Presseberichte

Friedhofskapelle verliert düsteren Charakter

Sanierungsarbeiten an Meerdorfer Straße bis Ende des Jahres abgeschlossen / Stadt Löningen trägt Hälfte der Kosten

Auf einem Ortstermin am 20.10.2019 erläutern die Verantwortlichen die Planungen und Neuerungen der Sanierungs- und Umbauarbeiten der Löninger Friedhofskapelle.

von Willi Siemer


Zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der im Frühjahr begonnenen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten der Friedhofskapelle an der Meerdorfer Straße zeigt sich Dechant Bertholt Kerkhoff. Nach den bisherigen Planungen sollen die Arbeiten, die auch eine neue gedämmte Fassade vorsehen, Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Wenn alles gut gehe, sei ab Anfang kommenden Jahres die Rückkehr zum normalen Ablauf mit der Beerdigung und dem dann folgenden Requiem in der Kirche möglich.

Die neuen Grundrisse in den Funktionsräumen seien inzwischen hergestellt und die zusätzlichen blickundurchlässigen Fenster seien ebenfalls schon eingebaut worden.

Obwohl der Grundriss des Gebäudes erhalten bleibt, sind neben der Sanierung eine ganze Reihe von sinnvollen Neuerungen geplant. Sie zielen zum einen darauf ab, den Räumen, auch der Kapelle selbst, durch eine zusätzliche Lichtkuppel, ihren dunklen, düsteren Charakter zu nehmen, den Trauernden mehr Raum zum Abschiednehmen zu geben und zum Zweiten die Abläufe zu verbessern.

Dazu zählt neben der Neuaufteilung der eigentlichen Kapelle, neuen Fenstern und mit einer Mittelachse und mehr als achtzig Sitzplätzen vor allem der neue Seitenausgang, durch den alle Trauernden dem Sarg Richtung Friedhof folgen.

Der Bestatter erhält einen separaten Eingang und einen eigenen Herrichtungsraum mit der notwendigen Infrastruktur. Der Bereich vor den Funktionsräumen werde fürs bessere Rangieren vergrößert und durch eine Hecke von der Straße abgeschirmt, erläutert Kerkhoff.

Vorgesehen sind auch behindertengerechte Innen- und Außentoiletten sowie eine Sakristei, die auch als Besprechungsraum dienen wird.

Auch der kahle und eintönig wirkende Vorplatz werde neu gestaltet und neu gepflastert, erläuterte der Dechant. Mitten auf dem Platz sei ein großer Halbkreis durch eine Eibenhecke geplant, der dafür sorge, dass die Trauergemeinde näher zusammenrücke. Aus Kostengründen bleibe die bisherige Überdachung erhalten.

Die Kirchengemeinde wolle an den bisherigen Abläufen mit der Beerdigung selbst und dem Requiem in der Kirche, oder den Kapellen des Krankenhauses oder des Altenzentrums festhalten. Er beobachte immer wieder, dass auf dem Fußweg zurück die Trauernden die Erfahrungen des Begräbnisses schon etwas hinter sich ließen. Angesichts der Tatsache, dass unsere Gesellschaft immer unsicherer werde im Umgang mit Tod und Trauer, hielten die Trauerzüge die Erkenntnis, dass der Tod zum Leben gehöre, auch im öffentlichen Bewusstsein.

Da es sich beim Friedhof an der Meerdorfer Straße nicht nur um eine katholische Begräbnisstätte, sondern auch um eine kommunale handelt, trägt die Stadt die Hälfte der vor rund eineinhalb Jahren veranschlagten Kosten. Im Etat für 2019 sind 257.000 Euro vorgesehen.

Kerkhoff dankte dem Bestattungsunternehmen, das in der Bauphase die Aufbahrung der Verstorbenen in seinen Räumen ermöglichte.

Auf einem Ortstermin am Sonntag, 20.10.2019, um 11.30 Uhr hätten alle Interessierten Gelegenheit, sich vor Ort das Projekt von den Verantwortlichen erklären zu lassen.


zum oberen Bild:
Grundriss: Die vier Aufbahrungsräume (rechts) werden vergrößert und verlieren durch (blickundurchlässige) Fenster und durch die Ausstattung ihre bisherige düstere Erscheinung. Neuerungen im Kapellenraum sind die Neuaufteilung durch eine mittlere Achse, mehr als 80 einzelne Sitzgelegenheiten sowie vor allem der neue Seitenausgang für alle Trauernden. Foto: Bramlage&Schwerter.

zum zweiten Bild:
Bericht Münsterländische Tageszeitung vom 25.09.2019.


Quelle:
Bericht Münsterländische Tageszeitung vom 25.09.2019