Presseberichte

Graepelgitter kühlen neue Corvette

Anfang 2020 kommt die neue Generation des US-Sportwagens Corvette mit einer Überraschung auf den Markt: Fortan treibt ein Mittelmotor im Heck die amerikanische Ikone an. Den Entwicklungs- und Produktionsauftrag für die Warmluftabfuhr übertrug General Motors dem Blechspezialisten Graepel.

Der deutsche Zulieferer bestätigte den Fertigungsanlauf für die in Kentucky von Chevrolet endmontierten PKW.

Lange setzte GM auf einen Motor im Vorderwagen. Der neue V8 im Spitzenmodell Stingray leistet 364 kW (495 PS) aus 6,2 Litern Hubraum. Zwei große Gitter in der mächtigen Heckhaube belüften das Triebwerk, das den 1,5 Tonner in 3 Sekunden von Null auf Tempo 100 katapultiert. Der Luftauslass liegt wie kaum ein anderes Bauteil im Fokus des staunenden Betrachters: Positioniert sind die Bauteile beidseits des Haubenfensters, das freie Sicht auf den mächtigen Motorblock gewährt - hier schlägt das Herz der Corvette. Entsprechend hoch waren die Anforderungen nicht nur an die Präzision, sondern auch an die Ästhetik.

Für Zulieferer sind die vermeintlich banalen Lochbleche eine echte Herausforderung. „Mit simplem Stanzen ist Spitzenqualität nicht zu erreichen“, unterstreicht Mark Zumdohme, Leiter des US-Werks. Er verweist auf die Crux der Konstruktion: Die Gitter sollen leicht sein, aber steif in jedem Steg. Zudem aus einem Stück, sauber geformt und anmutig designt. „Und der Luftdurchsatz, das technische Hauptmerkmal, sollte maximal sein“, ergänzt Zumdohme. Über 80 Prozent freien Querschnitt schaffte Graepel: ein Spitzenwert.

Der Blechspezialist erreicht dies durch komplexe Umformarbeiten, präzise Hochgeschwindigkeitspressen und programmgesteuerte Lochung. Die Löcher sind nicht kreisrund, sondern sechskantig: Eine bionische Form, die Kräfte exzellent verteilt. Nur 1,2 mm dick sind die Bleche aus Aluminium. Ein weiteres Gitter liefert man für die Mittelsektion des hinteren Stoßfängers.

Graepel gilt als einer der ältesten Hersteller der Branche. Die Anfänge reichen über 125 Jahre zurück - bereits zu Beginn der industriellen Automobilproduktion war man dabei. Wie kaum ein anderer ist der Zulieferer auf kalt geformte Blechbauteile spezialisiert. Sogar die Werkzeuge entwickelt man selbst. Das US-Werk in Omaha, Nebraska, besteht seit 2006. Der Corvette-Auftrag ist übrigens nicht der erste seiner Art: Auch für den Supersportwagen Honda NSX liefert Graepel Bauteile.

zu den Bildern:
US-Autolegende seit 1953: In 2020 erscheint die achte Modellgeneration. Foto: Chevrolet.


Quelle:
Presseinfo Friedrich Graepel AG vom 31.10.2019