wahlbezirk 1 (Rathaus Lindern) und in Löningen der Wahlbezirk 6 (Dorfgemeinschaftshaus Angelbeck).

In Löningen gibt es außerdem noch eine Besonderheit. Denn es werden auch alle Briefwahlstimmen für die Statistik ausgewählt. „Die Festsetzung eines Briefwahlbezirks für die repräsentative Wahlstatistik hat es im Landkreis Cloppenburg seit mehreren Jahren nicht mehr gegeben“, erklärt Beumker. Die Löninger Briefwahlstimmen werden am Wahlabend wie alle anderen Briefwahlzettel am Wahlabend im Kreishaus ausgezählt.

Doch was genau ist überhaupt die repräsentative Wahlstatistik – und was passiert mit den erfassten Daten? Das kann jeder Bürger nachlesen – in einem Faltblatt, das man sich im Internet auf der Seite des Bundeswahlleiters Dr. Georg Thiel herunterladen kann. Demnach dient die repräsentative Wahlstatistik dem „Informationsbedarf in vielen Bereichen unserer Gesellschaft. Sie gibt – über das amtliche Wahlergebnis hinaus – Auskunft, in welchem Umfang sich die Wähler an der Wahl beteiligt und wie sie gestimmt haben.“ Ferner lasse sich mit ihr das Wahlverhalten nach Geschlecht und Geburtsjahresgruppen analysieren.

Die auswählten Urnenwahlbezirke im Landkreis sind sechs von deutschlandweit etwa 72000 (plus 15000 Briefwahlbezirke). „Aus diesen Wahlbezirken wurden für die repräsentative Wahlstatistik nach mathematisch-technischen Methoden knapp 2750 Stichprobenwahlbezirke, darunter rund 500 Briefwahlbezirke, zufällig ausgewählt“, heißt es vom Bundeswahlleiter zum Prozedere.

Und weiter: „In den repräsentativen Wahlbezirken werden die Merkmale Geschlecht und Geburtsjahresgruppe erhoben.“ Diese Daten muss der Wähler selbst nicht angeben. Das passiert automatisch beim Auswerten der Stimmzettel: „Zur Gewinnung der Daten werden die Wählerverzeichnisse und die abgegebenen amtlichen Stimmzettel ausgewertet.“ Die Wahlbeteiligung nach Geschlecht und Geburtsjahresgruppen werde durch Auszählung der Wählerverzeichnisse ermittelt (wie viele stehen drin, wie viele gingen zur Wahl).

Die Untersuchung der Stimmabgabe erfolge mittels der amtlichen Stimmzettel, die im oberen Bereich zusätzlich mit einem Unterscheidungsaufdruck nach Geschlecht und Geburtsjahrgang versehen seien. Zur Vereinfachung wird zum Beispiel mit Großbuchstaben je Gruppe gearbeitet – zum Beispiel A für männlich/divers/ohne Angabe 1995-2001, G für weiblich 1995-2001, H für weiblich 1985-1994. Neben den Wählerverzeichnissen und Stimmzetteln ist die Besonderheit der Wahlbezirke auch auf den jeweiligen Wahlbenachrichtigungen gekennzeichnet.

Nachdem alle Daten erhoben worden sind, erstellt das Statistische Bundesamt das Datenwerk, das voraussichtlich im September auf der Internetseite des Bundeswahlleiter veröffentlicht wird.


zum Bild:
Foto: Tim Reckmann, pixelio.de.

zum Dokument/Download:
Bericht der Münsterländischen Tageszeitung vom 14.05.2019, als pdf-Dokument.


Quelle:
Münsterländische Tageszeitung vom 14.05.2019

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